# 11 Ich hab‘ da ja auch noch einen Blog… :-)

Schon fast 4  Monate her seit meinem letzten Eintrag, hoppla, wo ist die Zeit hin? Da die Zeit rennt, steht Blogschreiben nicht uuuunbediiiingt an erster Stelle, hihi 😀

Da aber einiges passiert ist, gibt es mal wieder ein Update von mir.
Chicago-Verkehr (Autobahn!!), St. Patrick’s Day (man liegt das weit zurück, haha), Hesed House (ein Obdachlosenheim in dem ich neuerdings (ja gut, seit 22.3. 😉 ) mithelfe), Ostern, mein 21. Geburtstag, und noch so ein paar allgemeine Dinge. Los geht’s:

Die Arbeit und der Verkehr auf Chicago’s Autobahnen:
Ich arbeite mittlerweile seit 5,5 Monaten, ich kann das gar nicht glauben, jetzt sind nur noch ein paar TAGE Arbeit übrig und dann geht es in den Reisemonat. Da ich meist immer noch nicht viel zu tun habe, bin ich froh, wenn ich endlich nicht mehr arbeiten muss, aber andererseits möchte ich nicht, dass die Zeit so schnell rumgeht. Ich will noch niiiiiiiicht zurück 🙁  Viel mehr gibt es von der Arbeit nicht zu erzählen….

Ich muss täglich ca. 50 Minuten zur Arbeit fahren und brauche 60 – 85 Minuten nach Hause. Alles Dank dem Verkehr hier. Das ist der Wahnsinn. Hier sind täglich so viele Autos unterwegs, das hat man in Deutschland nur, wenn’s in den Ferien in den Urlaub geht. Es würde sich auch nicht ständig stauen, wenn die netten Leute hier das Einfädelsystem richtig verstehen würden, bzw. die Autobahnbauer nicht so dumme Ein- und Ausfahrten konstruiert hätten. Hierzu eine kleine Aufzeichnung  von mir zum besseren Verständnis. (P.S. ich kann NICHT malen, haha).
Dann gibt es da auch so ein paar ganz Schlaue, die die Ausfahrtspur als Überholspur nutzen, natürlich werden diese Spezialisten dann nicht im Reißverschlussverfahren in die linke Spur gelassen, so dass sie anhalten müssen, wodurch sich wieder alles aufstaut…
Was hier auch ein Fremdwort ist, ist Sicherheitsabstand. Aber gut, wenn den jeder  hier einhalten würde, würden die Autoschlangen bis nach Kanada stehen… 😀 Gut Moment, Korrektur: Sicherheitsabstand wird an Ampeln eingehalten, daaaa ist das ja auch nötig.. NICHT.. Man bleibt einfach zwei autolängen zum Vordermann entfernt, das ist an einer Ampel ja auch ganz wichtig, dass man ja nicht den Vordermann beobachtet, wie er sich in der Nase popelt oder auf dem Handy tippt, hahaha 😀 Da könnte ich mich jedes Mal aufregen, wie blöd, das Szenario verursacht dann unter anderem den ganzen Stau, da die Autos nicht aufrutschen können, weil irgend so ein Depp bzw. Deppen nen halben Kilometer von der Ampellinie/den anderen Autos entfernt stehen bleibt. Die Spezialisten die das machen, rutschen dann immer mal wieder einen Millimeter auf, weil ihnen einfällt „ach hoppla ich kann ja mal bisschen aufrutschen“.. Das ist dann genauso nervig und bescheuert..

Kurze Zusammenfassung was bis zum St. Patrick’s Day noch so passiert ist:
Wöchentliches Wetterchaos: Schnee – Sonne – Schnee – Sonne. Claire’s (meine Gast-Cousine) 4. Geburtstag, was  total süß war: Zu jedem Geschenk hat sie total begeistert gesagt: „Daaaas wollte ich schon iiiiimmer haben“, obwohl sie manchmal gar nicht wusste, was es überhaupt ist 😀 zu goldig 🙂 Im Februar ist mein Gastbruder Bobby ausgezogen, nachdem er endlich einen Job in Downtown (Chicago) gefunden hat.

Bildschirmfoto 2016-06-13 um 16.33.41 Michelle und ich, das war im FEBRUAR 😀

St. Patrick’s Day (17.03.2016):
Der irische Nationalfeiertag. Chicago ist bekannt dafür, den Chicago River giftgrün zu färben und eine Parade abzuhalten. Das fand schon am Samstag, den 12.03. statt. An dem Wochenende war Ann-Kathrin bei mir und wir haben uns mit 5 anderen PPP’lern in Chicago getroffen, um uns das ganze Spektakel live anzusehen. Der Fluss war richtig cool, die Parade eine Enttäuschung. Chicago war an dem Tag so vollgestopft – vor allem mit mega betrunkenen U21-Jährigen – das war nicht mehr schön. Von der Parade haben wir aufgrund der vielen Leute nicht viel gesehen, und als wir uns dann bis nach ganz vorne durchgequetscht hatten, kamen nur noch langweilige Wägen. Bis auf den einen verrückten Typ (siehe Foto) war die Parade wirklich nicht der Hit. Aber immerhin können wir jetzt sagen, dass wir den St. Patrick’s Day in Chicago miterlebt haben. Im Großen und Ganzen war es ein schönes Erlebnis.

