Autor: Tobias Mösle

Mein Wochenendtrip, nach Chicago

Am Wochenende vom 12. bis 14. Februar, bin ich mit deutschen und französischen Studenten, die ein Auslandspraktikum bei Bosch in Michigan absolvieren, nach Chicago gefahren. Freitag 15:00 Uhr, direkt nach der Arbeit, ging es los. Nach 5 Stunden Fahrt und selbstverständlich auch Pausen, waren wir schließlich am Ziel. Nach einem weiteren 30-minütigen Fußmarsch, bei starkem Wind und -16°C Temperatur, konnten wir uns dann im Hotel wieder aufwärmen. Abends gingen wir in eine Jazz-Bar und feierten ein bisschen. Nach einem Frühstück bei  „Panera“, ging es dann am nächsten Tag, bei herrlichem Wetter, aber immer noch -14*C Außentemperatur, zum „Willis Tower“. Dieser war lange Zeit, mit 108 Stockwerken und einer Gesamthöhe von 527 m, bis zum Jahr 2010, das höchste Gebäude der Welt. Dort haben wir den Ausblick genossen, Fakten über Chicago und den Turm erfahren und ein paar schöne Fotos gemacht. Nachmittags nahmen wir an einer Führung durch die Stadt teil. Ein älterer Herr, der  schon seit 40 Jahren in Chicago lebt, konnte viele wichtige Daten über die Stadt erzählen und uns die Sehenswürdigkeiten von Chicago zeigen. Abends gingen wir in eine Pizzeria und aßen die berühmte „deep fried chicago pizza“. Den Tag beschlossen wir in einem Impro-Theater, in dem wir uns alle sehr amüsierten. Sonntags dann nochmals zu „Panera“ frühstücken und danach mit der legendären, bereits über 100 Jahr alten Hochbahn, zur Sightseeing-Tour durch die Stadt.  So kamen wir  mit einem wirklich überaus schönen Ausblick auf die Stadt, zu unserem nächsten Ziel; wir waren nun in  Chinatown.

Hier feierten die asiatischen Mitbürger, mit einem Umzug ihr Neujahrsfest. Nach einiger Zeit in der Kälte, wärmten wir uns dann bei einem Mittagessen auf und fuhren wieder nach Hause. Es war ein wirklich großartiges Wochenende. Chicago ist auf jeden Fall eine sehenswerte Stadt und bestimmt eine Reise wert!

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Ich auf dem Willis Tower.

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Die Kueste von Chicago zum lake michigan.

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Chicago bei Nacht.

Im Team der College-Volleyballmannschaft

Nach einigen Wochen Training im  Volleyball-Team des Colleges von Ann Arbor, konnten wir uns alle stark verbessern. Unser erstes Spiel hatten wir gegen die „Wayne State University“ in Detroit. Auf dem Weg dorthin, sahen wir einige verlassene Häuser, wie es in Detroit in einigen Gegenden üblich ist.  Mit etwas Verspätung, sind wir dann schließlich in Detroit angekommen und konnten unsere beiden Spiele gegen die „WSU“ bestreiten. Da die Spieler des gegnerischen Teams älter und erfahrener waren als wir, haben wir leider beide Spiele verloren. Einige Wochen später, hatten wir nochmals ein 2 tägiges Tournier in East Lansing, auf dem Campus der Michigan State University. Diese ist für Agrarkultur-Studenten ebenso bekannt, wie für deren großartigen Partys. Ich fuhr zusammen mit Aljohn und Kim, beide sind inzwischen sehr gute Freunde von mir. Wir hatten einen sehr lustigen Roadtrip, mit ein paar Stopps im Fastfoodrestaurant Wendys. Während diesen Trainingstagen konnten wir sehr viel über Volleyball  lernen und hatten zudem auch eine Menge Spaß, zusammen mit der ganzen Mannschaft. Unser letztes Spiel bestritten wir gegen die „Western Michigan University“,  welche innerhalb einer  3 h Autofahrt zu erreichen waren. Ihr Team war überraschend stark,  worüber wir uns nicht sehr freuten. Zum Trost aßen wir bei Buffalo-Wild-Wings, welches für sehr gute Chickenwings bekannt ist. Ich war nur für ein Semester zum Studium am College angemeldet. Daher stand nach dem Saisonende auch fest, dass ich im folgenden Semester nicht mehr Mitglied der Collegemannschaft sein konnte. Mein USA-Aufenthalt beinhaltet auch eine gewisse Anzahl von Sozialstunden, und so fragte mich die Trainerin Alegra,  ob ich nicht gerne mit ihr zusammen das Team trainieren möchte. Das war dann eine echte WIN-WIN Situation. Die Trainerin freute sich über meine Zusage und ich bin glücklich darüber, dass ich weiterhin zusammen mit meinen Freunden bei der Collegemanschaft mit dabei sein konnte. Und so bin ich von nun an der Assistence-Coach der Collegemannschaft von Ann Arbor in Michigan.

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Mein Volleyball Team.

