Über meinen Bundestagsabgeordneten Patrick Schnieder

Diesen Beitrag widme ich meinem Bundestagsabgeordneten, der es mir ermöglicht hat, das einzigartige Jahr in den USA verbringen zu dürfen.

Patrick Schnieder repräsentiert den Wahlkreis 203, zu dem mein Eifelkreis zählt, seit nunmehr sechs Jahren. Seit seiner Wahl engangiert er sich sehr intensiv um die Interessen seiner Wähler. Durch seine Mitgliedschaft im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur ist er beispielsweise maßgeblich am Ausbau der Breitbandversorgung aller ländlichen Regionen beteiligt. Dank seiner Rolle in der Landespolitik ist er, neben der Spitzenkandidatin für das Amt der  Ministerpräsidentin, hauptsächlich für die derzeitig hohen Umfragewerten der CDU Rheinland-Pfalz verantwortlich.

Ich bin Herrn Schnieder überaus dankbar, dass er mir das Stipendium ermöglicht hat. Ich wünsche ihm eine weiterhin erfolgreiche berufliche Zukunft und vor allem Gesundheit und persönliches Glück.

 

Auto und College; Wochen vom 24.08 bis 13.09.

Hey there! Der heutige Eintrag wird sicher was länger, da es doch viel zu erzählen gibt. Morgen startet meine sechste (!) Woche in den Staaten und es ist einfach wahnsinnig wie schnell die Zeit hier vergeht- viel zu schnell. In den letzten Wochen ist einiges passiert, fangen wir chronologisch an.

Habe ich mich beim letzten Blogeintrag noch über ein fehlendes Auto beschwert, kann ich euch heute meinen geliebten 1994 Ford Crown Victoria vorstellen. Für die männlichen Leser unter euch noch folgende Information: V8, 4,6 Liter Hubraum. Für die weiblichen Leser: es ist weiß

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Der Kauf ist mehr oder weniger spontan gewesen. Morgens in Craigslist gelesen, abends, am 26.08.2015 um 19:07 Uhr, habe ich die Schlüssel in Empfang genommen. Neue Reifen sind drauf gewesen, 80.000 Meilen. Meiner Meinung nach hält der Motor ein Leben lang- eben wie ein kleiner Bulldogmotor. Hab des Auto zum checken in die Werkstatt gefahren und diverse Teile – hauptsächlich Verschleißteile- wurden erneuert. Nach dem Autokauf ist aber auch vor dem Versicherungskauf. Die sind echt ein wenig teurer hier als in Deutschland, was aber auch mit der sog. Insurance-history zu tun hat. Da ich eine solche in den Staaten nicht nachweisen kann, bezahle ich entsprechend mehr. Ein weiterer nicht unwesentlicher Kostenfaktor ist das Anmelden, Steuern und die Kennzeichen des Autos. Letztendlich habe ich das aber auch alles hinter mir, das Auto ist im guten Zustand und jetzt kann es richtig losgehen. Das rollende Sofa ist echt gut geeignet für längere Routen. Und wegen des hier billigeren Spritpreises (z. Zt. eine Gallone[= ca. 3,8 Liter] käuflich erwerbbar für weniger als $3; Stand: 09-14-2015) relativiert sich mein Spritverbrauch wieder. Ich bin mir nicht sicher, aber ich gehe von nem Verbrauch von 11-13 Litern/ 100 km aus.

 

