Von Brücke zu Brücke

Moin dann,

Soo heute erzähle ich euch erst mal davon wie ich ins neue Jahr gekommen bin. Wie ich schon im letzten Beitrag gesagt hatte, sind Basti Maggie und ich dafür nach San Francisco runter geflogen. Alleine schon der Flug ist nen Satz wert. Geflogen sind wir wieder von Bellingham, der Regional Flughafen in unserer Nähe. Ich mag es echt von da aus zu fliegen, alles ist so klein und übersichtlich. Also sind wir auch erst 20 min vor Departure dort hingefahren. Die Frau die uns eingecheckt hat, hat auch das Departure gemacht, die Koffer mit in das Flugzeug geladen und die Treppe an das Flugzeug gefahren. Sehr abwechslungsreicher Job!

Von da aus sind wir aber nicht direkt nach San Francisco geflogen, sondern erst nach Seattle mit einer kleinen Propellermaschine. Das ist quasi als wenn man bei uns von Weeze nach Düsseldorf fliegt. 25 min. Tiefflug. War echt cool die neue Heimat mal von oben zu sehen.

In San Franzisco dann nachts angekommen sind wir nur noch zum damaligen Gastvater von Maggie´s Homestaytour gefahren wo wir die Tage um sonst verbringen durften. Er hieß Jessie und war vor drei Jahren selber in Deutschland mit demselben Programm. Er wohnte in einem Typischen San Francisco Haus im Schwulenviertel der Stadt. (Er war nicht Schwul)

Er wohnte mit 7 anderen in diesem Haus. Die Häuser sehen zwar nicht danach aus aber sie sind sehr groß in der Höhe, meistens so 4 Stockwerke, und in der Tiefe. Es war also genug Platz für uns. Das nächste Ding war dann noch das das Haus am Hang stand und man vom Dach die ganze Stadt sehen konnte. Echt toll!!! Es ist dort normal, dass man auf die Dächer der Häuser ohne weiteres über die Feuerwehrleiter kommt. Für mich macht es zwar kein sein bei einem Feuer in einem Holzhaus aufs Dach zu klettern, aber wenn es nicht brennt ist es eine geile Möglichkeit.

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Zurück zum Geschehen. Der nächste Tag (31.12) haben wir größten Teils damit verbracht die California Academy of Sciences zu Besuchen. Da wir ja schon die meisten Sehenswürdigkeiten im Sommer erledigt haben, wollten wir jetzt mal etwas spezifischer werden. Die Academy ist eig. ein sehr großes, modernes Naturkundemuseum mit Aquarien, Tropenhäusern, Tierausstellungen und einem Planetarium. Wir haben dort echt den ganzen Tag verbracht weil es dort so unwahrscheinlich viel zum Entdecken gab, z.B. Hatten die einen Albino Alligator, hat man nicht alle Tage vors gesicht. Dann das Planetarium war der Hammer!! Die ersten Sekunden dort wurde mir ein wenig schlecht und ich hab gedacht das ich Brechen muss, weil einfach so ungewohnt war. Man kann sich das so vorstellen:

Man sitzt in einem Kino aber die Leinwand ist wie eine Kugel komplett um einem herum. Echt Wahnsinn. Als wir dann damit so durchs All geflogen sind hat sich mein Wohlbefinden auch wieder gebessert.

Man hat total das Gefühl für den Tag verloren weil man so damit beschäftigt war irgendwas sich anzugucken oder irgendwas anderes ausprobieren, doch als dann um 3 Uhr nachmittags die What´s App Mitteilungen aus der Heimat kamen, wurde man wieder mit dem eig. Sinn des Tages konfrontiert und uns ist eingefallen das wir noch einkaufen mussten. Also raus aus dem Laden, ich hätte locker noch den ganzen Tag dort verbringen können.

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Beim Einkaufen haben wir dann auch Kontakt mit der Judith aus Chicago aufgenommen, da ich wusste das sie Silvester auch hier ist und mit ihr zusammen feiern wollten. Also ein paar Getränke gekauft, Judith eingesammelt und ab ins Haus, heiter und schick machen.

Eine Dusche und nen Karton Bier später (die kennen hier keinen Kasten, hier wird das alles nur in Kartons verkauft, sagt ja eig. schon alles aus….) gings runter in die Stadt, zum Pier, da wir das Feuerwerk sehen wollten und danach in ein Club gehen wollten. Und dann war es soweit, links die Golden Gate Bridge, rechts Alcatraz, direkt am Pier, sternenklarer Himmel und die Flasche Sekt im Anschlag bereit. Kurz das vergangene, echt kranke Jahr Reveu passieren lassen. Hätte mir einer vor einem Jahr auf Silvester gesagt, dass ich dieses in San Francisco mit 3 guten Freunden feiere die ich bis dahin erst ein paar Monate kenne und schon die halbe USA gesehen hab, hätte ich für Ramm Dörnig erklärt, aber jetzt stehe ich hier und wir zählen runter 3. 2. 1. Happy New Year.  Und Freunde was ein Feuerwerk!!!

