#4 Aurora – ich bin da!

Der Eintrag hier wird etwas länger, ich komme sonst nicht mehr nach, haha. Aber ich sortiere es mal etwas, dass es übersichtlich bleibt 😀

Am 13.08. (Donnerstag) war es soweit. Ich wurde abends von Kris und Dan (meinen Gasteltern) abgeholt und in mein neues Zuhause in Aurora gebracht. Auf dem Weg dorthin sind wir noch zum Aldi (ja den gibt´s hier auch, sogar teils mit unseren Sachen) :D. Im Haus angekommen warteten schon Abby und Jade (meine Gastschwester und ihr Hund), Michelle (andere Gastschwester) und Bobby (mein Gastbruder) auf mich.
Dann sah ich zum ersten Mal mein Zimmer. Ich bin im Pferdeparadies AAAAH… (Pferde und ich sind nicht so die besten Freunde.. aber gut) 😀 Mein Zimmer ist Abbys altes Kinderzimmer, sie wohnt mittlerweile in ihrer eigenen Wohnung 8 Minuten entfernt.

Freitag (14.08.)
Zum Frühstück gab´s erstmal selbstgemachte Blaubeer Pancakes 🙂 Der Tag war allerdings nicht sehr spannend. Michelle und ich saßen den ganzen Tag zu Hause, was Heimweh-technisch nicht seeeehr von Vorteil war für mich…. kleine Randinfo auch zum besseren Verständnis: Michelle (fast 25) ist nicht die richtige Tochter von Kris und Dan, sie haben sie vor vier Jahren bei sich aufgenommen, da sie selbst aus einer sehr schwierigen Familie kommt. Kurz gesagt: Sie verbringt die Zeit gern in ihrem Zimmer. Aber: ich mag sie trotzdem, sie ist total lieb. Nur ich bin eben nicht so ein Freund von alleine im Zimmer sitzen (außer ich habe Hausaufgaben, etc.)
Aber da gibt es ja noch Abby. Meine Rettung seit Freitagabend. Abby (fast 25) ist super. Wir verstehen uns so gut, haben sehr viel gemeinsam und die gleichen Interessen. Sie ist viel offener und total witzig. Wir haben u.a. schon ein paar „Insider“ Witze. Z.B. habe ich versucht, ihr zu erklären, dass ich einen Fleece-Schlafanzug will, also so einen warmen für´n Winter. Allerdings wusste ich nicht, dass Fleece auch hier Fleece heißt. Also habe ich es mit „fury-warm-something“ umschrieben. Abby sammelt jetzt also Fell und macht mir einen Schlafanzug hahaha. Ich liebe sie jetzt schon und hätte keine bessere (richtige) Gastschwester haben können als sie. Ich bin schon halb bei ihr eingezogen glaube ich, da ich fast mehr in ihrem Apartment als Zuhause war die letzten Tage. 😀
Back to Freitagabend:  Shopping stand auf dem Plan. Wir haben mehr gespart als wir ausgegeben haben (siehe Foto).

Samstag (15.08.): Abby ist mit mir nach Naperville (Nachbarort) gefahren, um ein bisschen zu bummeln und anschließend sind wir zu Oma Noel gefahren, um ihr zu helfen, ihre komplette Musikunterricht-Sammlung zu sortieren, die sie verkaufen will. Da Kris bzw. die Oma deutsche Vorfahren hat, hat mir Oma Noel erstmal ihr Repertoire an deutschen Liedern vorgesungen. Sehr süß 🙂

Sonntag (16.08.): Kirche stand auf dem Plan. Wenn man das hier Kirche nennen kann. OOOOOHHHH man war das cool. In der Kirche gibt´s ne Live Band (die echt coole Kirchenlieder spielt) und der Pfarrer ist ehr so ne Art Comedian 😀 Kris meint, ich muss nicht mit in die Kirche wenn ich nicht will, aber das ist so interessant, ich komme jeden Sonntag mit, bzw. werde ich (sobald ich mein Auto habe) hier sonntags in der Babybetreuung (3 Monate – 3 Jahre) mithelfen, da ich ja 40 Stunden Freiwilligenarbeit leisten muss. (Leider kann ich das Video nicht hochladen…) 

Montag & Dienstag: machen wir´s kurz: Abby, Pool, Shoppen, Essen, Shoppen, Film gucken, Jade Gassi führen, etc etc.