Seit dem 24.08. besuche ich das Harper College in Palatine, Illinois. Jährlich studieren dort ca 40.000 junge Menschen nach der High School und verbringen in der Regel 2 Jahre dort, ehe sie entweder auf eine Universität oder auf ein College wechseln, wo sie den Bachelor’s degree erwerben können. Anders als in Deutschland müssen die meisten Studenten in Amerika für Ihre Schulbildung bezahlen; abhängig von den Fächern, die man studieren möchte, kostet ein Kurs zwischen 1 und 4 (oder sogar noch mehr) credit points. Am Harper College kostet ein Credit Point um die $450 und ein Student studiert Vollzeit ab 12 Credit Points. Meine Fächer für das Fall-Semester sind Accounting, Financial Institution Operations, American Politcs & Government und Career development, welche vollständig vom Stipendium finanziert werden. Mein Stundenplan bis zum 18.12.2015: Dienstags von 08.00 Uhr bis 11.40 Uhr, Mittwochs (aber erst ab dem 23.09.) von 18.00 Uhr bis 21.30 Uhr und Donnerstags von 08.00 Uhr bis 11.40 Uhr. Anders als  für die Classes muss ich für meine Schulbücher selbst die Kosten tragen. Damit ihr eine Vorstellung habt von den Preisen, hier zwei links zu meinem Accounting und zu meinem Financial Institution Operations Textbooks. Da der Campus nur 6 Meilen entfernt ist, nehme ich regelmäßig mein Fahrrad zum College, ein im Generellen sehr beliebtes Fortbewegungsmittel bei uns hier und bei den Leuten allgemein in den burbs- da soll noch einer sagen, dass die Amerikaner überall mit ihrem Auto hinfahren.

Das Leben am College ist nur bedingt mit dem deutschen Studentenleben vergleichbar. Viele Studenten besitzen einen (Aushilfs-) job, um sich die Kosten leisten zu können. Daher sind viele darauf aus, den Unterricht und das College so schnell wie möglich zu verlassen, um z.B. zur Arbeit zu fahren. Der nach wie vor beste Weg, um nachhaltige Kontakte zu knüpfen, ist das Beitreten einiger Studentenclubs. Ich denke ich werde dem German Club und dem Business and Entrepreneurship Club beitreten. Darüber werde ich in den nächsten Wochen mehr berichten.

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Neben College und Auto gibt es natürlich noch mehr zu erzählen.

Woche vom 24. bis 30.08.2015

Montags abends gings es zu einem Glockenspiel in den Botanischen Garten, Chicago. Die Kirchengemeinde hat mich eingeladen, sie zu begleiten- inkl. Picninc und Besichtigung des Gartens. Trotz des eher weniger guten Wetters waren viele Leute da. Das Glockenspiel an sich wird aber denke ich nicht mein neues Lieblingsinstrument. Neben des Konzerts hatten wir noch die historische Möglichkeit die Corpse Flower in Blüte zu sehen, welches nur alle paar Jahre mal geschieht. Neben der Besichtigung war es eine gute Möglichkeit, die Leute besser kennen zu lernen- und allen zu sagen, dass ich auf Jobsuche ab Januar bin.

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Dienstags war der erste Schultag, es gab direkt mal n herd Assignments auf. Abends dann zur Geburtsfeierlichkeit von Alans Bruder und seiner Nichte in einem Japanischen Restaurant. Habe gelernt mit Chopsticks zu essen. Das Restaurant an sich war mega lecker mit gleichzeitigem Entertainment vom Koch, der vor unserer Nase die Gerichte prepared hat.

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Am Mittwoch stand der Autokauf auf  der Agenda. Morgens hat Maurice mich abgeholt und wir sind zusammen ein paar Karren besichtigen gefahren. Wie die Geschichte ausgegangen ist, wisst ihr ja schon. Abends noch zu Kirk nach Hause, dessen Familie zu Besuch war. Typisch Amerikanisch gab es Pizza, Cupcakes und anderen Süßkram. Neben der Schule und den daraus resultierenden Hausafgaben habe ich am Donnerstag erstmal n halben gemacht. Freitags morgens dann zum DMV, um meinen Führerschein zu beantragen. Ich mag die amerikanischen Behörden, das erste was man tut ist erstmal über Football oder Baseball zu reden. Das Department ist so gar nicht mit einer deutschen Verwaltung vergleichbar. Die „Büros“ sind nur Schalter und man wird per Nummer aufgerufen. Ich durfte die komplette Führerscheinprüfung machen, was einen Sehtest, einen written und einen driven Test beinhaltet hat. Der Sehtest war nicht sehr anspruchsvoll und die Krux am written Test war mehr das verwendete Vokabular. Der Test bestand aus 15 multiple choice Fragen und aus Verkehrsschildern erkennen, was schwieriger ist, als es klingt. Hab aber alles hingekriegt und durfte dann noch zur Testfahrt antreten. Caryl hat mir glücklicherweise ihr Auto (ein Toyota Prius Hybrid) zur Verfügung gestellt. Der Test bestand eigentlich mehr aus Small Talk als aus richtigem Fahren. Natürlich musste ich durch die Stadt fahren, währenddessen habe ich mich aber mit dem mega gechillten Prüfer über Deutschland und seine Autobahnen, über Soccer und natürlich über meinen Ford Vic unterhalten. Nach 15 Minuten war die Fahrt schon vorbei- Bestanden! Der Führerschein wird vor Ort ausgestellt und dient gleichzeitig als ID. Das Beste, er ist 5 Jahre gültig. Die Tests und Führerschein haben mich $30 gekostet. Also alles halb so schlimm.

