#6 Homecoming, Heimatbesuch & Halloween

Ein anderer Titel für diesen Blogeintrag wäre auch: Wo ist der Oktober hin? War er überhaupt da? … Ja ganz kurz so scheint es mir 😀

Was im Oktober passiert ist: Vorstellungsgespräch, Oktoberfest, Bratwurst, Österreich gehört neuerdings zu Deutschland, Homecoming am College, meine Mama war zu Besuch und natürlich HALLOWEEN. Los geht´s 😉

Anfang Oktober mussten wir mit dem Bewerben für unser Praktikum (von Januar bis Ende Juni) beginnen. Irgendwie gar nicht so einfach, da man nicht wirklich Bekanntschaft hier hat. Meine Gastmutter hat ein paar E-Mails an Bekannte und Verwandte geschrieben. Dadurch bin ich zu einem Vorstellungsgespräch an der German International School in Chicago gekommen. Die Schule ist toll, nur leider sprechen sie dort nur deutsch und ich müsste jeden früh 1,5 Stunden mit dem Auto fahren. Bei dem Verkehr hier… äh nein danke. Außerdem war die Bezahlung zu niedrig und Cultural Vistas (meine amerikanische Agentur) hätte es mir deshalb sowieso nicht genehmigt. Info: Unsere Jobs müssen von Cultural Vistas erst genehmigt werden, da wir auf Minimum Mindestlohn arbeiten müssen hier, da wir ja gewisse Ausgaben haben. Was wiederum die ganze Bewerbungssache schwierig macht, da die meisten „Praktika“ keine Bezahlung und keine Arbeitszeit von 35-40 Stunden pro Woche vorsehen, so wie wir sie leisten müssen.
Ich hoffe, dass ich in den nächsten zwei Wochen Glück habe und was finde. Habe ein paar E-Mails geschrieben und war im Career Center des College. Ich würde gerne was im Tourismusbereich bekommen, aber im Moment ist mir im Endeffekt alles „egal“ solange ich irgendwo einen Job bekomme…
Zurück zum Vorstellungsgespräch an der Schule in Chicago: Das eigentliche lustigste und interessanteste an der ganzen Sache war die Heimfahrt. Mein Navi meinte doch glatt, es muss mich MITTEN durch Chicago schicken, schön zur Hauptverkehrszeit. Dann hat das Navi die Verbindung verloren und ich war mitten in der Innenstadt. Ganz lustig…. NICHT… hier wurde ich dann von ein paar indischen Taxifahrern angehupt 😀 Der Anblick der Skyline war allerdings toll. Habe aber zum Glück den Weg zur Autobahn trotz allem gefunden, mein Navi mochte mich dann doch wieder 🙂 😀

Oktoberfest, Schnitzel, Blasmusik & Bratwurst:
Die Amerikaner sind sogar noch verrückter mit Oktoberfest und Co. als wir glaube ich…. In jedem noch so kleinen Kaff wird Oktoberfest gefeiert. Schön mit Pseudo-Bratwurst, Pseudo-Sauerkraut, Pseudo-Brötchen, … und so weiter. 😀
Mit dem German Club vom College waren wir Anfang Oktober im Schnitzelplatz, einem deutschen Restaurant hier im Nachbarort. Das Schnitzel und die Bratkartoffeln waren meeeega lecker. Und das BROOOOT erst, richtiges Brot, kein Toastbrot das im Kühlschrank gelagert wird…. (Ja hier wird so gut wie alles von Kartoffeln, „Brot“ über Salatkörnern im Kühlschrank gelagert. Und die Kühlschranke sind kaaaaalt, wie Gefrierfächer, meinen Apfel muss ich erst 2 Stunden draußen liegen lassen, sonst ist der mir zu kalt 😀 )
Im Schnitzelplatz gab es auch eine Band, die deutsche Oktoberfest-Schlager gespielt hat. Als der Sänger rausgefunden hatte, dass Judith und ich aus Bayern kommen, meinte er, wir sollen doch dann mal singen und tanzen… Haben wir natürlich nicht gemacht 😀
Die gleiche 2-Mann-Band war dann paar Tage später bei uns im College zum College-Oktoberfest. Ganz süß, sah aus, als hätten die sich von Bayern bis hierher verlaufen 😀 (siehe Fotos).
Zum Thema Bratwurst: hier gibt´s auch Bratwurst, aber ehr so „amerikanisiert“… Brats wird die gute Bratwurst hier genannt. Dadurch vergisst der eine oder andere schonmal, dass die „Brat“ was deutsches ist eigentlich… klar, kommt vor…. 😀 hier ein Beispiel:
Am 11.10. waren wir bei Oma Noel und Opa Jack zum Mini-Oktoberfest eingeladen, es gab Sauerkraut (hat eklig geschmeckt), warmen Kartoffelsalat (auch nicht so gut), Bratwurst im „Brötchen“ (ich muss leider Brot und Brötchen in Anführungszeichen schreiben, da ich es nicht als richtiges Brot und Brötchen durchgehen lassen kann 😀 ). Die „Bratwurst“ war ganz ok. Folgender Dialog entstand dabei:
Michelle: „Hey Ann-Katrin, hast du schon jemals ne Bratwurst probiert??“
Ich: (mir sind fast die Augen rausgefallen, habe sie sowas von ungläubig angeschaut 😀 ) „Ähm, natürlich, was für ne Frage!“
Michelle: „Ach echt, die gibt´s bei euch in Deutschland auch?“
Ich: „ÄÄÄÄÄH Bratwurst IST deutsch….“
Michelle: „Ehrlich? Das ist was deutsches???? Wusste ich gar nicht“…….
(Kein weiterer Kommentar hierzu, außer vielleicht: damit ziehe ich sie jetzt immer auf 😀 ) Zu gut