Mittwoch: Chicago stand auf dem Plan. Allerdings nicht zum Vergnügen, sondern um ins deutsche Konsulat zu fahren um eine dreiseitige Bestätigung für 30€ zu holen, die sagt, dass ich hier keinen Führerschein mehr machen brauche. Mit dabei waren: Abby (wer hätte es gedacht 😀 ), Judith (remember, sie lebt auch hier) und Yannick (ein PPP´ler der in Chicago wohnt). Nachdem uns der witzige Stand-up Comedian aka. Wachmann gut unterhalten hat und wir unsere Unterlagen hatten, machten wir uns auf die Pancake Suche. Judith hatte zwei Restaurants ausgesucht. Zum ersten sind wir 20 Minuten gewandert (hätten wir auch in 10 ohne Verlaufen geschafft 😀 ). Dann stellte sich heraus, dass es geschlossen hat. Juhu. Also machten wir uns mit einem Uber-Fahrer (dieses „Taxi“-Zeug, das in Dtl. jetzt verboten wurde) auf den Weg zum nächsten Lokal. Als der Fahrer (Baba) kam, musste ich erstmal lachen. Der kannte selbst den Weg nicht. Danke Judith, dass du uns in das „Taxi“ gesteckt hast, war ne witzige Erfahrung 🙂
Nach den Pancakes wollten Abby und ich zurück zum Auto, da wir mit Chicago Sightseeing warten wollten, bis Michelle dabei ist. Auf dem Weg zurück (wir sind wieder gelaufen, juhu) hat Abby gefühlte 1 Million mal versucht das -ch- auszusprechen. 😀 Ich bringe ihr seit Samstag ein paar Wörter bei. -ch- Wörter sind besonders witzig, da die Amerikaner das ja nicht aussprechen können. Ihr Lieblingswort ist Mittwoch. Eichhörnchen erweist sich noch als etwas schwieriger 😀 Muss das demnächst mal filmen.
Daheim angekommen bin ich mit Abby in die Middle School an der sie Englisch in der 6. Klasse unterrichtet. Sie hat seit diesem Jahr ihr eigenes Klassenzimmer und das haben wir ein bisschen dekoriert, typisch amerikanisch eben.

Und so weiter und so weiter: Dank Abby fühle ich mich jetzt richtig wohl und auch endlich angekommen. Meine Koffer sind auf dem Dachboden und einige Bilder hängen schon in meinem Zimmer. Der Rest der Familie ist auch sehr lieb. Bobby, so meint Kris immer scherzhaft, lebt auch hier, man sieht ihn nur kaum, da er Nachtschichten arbeitet. Sie schaut nur ab und zu mal in sein Zimmer, ob er existiert 😀
Im Moment haben wir Illinois PPP´ler so einige Probleme mit den Führerscheinen, da ein wichtiges Dokument nicht korrekt ist. Das ist total nervig, denn ohne Führerschein kein Auto, keine Versicherung für´s Auto, und keine Freiheit, mal selbst die Gegend zu erkunden (was ich allerdings sicherlich NICHT ohne mein Navi machen werde… 😀 )

Amerikanische Dinge, die ich bisher neu kennengelernt habe:
Man kann hier rechts abbiegen obwohl die Ampel rot ist…
Es gibt für alles einen Drive-Thru (also wie bei McDonald´s), demnächst werde ich mal den Bankautomat als Drive-Thru probieren (WEEEEENN ich dann mein Auto habe…)
Die Fähnchen an den Briefkästen sind dafür da, dass man ganz bequem seine Post in den Briefkasten tun kann, Fähnchen hoch, und der Postbote nimmt´s am nächsten Morgen mit. Man muss also nicht total umständlich selbst zur Post rennen.
Die Briefkästen stehen so weit am Straßenrand, da der Postbote einfach dran vorbeifährt und die Post reinwirft ohne auszusteigen (sein Lenkrad ist auf der anderen Seite als normal deswegen)
Es gibt überall Free-Refills (Becher wieder kostenlos auffüllen) und alles ist schweinekalt (meinem Aua-Zahn gefällt das nicht sehr gut) 😀
College und University ist das GLEICHE!! 😀 nur mit dem Unterschied, dass man an der University höhere Abschlüsse machen kann (Bachelor & Master) wohingegen das College nur bis zum Associate´s Degree geht (so in der Art Ausbildung)
es gibt hier generell weniger Leute die rauchen, das ist total angenehm. Mein College ist absolut rauchfreie Zone. Es soll jetzt ein Gesetz kommen, dass es illegal ist wenn man im Auto raucht wenn Kinder mitfahren.. (na da bin ich mal gespannt.. haha)