Leider auf der anderen Seite der Stadt, und da San Franzisco ja auf einem Berg liegt und wie alle Amerikanischen Städte mit Wolkenkratzer versehen ist haben wir davon nichts mitbekommen… Ich sach watt ne scheiße, datt gibbet doch nich. Da fliegt man extra hier runter und watt is? Bekommst das Feuerwerk nich mit. Aber ich mein welcher Vollidiot legt das denn auf die andere Seite der Stadt?! Wenn ich mir so die Städte der Welt bei Silvester Vorstelle hab ich bei Sydney die Oper vor Augen, bei Berlin das Brandenburger Tor und bei New York den Times Square also wäre es ja nur Logisch San Franzisco = Golden Gate Bridge, aber natürlich war es nicht so. Das Jahr fing für mich schon Bombig an! Vorfallendingen ist es witzig, da wir wahrscheinlich vom Dach des Hauses ne super Sicht gehabt hätten….  Wenigsten waren wir nicht die einzigen Vollidioten die verdutzt am Pier standen. Also dann eben die Flasche Sekt im Dunkeln geleert und ab in Club!

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Golden Gate Bridge um 0:10….

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Ansich war es echt witzig dort feiern zu gehen, der Club war Countrymusikmäßig angehaucht also mal was anderes zu den normalerweise Hip Hop spielenden Clubs.

Nach einer langen Nacht wachten wir dann alle etwas verkatert und müde auf, aber da es wie an den Tagen zuvor auch bomben Wetter hatten, genauso wie ich es mag: Knackig kalt und wolkenloser Himmel mit Sonne, konnten wir heute keinen Katertag auf der Couch machen. Wir Beschlossen einen Spaziergang durch das Viertel zu machen. Unser Ziel ist waren die Painted Ladys.

Echt es war so wundervoll einfach durch die Seitenstraßen der Stadt zu laufen, die Sonne zu genießen und sich an farbenfrohen Häuser zu erfreuen. Nachdem wir die Ladys gesehen haben, suchten wir ein Restaurant auf, um ein kräftiges Brunch zu sich zu nehmen. Wirklich es war einer der Tage wo man alles Vergisst und nur den Tag vorbeiziehen lässt und sich an den kleinen Dingen, die man hier überall findet beim durchlaufen der Blocks, erfreut und sich mit den anderen über Gott und die Welt beim Laufen unterhält.

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Die Painted Lady´s

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Am späten Nachmittag hieß es aber auch schon Abschied nehmen von Jessie, Judith und dieser wunderschönen Stadt. Bis zum nächsten Mal…

 

So zwei Wochen später kommt Timon aus Portland auf die Idee mal wieder im Olympic National Park zu wandern. Ich sach kein Thema, sach mir wann und wo und ich werde mit Basti da sein. Auf die Frage Wann haben wir uns auf das vergangene Wochenende Geeinigt. Doch bei der Frage Wo war ich bei seiner Antwort überrascht, nachdenklich und Feuer und Flamme zugleich.

Das Ziel war die Vance Creek Bridge, zweit Höchste Eisenbahnbrücke der USA, die seit den 70er nicht mehr im Betrieb ist. War zwar nicht alles ganz legal aber naja gesagt getan. Ab ins Auto früh morgens und die drei Stunden zum National Park rüber gefahren. Für unsere Verhältnisse eine völlig normale Distance für nen Samtagsausflug. Als wir uns dann in einer kleinen Stadt nahe des Ziels mit Alex, eine Freundin von Timon aus Portland, die wir aber auch schon gut kennen, und Timon getroffen haben, sind wir mit einem Auto zusammen in den National Park gefahren. An mehreren Weißkopfseeadlern vorbei, die hier rast machen auf dem Weg von Alaska nach Kalifornien und auf die Lachse warteten. Als wir am Punkt angelangt waren, wo uns da Internet hingeführt hat, mussten wir nun an zu Fuß gehen. Einmal quer durch den Wald, Berg ab und Berg auf, über kleine Bäche springen und über Bäume klettern eine gute halbe Stunde und dann war sie da.

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Wirklich ein imposantes Bauwerk, 114m hoch, 144m lang und mittlerweile 110 Jahre alt. Beim Betreten der Brücke hat man schon Dreimal hingeguckt, welche Bahnschwelle gut aussah und welche zu Morsch aussah. Teilweise fehlte eine. Ich muss sagen es war echt beängstigen wenn man runtergeguckt hat, und sich untereinem bis auf eine Stahlkonstruktion bis zum Bach nichts mehr befand.Aber was ein atemberaubender Ausblick von dort oben. Wir beobachteten, wie sich die Nebelfelder zwischen den Bergen durch quetschten.

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Dann einmal in der Mitte der Brücke am Rand hingesetzt und die Beine baumeln lassen. Was ein Krankes Gefühl….

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Leider hat uns dann der aufziehende Starkregen von der Brück verscheucht, da es die Bahnschwellen auch noch glitschig machte.

Das war wirklich ein kleines Abenteuer.

Den restlichen Abend haben wir dann noch in einem Restaurant in unserer State-Hauptstadt Olympia verbracht, nachdem wir unsere Klamotten in einer Wäscherei in den Trockener geschmissen haben, weil wir wirklich Patsch Nass waren.

Olympia ist wie die anderen großen Städte hier auch sehr vom Hipsterstyle geprägt, aber trotzdem eine sehenswürdige Stadt.

 

Datt wahet dann auch schonwieder von mir.

Bleibt sauber und geschmeidig

 

Euer Broti

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