 

Meine Erlebnisse mit „American-Football“

Freunde meiner Hosteltern, luden uns zum „tailgating“ auf dem Golfkurs vor dem Stadion der University of Michigan, ein. Tailgating ist eine Art Grillparty vor dem jeweiligen Footballstadium, am Tag des Spieles. Mit guter Stimmung und Bier, beginnt die Party bereits morgens zwischen 7:00 und 8:00 Uhr und dauert dann bis nach dem Footballspiel an. Ich hatte dann allerdings nur eine halbe Stunde vor dem Spiel vorbeigeschaut. Viel Glück hatte ich, dass mir eine ältere Dame ein Ticket zum Spiel, für $20 verkauft hatte. Und somit ging es dann ab, in „The Big House“, das „University of Michigan College Football Stadium“, das größte Stadion Nordamerikas. Es war sehr beeindruckend, in einem Stadion zu sein, welches bis zu 115.000 Menschen Platz bietet. Vom Spiel selbst, habe ich dann allerdings nicht so wirklich viel verstanden. Denn ich kannte die Spielregeln bisher noch nicht und war alleine im Stadion. Meine Freunde hatten keine Tickets und verbrachten den Tag draußen vor dem Stadion, gemütlich beim „tailgating“.

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In „The Big House“.

Am 21 November ging ich mit meinem Hostdad Joerg, Hostbrother Olliver und dessen Großvater Tom, zum Spiel der Detroit Lions gegen die Chicago Bears. Dieses Spiel war nun um einiges interessanter für mich, als das U of M Spiel. Olliver hatte mir bereits im vorab alle Regeln gründlich erklärt und teilte mir während des Spieles immer mit, was gerade aktuell geschah. Zudem, stand es unentschieden am Ende der Spielzeit. Und nach einigem nervenaufreibendem hin und her, wurde es dann das erste Spiel, welches die Detroit Lions, in dieser Saison gewannen. Die Stimmung war also fantastisch und wir hatten eine Menge Spaß!

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Mit Hostbruder Oliver im Lions Stadion.

Mein erster 5k lauf „RUN SCREAM RUN“

Meine beiden Hosteltern, Ann und Joerg, sind  sehr sportlich und gehen normalerweise wöchentlich laufen. So haben Sie auch mich gefragt, ob ich bei einem 5k-Lauf mitmachen würde. Mit Laufen hatte ich bisher überhaupt keine Erfahrung. Daher bin ich erst einmal ins YMCA (Fitnessstudio) gegangen und habe versucht auf dem Laufband 5 km am Stück zu laufen; was mir nach einigen Versuchen, dann auch ganz gut gelang. Oliver, mein 8-Jähriger Hostbruder, war auch mit dabei. Somit war die Vorgabe für die Zeit, in welcher die Strecke gelaufen werden musste, recht großzügig bemessen und damit auch für Anfänger gut zu schaffen. Am 24. Oktober war es dann soweit, wir fuhren nach Yipsilante, auf eine Farm, auf der, der Halloween 5k Lauf „RUN SCREAM RUN“, veranstaltet wurde. Hier konnten wir dann unsere T-Shirts abholen und waren dann wahrlich schon fast wie Profis ausgerüstet. Während des Laufes,  wurden wir von gruseligen Monstern erschreckt; schließlich war ja „Halloween“. Nach dem Lauf wurden wir mit einer Medaille belohnt. Dies war auf jeden Fall, ein cooles Erlebnis! Ich nehme mir nun vor, in Zukunft das Laufen, in meinen Trainingsplan mit einzubauen.

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Ich mit meinem Hostbruder Oliver nach dem lauf.

Ausflug zum Freizeitpark Cider Point

Am 17. Oktober hatte das College einen Ausflug, zu einem Freizeitpark mit ein paar der spektakulärsten Achterbahnen der Welt, organisiert. Wir mussten um 8:00 am morgens beim Bus am College sein. Von dort aus fuhren wir auf eine Halbinsel im Lake Erie nach Ohio, auf welcher sich der Cider Point Park befindet. Es war extrem kalt, aber die Sonne scheinte, und trug mit zu einem schönen Tag bei. Es war, aktuell passend zur Zeit des Brauchtums in den USA, ein Halloween-Special im Park. Zuerst fuhren wir den Dragstar, welcher die Achterbahn mit der stärksten Beschleunigung im gesamten Park ist. Danach mussten wir uns erstmal bei einem Mittagessen aufwärmen und uns einen heißen Tee bei Starbucks besorgen. Nachmittags sind wir diverse andere Achterbahnen gefahren und am Abend besuchten wir dann noch bis ca. 11:00 pm, einige der sogenannten „hunted houses“ Geisterhäuser, welche sehr viel Spaß und Grusel verbreiteten.

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Im Hintergrund der Dragster.