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Ostereier färben und Ostersonntag:
Ein paar Tage vor Ostern haben Abby, Michelle und ich Ostereier gefärbt. Anstatt die Eier einfach nur in die Farbe zu werfen, haben wir sie vorher mit einem Wachsstift verziert, so dass sie dann coole Muster hatten. Das hat echt Spaß gemacht, Abby schickt mir nächstes Jahr einen Wachsstift, so dass ich keine langweiligen Ostereier habe haha 😀
Am Ostersonntag waren wir früh in der Kirche, der Gottesdienst war mehr eine Party als Gottesdienst, total cool 😀 . Anschließend waren wir bei Tante Kate zum Brunchen mit der ganzen Familie. JJ und Claire haben Ostereier im Haus versteckt für die Erwachsenen, das war ziemlich süß. Zu Essen gab es mal wieder mehr als genug. Auch durfte ich dann die ganzen gekochten Ostereier essen, da Amerikaner normal keine gekochten Eier essen… Michelle hat nur das Eiweiß gegessen und das Eigelb mir gegeben oder weggeschmissen 😀 Ich brauche definitv demnächst nicht so schnell wieder ein gekochtes Ei, da wir die von JJ und Claire auch noch mitbekommen haben 😀

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Mein 21. Geburtstag
Nach 8 langen Monaten des Wartens in den USA war es am 4.4. dann endlich soweit, ich durfte endlich offiziell und ganz legal in den USA trinken 😀 Wuhuuu 😀
Am Sonntag, 3.4. war ich um 17 Uhr mit Emily (Freundin vom College) essen, um meinen „Deutsche-Uhrzeit“ Geburtstag zu feiern, denn 17 Uhr Chicago ist 0:00 Uhr Deutschland. Hihi, somit hatte ich 7 Stunden länger Geburtstag 🙂
Als ich dann am Montag früh aufgestanden bin, wurde ich erstmal mit Luftballons und Girlanden vor meinem Zimmer und im ganzen Haus überrascht, die Michelle nachts von 2 – 7 Uhr früh aufgehängt hat. Es hat so lange gedauert, da ihr die Farben die sie gekauft hatte nicht gefallen haben, also ist sie nachts um 4 !! nochmal zu Walmart um andere Ballons zu kaufen, die dann farblich besser zu den Schleifen gepasst haben 😀 Um 7 ist sie dann ins Bett und ich bin natürlich um 8:30 Uhr zu ihr ins Bett gekrochen, da ich nicht wusste, dass sie vor 1,5 Stunden erst ins Bett ist 😀 Uppsiiii 🙂
Nachdem Michelle sich den Tag extra freigenommen hatte, sind wir dann um 11 Uhr frühstücken gegangen. Anschließend habe ich mit meiner Familie in Deutschland geskyped und Geschenke aufgemacht. Danach sind wir zum Supermarkt und ich habe – natürlich – einen Sixpack Hard Lemonade (Limonade mit Alkohol) gekauft, nachdem ich das jetzt offiziell darf 😀 . Als gegen Abend dann alle nach Hause gekommen sind, gab es Chili (hatte ich mir gewünscht, Kris‘ Chili ist mega gut und nicht scharf) und einen Geburtstagsbrownie mit Eis.
Von Michelle habe ich eine total süße Karte, einen Gutschein, Bob (Minion), US Cups (Maßeinheiten für’s Backen), sowie meinen hässlichen Weihnachtspulli bekommen 😀 . (Der Pulli kam leider erst im Februar per Post, deshalb hat sie gewartet und ihn mir zum Geburtstag geschenkt).
Von Kris und Dan habe ich eine Halskette, passende Ohrringe und einen Walmart Gutschein bekommen (ja ich liebe Walmart, mein meistes Geld geht u.a. dort hin 😀 ).
Abby hat mir am nächsten Tag und Samstag alle Getränke und sonstiges bezahlt.
Am 5.4. waren wir Moonlight bowlen und Samstag (9.4.) konnten mich Abby und Michelle endlich in eine Bar mitnehmen 🙂 . Die Drinks hier sind ganz schön teuer hier…
So viel dazu, hier noch ein paar Bilder 🙂