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Samstags ging es mit Maurice und seiner Family zum Roadtrip nach South Haven, Michigan, wo wir im Haus einer Kollegin von Elizabeth wohnen konnte. Das Haus lag direkt am Lake Michigan also direkt mal das Wasser getestet. Sonntags ab zum Strand nach South Haven, mega guter Sandstrand, warmes Wasser- perfekt! Michigan ist very known für seine Blueberries, es gibt hier alles aus diesen kleinen blauen Beeren. Zum frühstück gab es Blueberrie Pancakes mit Blueberrie Jam. Mittags dann Blueberry Bier ehe wir zur Bluberry Pie übergegangen sind. Achja als Snack gab es Chips mit Blueberry Salsa.
Für mich war es ein relaxtes Wochenende- sehr nice!

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Woche vom 31.08. bis zum 06.09..

Montags stand Rasenmähen auf dem Programm- endlich nochmal was anpacken. Welchen Rasenmäher ich hatte? Einen mit Elektromotor natürlich! Guter Beitrag zur Umwelt, gefällt mir. Beim Mähen kam der Biologe in mir zum Vorschein. Ich habe die Schalen von diesen Cicada insects gefunden. Das sind diese Insekten, die so Geräusche wie unsere Heuschrecken machen. Nur der Unterschied, ich höre die Cicada von morgens bis Abends, und das mega laut. Ich steh dadrauf! Der rasen jedenfalls sieht wieder in Ordnung aus. Mittwochs war International Students Day at Harper College. Neben Kuchen konnte man auch neue Leute kennen lernen. Harper College hat ca. 150 International Students, die meisten kommen aber doch aus dem asiatischen Raum als aus Europa. Donnerstags konnte ich endlich zum Friseur gehen. $18 für einen Haarschnitt, dementsprechend sieht er auch aus. Typisch für Friseursalons: überall Fernseher, Klimaanlage, bequeme Stühle. Wenn man dann an der Reihe ist sitzt man nicht mit dem Gesicht zum Spiegel, so wie man es eig gewöhnt ist, sondern man wird zu den Fernsehern gedreht. Freitags abends wollten wir nach Door County, Wisconsin fahren. Es war Labor Day Weekend, that means, dass fast jeder Montags frei hat und eigentlich jeder Amerikaner( zumindest diejenigen, mit denen ich geredet habe) das lange Wochenende nutzt, um irgendwo hinzufahren. Carlys Eltern besitzten dort ein Vacation house direkt am Strand. Nach einem kurzen Stopp in Milwaukee zum Speisen und in Green Bay, wo wir Michael abgeholt haben, sind wir spät abends angekommen. Das Wochenende haben wir dann mit Caryls Eltern, einer Ihrer Schwestern und deren Mann und uns fünfen verbracht. Müde von der Fahrt sind alle erstma schlafen gegangen. Am nächsten Morgen habe ich das erste mal seit Wochen nochmal ein wenig Sport betrieben. Nach einem kleinen Strandlauf noch ein bischen schwimmen. Zum Frühstück sind wir dann nach Sister Bay zu Al Johnson’s famous swedish Restaurant gefahren. Ein Gebäude, das den schwedischen Hütten gleichen sollte, mit goats on the roof! Gutes Essen, mehr oder weniger authentisch. Am gleichen Ort haben wir dann noch das Marina Fest besucht, quasi ein Tag der offenen Tür des Hafens, inklusive Watershow. Am Nachmittag haben wir noch das historische Lighthouse auf Cana Island besichtigt. Früher wurde der Lake Michigan sehr häufig beschifft, weil man sehr leicht und verhältnismäßig schnell über das Wasser von A nach B gelangen konnte. Die alten Leuchttürme sind noch Zeuge dieser vergessenen Tage.