In der Kinderbetreuung der Kirche sind auch immer High School Schüler dabei, um erste Erfahrungen in der Freiwillgenarbeit zu sammeln. Eines der Mädchen hat mich gefragt wo ich herkomme, ich meinte Deutschland. Ihre Antwort: „Achja Österreich ist Deutschland, stimmt´s?“
Habe mal wieder total ungläubig geschaut und ihr erklärt, dass die Österreicher zwar deutsch sprechen, aber sie nicht zu uns gehören sondern nur unser Nachbarland sind….. Ich würde ja nur zu gerne mal ein paar High School Schülern und College Studenten eine Europa- oder Weltkarte geben, wäre total interessant…. oder ehr traurig, glaube das trifft es ehr 😀

Homecoming Week:
In der Woche vom 12. – 17. Oktober war homecoming am College.
Was ist homecoming? Die Tradition, ehemalige Schüler wieder an der Schule zu „begrüßen“. Also sozusagen ein großes Klassentreffen für ehemalige Schüler aus bestimmten Jahrgängen. Es gibt täglich verschiedene Aktionen und ein großes Football Game am Ende der Woche.

Von Montag bis Donnerstag gab es jeden Tag eine andere Aktion und gratis Essen 🙂
Am Montag spielte eine Band und es gab running tacos (Fotos), Dienstag konnte man Essenspäckchen für Bedürftige packen und es gab Caramel Apples (normale Äpfel sind ja zu gesund und langweilig 😀 ), Mittwoch gab es verschiedene Spiele sowie Pizza am Stiel und Fudge Puppies (war beides irgendwie der gleiche Teig meiner Meinung nach, nur einmal herzhaft und einmal süß), Donnerstag konnte man T-Shirts machen, sich Henna Tattoos stechen lassen und Eis und Cupcakes essen.
Freitagabend gab es dann für die Ehemaligen ein Konzert im college-eigenen Theater.
Samstag war dann das Football Game und es gab wieder kostenloses Essen, kostenlose Tröten, Glocken, Pom-Poms, etc. um die Mannschaft anzufeuern. Und eine Art Trampolin-Challenge sag ich jetzt mal. Um das mal machen zu dürfen, musste man erst einen Zettel (Waiver) ausfüllen und unterschreiben, dass man auch selbst verantwortlich ist wenn was passiert.. Ja ja die Amis, Hauptsache sich keine Schuld nachweisen lassen… 😀
Freitag (16.10.) ging es für mich zum Flughafen, da meine Mama zu Besuch kam 🙂
Die habe ich dann Samstag gleich mal zum Spiel und Tailgating  mitgeschleppt.
Was ist Tailgating? Vor Footballspielen (und auch danach) versammelt man sich auf dem Parkplatz um schonmal Stimmung zu machen und zu essen. (Als ich bei dem High School Football Spiel war haben ein paar Typen nach dem Spiel einen Grill auf ihren Pick-ups aufgebaut und dort gegrillt, verrückt 😀 )
Vom College war sie mehr als beeindruckt, das ist alles so riesig hier. Und natürlich von all dem kostenlosen Zeug beim Spiel. Unser Team (die Chaparrals) haben leider verloren… Hier ein paar Fotos:

Mama zu Besuch:
In den 12 Tagen haben wir ziemlich viel gemacht. Shoppen stand natürlich mit auf dem Plan. In Chicago waren wir zweimal und wir sind zu Starved Rock gefahren, einem kleinen Nationalpark 1,5 Stunden von Aurora entfernt. Hier ein paar Bilder, die sagen mehr als ein langer Text 🙂