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Community Service / Volunteer Work (Ehrenamtliche Arbeit): 
Zuerst zur Kinderbetreuung in der Kirche: Ich liebe die Kinderchens 🙂 Die sind sooooo goldig 🙂 Habe ein paar Lieblingszwerge, wovon mein Lieblingsmädchen (Ella)  nicht mehr kommt, das war ein Schock 🙁 😀 Aber da gibt es ja noch Paisley (2,5), die kleine ist total witzig. Die redet wie ein Wasserfall, und auch immer ganz höflich mit bitte und danke (ich finde, manche amerikanischen Kinder sind definitv höflicher als  viele deutsche Kids in dem Alter). Neulich hat sie sich in der Spielekiste versteckt und den Deckel zugemacht 😀 .
Das eigentlich Lustige: Die Kinder bekommen einen Aufkleber auf ihren Rücken mit Alter, Name, etc. Man kann auch angeben, ob sie lernen, auf’s Töpfchen zu gehen. Neulich meinte Paisley’s Mutter dann zu mir: „Oh and she is potty-training, she talks about it the whole time“ (sie lernt gerade auf’s Töpfchen zu gehen, sie redet die ganze Zeit darüber). Daraufhin habe ich doch ernsthaft geantwortet: „Oh yes alright that’s super great! Awesome Paisley“ (OK alles klar, das ist wirklich super toll Paisley). Und in der nächsten Sekunde dachte ich mir nur: Hilfe, kam das wirklich gerade aus meinem Mund??? 😀 Ich habe mir wohl definitv schon ziemlich viel von dieser amerikanischen „Überschwinglichkeit“ angeeignet. Musste über mich selbst lachen 😀

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Hesed House Obdachlosenheim: (ich bin mal faul bzw. ehr produktiv und schnell und kopiere einen Teil aus meinem Abschlussbericht, hahahaha 😀 ) Seit März helfe ich wöchentlich im Hesed House in Aurora. Hier bekommen Obdachlose 3 Mahlzeiten am Tag, können dort übernachten und duschen, bekommen Medikamente, Kleidung und alles, was sonst noch nötig ist. Ich helfe beim Frühstück, dann bin ich meist in der Ausgabe für Duschgel, Zahnpasta, Handtücher, Medikamente und Co. Momentan bin ich die zweitjüngste Helferin dort. Die anderen Helfer sind über 60 und total nett. Sharon, eine der Damen, findet immer irgendwas zu tun oder zu sortieren. Neue Handtücher, gespendte Kosmetikartikel, etc. Das ist Wahnsinn, wie viele Spenden eingehen, das ist so toll. Neulich hat wer 1.500 kleine Zahnpasten gespendet. Aber das wird auch ständig gebraucht. Um 12 gibt es dann ein warmes Mittagessen, ich helfe, das Essen auszuschöpfen und Leuten mit Krücken das Essen an den Tisch zu tragen.
Manche Schicksale sind wirklich  tragisch.. Neulich erfuhr eine Frau, dass ihr Krebs wieder da ist… Natürlich kann sie sich die Behandlung nicht leisten.. Das war so traurig.
Manche fragen mich wie’s mir geht und wie mein Tag läuft, wenn ich dann die Gegenfrage stellen, kommt meist: „Willst du das wirklich wissen?“ .. Das macht mich immer ganz traurig..
Meist habe ich erzählt, dass ich aus Deutschland und einem kleinen Ort in Bayern komme. Niemals hätte ich damit gerechnet, dass einer der Obdachlosen doch tatsächlich Würzburg (die nächstgrößere Stadt) kennt und ein paar Worte deutsch kann. Das war sehr beeindruckend und er freut sich jedes Mal, wenn ich ihm von Deutschland und all den Sehenswürdigkeiten erzähle. Er meinte, eines Tages möchte er mal nach Deutschland reisen. Nun habe ich erfahren, dass er schon seit 24 Jahren !! ein Gast im Obdachlosenheim ist….. Wow…
Ein anderer Gast erzählte mir, dass er Gedichte schreibe und sein Buch auf Amazon verkaufe. Ich habe ihm erst nicht geglaubt, bis er dann tatsächlich mit seinem Gedichtebuch ankam und es mir schenkte. Er meinte, ich solle den Leuten In Deutschland davon erzählen, dass er dort ein paar verkaufen kann. Im Buch hat er mir ein paar persönliche Zeilen geschrieben sowie „Danka“ (Danke). Jedes Mal wenn ich das Buch aufmache und die kleine Nachricht lese, zaubert es mir ein Lächeln ins Gesicht. Das ist das beste „Souvenir“, das ich haben könnte, denn es ist nicht einfach nur ein gekauftes Etwas sondern es erzählt eine rührende Geschichte.
Das Obdachlosenheim war eine so gute Erfahrung. Hierbei lernt man wahrlich zu schätzen, wie gut man es im eigenen Zuhause hat. Momentan sind für 8 Wochen zwei Studentinnen (Ally und Rose) im Hesed House, um credits für´s College zu sammeln. Total super, Mädels in meinem Alter zu haben, letztes Wochenende (11.6.) (Achtung ich bin aktuell haha! 😀 ) waren wir z. B. Eisessen.

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So Eintrag 1 von 2. Und gleich zum Nächsten 🙂

 

 

 

 

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