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Sonntags morgens sind Michael und David und ich zum Cliff jumping zum Cave Point park gefahren. Witzige Sache; auf grund der Wellen waren wir die einzigen, die dann gesprungen sind… Mittags haben wir ein wenig Door County erkundigt. Hier gibt es viele Wineries und was Blueberries für Michigan sind, sind Cherries für Wisconsin. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass es hier alles zu kaufen gibt, was man aus Kirchen herstellen kann. Door County ist auch sehr bekannt für die sog. Fish Boil. Eine Art Eintopf, der aber große Tradition besitzt und sehr gefeiert wird. Und zudem ist es sehr lecker. Dieses Gericht hatten wir nämlich Sonntags abends. Montags gings es nach einem kurzen Stop in Fish Creek wieder nach hause. Des war wieder einmal ein mega cooles Wochenende- ich hoffe das ich jedes Wochenende etwas erleben kann.

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Woche vom 07.09. bis 13.09.

Die letzte Woche war eigentlich sehr entspannt. So langsam bekommt man seinen Rhythmus in den Alltag. Zur Zeit wird mir aber immer mehr bewusst, was der Term „Vollzeitstudent“ meint. Meine Professoren meinen es echt gut mit den Assignments. Ihre Arbeits- und Unterrichtsweisen variieren zwar total, aber ich glaube sie battlen sich, wer die meisten Hausaufgaben aufgibt… In Accounting zum Beispiel beruht alles auf eigener Lerninitiative. Für jede Stunde müssen wir neuen Stoff vorbereiten, der dann im Unterricht besprochen wird. Der Stoff an sich ist bis jetzt noch nicht so anspruchsvoll, für mich sind mehr die Terminologien das Problem. Es geht von Depreciation über adjusted entries bis hin zu Trial Balance… Mein Politics Prof erwartet für jede einzelne Unterrichtseinheit einen analysierten Newspaper article zusätzlich zum regulären Unterrichtsstoff. Ich bin mal gespannt wie die nächsten Wochen am College werden.

Am Mittwoch war eine Expo der College Clubs, im Rahmen des BAE-Clubs mussten wir Leute motivieren unseren Club zu joinen. Ganz nebenher gab es dann auch Free-Lunch, ice cream usw.

Beim Einkaufen habe ich Butterfingers entdeckt- lecker Zeug! Freitag waren Alan, Caryl und ich thailändisch essen, ich beherrsche die Chopstick-Technik! Danach ging es mit Maurice und Luis ein bischen auf Tour. Luis haben wir im BAE-Club kennengelernt, witziger Vogel. Samstags ging es endlich nochmal nach Chicago. Zusammen mit Yannik, der in nem übelsten Appartment direkt an der Lakeshore wohnt (mega übelst cool) wollten wir erst aufs Oktoberfest und danach mal gucken was geht. Auf dem Oktoberfest versuchten die Amerikaner ein bischen deutsche Kultur nach Chicago zu bringen. Das heißt Bier (imported beer by Hofbräu aus Munich), Sauerbraten und Pretzl. War ganz witzig und die Besucher standen aus dem Mix aus deutscher Volksmusik und Klassikern (z.B. Ring of Fire oder sehr beliebt war Sweet Carolin, was ca jede 20 min gespielt wurde…). Nach dem Fest mit dem Taxi zum Wrigley Field, wo ein paar Clubs sind.

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Fazit: Ich mag Chicago

 

Stay tuned!