COLLEGE:
Judith´s und mein Orientierungstag war schon am 13.08. Und ja, es ist genauso typisch amerikanisch wie man es aus den Filmen kennt. Das totale Gewusel, witzige und nette Leute überall, gratis Essen, ein MASKOTTCHEN 🙂 und die Tische die am Stuhl befestigt sind, auf die blöderweise nicht mal mein ganzes Essen passt.. hahaha (und nein, ich bin noch nicht dick, Kris kocht fast nur Gemüse..) 😀
Am 24.08. war unser erster offizieller Tag. Judith und ich haben nur Spanisch zusammen.

Meine Kurse sind:
Introduction to Travel & Tourism
Spanish
Business
Zumba
Power Yoga

Allein heute bin ich glaube ich so gut 6 km mindestens gelaufen. Alles ist sooooo riesig, 30.000 Studenten gibt es hier. Ich habe fünf Campus Maps, dass ich nicht verloren gehe haha. Auf dem Campus gibt es einen Starbucks, einen eigenen College-Store, einen Pool & ein  Fitnesscenter das ich kostenlos nutzen kann, eine Bank, Hotelzimmer, eine eigene College-Polizei und was nicht noch alles… 😀 Dan (Host-Dad) meinte, das Campus ist ja nicht groß… Was bitte versteht dann ein Amerikaner unter großem Campus??? 😀

Als ich heute in den ersten Kurs kam (Travel & Tourism) saßen erstmal alle an ihrem Handy, Konversation gleich null. Natürlich stellte sich dann gleich heraus, dass ich die Deutsche bin. (Mein Akzent ist wohl doch noch nicht so amerikanisch-amerikanisch wie ich hoffte haha).
Der Zumba Kurs war witzig, die Leute hier waren viiiiel redseliger.
Ich bin am überlegen, einem Student Club und einem Sport-Team beizutreten. Softball (Baseball für Mädchen) gibt´s aber leider nur im Frühling. Deshalb bleibt es wahrscheinlich nur bei dem Student Club und Power Yoga und Zumba. Genug, um in Form zu bleiben hoffe ich, haha.
Ich habe  schon meine ersten Assignments (so ne Art Hausaufgaben, jedes davon wird benotet) auf, allerdings weiß ich nicht so recht wie das aussehen soll. Wir werden sehen.

Ich glaube, Spanisch wird mein Lieblingskurs. Die Lehrerin ist sehr nett. Es hört sich total lustig an, wenn Amerikaner versuchen Spanisch oder Französisch zu reden. Manchmal verstehe ich´s echt nicht 😀 Business Kurs ist so naja, Business eben. Mal sehen wie das wird. Der Lehrer ist aber witzig. Zumba macht sehr viel Spaß. Power Yoga: ich dachte ja, das ist ein bisschen schneller als das normale Yoga, aber nix da. Das erste was wir in dem Kurs gemacht haben, war ne Matte, ein Kissen und ne Decke zu nehmen um sich erstmal hinzulegen und zu entspannen 😀 ich dachte mir: ohje wo bin ich HIER gelandet?! 😀 Teilweise habe ich die Figuren nicht verstanden weil ich nicht gecheckt habe, was die Lehrerin wollte 😀 Außerdem waren da zwei Männer, die haben das wohl schon öfter gemacht, so wie die mitgemacht haben (die zwei waren danach tiefenentspannt und so) :D. Aber im Großen und Ganzen ist es sehr entspannend und tut meinem Rücken gut. 🙂 Um ein A (also Note 1) zu bekommen, muss ich sowohl in Zumba als auch hin Power Yoga nur anwesend sein, sehr lustig 😀

Soweit so gut, ich glaube, das war alles Wichtige der letzten Tage
3 Wochen sind schon wieder vergangen seit ich in den USA bin. Wahnsinn.
So, College Assignments rufen 🙂

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