Halloween:
Donnerstag (29.10.) konnte man im College Trick or Treat´n gehen, man musste sich ne Liste holen wo es Süßigkeiten gibt und dann ging´s los. Total cool 🙂
Am Freitag, den 30.10. war ich  auf einem Zumba-Event (Zumbathon), das meine Zumba-Lehrerin „veranstaltete“. Ich wollte hingehen, da Emily aus Zumba hinging (die aber dann nicht konnte) und weil man 2 Extrapunkte für Zumba bekam 😀 Der ganze Spaß hat 20$ gekostet und ging als Spende an die Brustkrebsforschung (Oktober ist breast cancer awareness month). Preise konnte man auch gewinnen. Ich frage mich nur, ob dann nochwas für die Forschung übrig geblieben ist von dem Eintrittsgeld, da die Preise einen viiiiiiiiel höheren Wert hatten als die Teilnehmer die da waren und je 20$ gezahlt haben (ich schätze es waren so 40 Leute)….. Naja, nachdem man dann mal wieder so einen Waiver unterschrieben hatte, dass man für alles selbst verantwortlich ist, ging der Spaß los. Es war eigentlich echt lustig.
Danach bin ich noch ins College zur Halloween-Party gefahren. Naja, cool dekoriert und viel gratis Essen und Trinken (klar sonst kommt keiner 😀 ) aber spannend war es nicht so.

Der 31.10. an sich war nicht soooo spannend (leider), da es stark geregnet hatte und wir somit nicht mit JJ und Claire um die Häuser ziehen konnten um nach Trick or Treat zu fragen, wie eigentlich geplant.
Ich saß abends auf unserer Treppe und habe gewartet bis Kinder kamen. Ein paar Straßen weiter ist ein Haus, das total verrückt dekoriert ist (siehe Fotos). Abby und ich sind hingefahren da ich nochmal ein paar gute Fotos machen wollte und schauen wollte, ob die Hausbesitzer irgendwas gruseliges machen wenn Kinder kommen. Irgendwann standen wir dann IM HAUS 🙂 OOOOH meine Güte, das war der Wahnsinn. Die sind verrückt. ALLES aber auch wirklich alles war mit Halloween dekoriert. Sogar im Bad der Klopapierhalter war ein Halloween-Halter.
Die Hausbesitzerin hat dann erzählt, dass sie im JUNI !!!!!! damit anfängt und es nach Halloween noch so 2 Wochen lässt. Zu Weihnachten macht sie genau das gleiche, allerdings nicht jedes Jahr (ich hoffe sie macht es dieses, hihihihi). Ihr Mann war wirklich verkleidet und hat die Kinder „erschreckt“ und wenn man nach Süßigkeiten aus der Schüssel greifen wollte, hat einen eine Skelett-Hand gepackt. Verrückt 😀

Am Sonntag (1.11.) sind Abby, Michelle und ich in ein Haunted House (Basement of the Dead), das ist das beste in der Region hier. Ich war ganz überrascht, dass ich als wir drin waren gar nicht mehr soooo viel Angst hatte (ja ja, ich bin ein Schisser 😀 ). Lag aber auch daran, da ich zwischen Abby und Michelle gelaufen bin (ja ich gebe zu, Händchen haltend, haha) und Abby schon drin war und somit wusste wann was kommt. Und wir waren ne Gruppe, also immer wenn die vor uns geschrieen haben wusste ich, dass da was ist wo man schreien muss/soll haha 😀 An sich war das wirklich cool, total gut aufgemacht und dekoriert. Am Schluss hat man Brillen bekommen um die Leuchtfarben zu sehen, mit denen die Horror-Clowns geschminkt waren und die Räume bemalt waren.

Kürbisse haben wir dann die Woche drauf ähm.. mir fällt das deutsche Wort nicht ein, ohje 😀 Also Kürbisse haben wir gemacht mit Muster und so, du verstehen. Ich kann kein Deutsch mehr 😀 gestern musste ich sogar überlegen ob man Willkommen mit einem oder zwei L schreibt 😀 Jedenfalls, ein Kürbis hat am 1.11. nur noch 1$ im Walmart gekostet, egal, ist ja was „herbstliches“.
Jetzt liegen die ganzen Kürbis-Innereien (igitt, hört sich komisch an…) im Kühlschrank und irgendwer soll Pumpkin-Pie machen… Da ich aber Angst habe das Raumschiff von Ofen zu bedienen und eh nicht weiß, wie man Pumpkin-Pie macht, lass ich das lieber, nicht, dass der Ofen wirklich noch ins All abhebt 😉 😀 hahahaha

Soweit so gut, mehr fällt mir nicht ein für Oktober, ich sage ja, der war kaum da 😀 Es ist schon wieder der 11. November. UUUUUUND was macht man am 11.11.???? na klar, den Fasching einläuten und ich bin nicht daaaaaaa 🙁 🙁

Achja, wenn ihr den Eintrag lest ( 12.11.) ist schon mein 100. Tag hier. Ich glaub´s nicht. 🙂

bis demnächst und HELAUUUUUUUUUUUUUUUUUU 🙂

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