Wie ich neue Freunde kennen lernen konnte

Nach meinen ersten beiden Wochen in Ann Arbor ging ich zum Meeting der International Student Association der Colleges. Dort lernte ich doch recht schnell, viele neue nette Leute kennen und es entwickelten sich hieraus auch einige gute Freundschaften. Die folgenden Wochen verbrachte ich hauptsächlich am College. Wenn ich keine Kurse hatte, war ich in der Bücherei zum lernen oder im Cafe, in dem sich immer ein paar Studenten der International Student Association aufhielten. Ziemlich bald hat mich Aljohn angesprochen, er ist auch Mitglied der ISA, und fragte mich, ob ich mit ihm im Volleyball Team des Colleges spielen möchte. Bereits am darauf folgenden Montag, bin ich um 9:00 pm zum ersten Training gegangen. Die „Teammates“ und unser „Coach“ Alegra, waren super nett und haben mich sehr freundlich in ihr Team aufgenommen. Also ging ich von nun an jeden Montag und Mittwoch von 9:00pm-11:00pm zum Volleyballtraining. Nach einigen Wochen hatten wir auch schon unser erstes Spiel gegen die Wayne State University. Den Rest meiner Volleyballkarriere in den USA erzahle ich ein anderes mal.

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Mit der ISA beim Apfelpflücken

Da nun die erste Halbzeit meines USA-Aufenthaltes bereits vorüber ist, möchte in den nächsten Abschnitten, in verschiedenen Bereichen, über die bisherigen Erlebnisse berichten.

Ken Young, der bereits seit mehreren Stunden auf mich am Flughafen Detroit gewartet hatte, fuhr zusammen mit mir zu seiner Frau Nancy nach St. Clair. Hier durfte ich die ersten zwei Wochen verbringen. In dieser Zeit wurde ich unglaublich verwöhnt. Ken und Nancy halfen mir bei all den Dingen, die am Anfang zu erledigen waren. Autokauf, PKW-Versicherung, Papierkram und Anmeldung mit Aufnahmetest beim College. Am ersten Wochenende ging ich mit Ken zu einer Rennveranstaltung mit „Spead-Boats“. Der nächste Ausflug fand auf dem Segelboot des befreundeten Polizei Kapitäns satt; ich durfte das Boot sogar steuern. Nancy kochte jeden Abend richtig gutes Essen, das Wetter war sehr schön und am Ende bekam ich sogar einen Haustürschlüssel zu ihrem Haus. Ich genoss diese Zeit dort sehr.
Nach zwei Wochen, brachten mich Ken und Nancy schließlich nach Ann Arbor, zu meiner mir eigentlich zugeteilten Host-Family, zu Ann, Joerg und Oliver Berger. Diese nahmen mich direkt am ersten Abend, mit auf eine Party von ihren Freunden. Die folgenden Tage und Wochen begann ich mein Semester am College und meldete mein Auto an. Aber es wurde etwas langweilig, da ich noch keine Freunde hatte.
Dies sollte jedoch nicht lange andauern.

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Mein Auto ein 2000 Audi A4 mit 2.8l hubraum und 190 ps.

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Beim Corn (Mais) essen bei Ken und Nancy Young in Saint Clair.

Meine Ersten Tage in den United States of America

Nach einer langen Zeit des Wartens hab ich mich schließlich von meiner Familie und Freunden verabschiedet und bin am 4. August in das Flugzeug gestiegen, welches zum John F. Kennedy Airport in New York flog. Die ersten Tage in New York waren ‚awesome‘ und wir bekamen viele brauchbare Tipps, die wir über das Jahr benötigen werden. Abends Hatten wir viel Spaß am Times Square und in einer Rooftop-Bar.

In der Wallstreet vor der Börse.

Auf einer Fähre vor der Freiheitsstatue.

Nach drei Tagen auf Manhattan in einem ziemlich einfachen Hotel durfte ich schließlich um 4:25 Uhr am Morgen mit dem Shuttle zum Flughafen fahren (sehr früh). Dort hatte mein Flug nach Philadelphia natürlich Verspätung, wodurch ich meinen Anschlussflug verpasste usw… 🙁 irgendwann kam ich dann jedoch trotzdem mit 4 Stunden Verspätung in Detroit an, wo bereits mein Gastvater auf mich wartete.

Mein Praktikumsplatz bei Bosch in Plymouth

Vor einiger Zeit hab ich bei mir im Betrieb nachgefragt, ob sie mich dabei unterstützen würden eine bezahlte Praktikumsstelle bei Bosch in den USA zu finden. Ein Mitarbeiter des Personalbüros hat dann den Kontakt mit einem Bosch-Entwicklungsstandort in Plymouth geknüpft.

Schon eine Woche später bekam ich die Chance mich in einem Telefoninterview vorzustellen und mir ein Bild des Arbeitsplatzes zu machen. Die Arbeit dort hört sich für mich sehr interessant und spannend an und ich freue mich darauf mit den amerikanischen Kollegen zusammen zu arbeiten.

Nun freue ich mich darauf, dass CBYX meine Gastfamilie und ein College in der Nähe von Plymouth findet und ich endlich meine Gastfamilie kennen lernen darf.

Vorbereitung für das 32. PPP

Mein Name ist Tobias Mösle, ich bin 21 Jahre alt und komme aus dem nördlichen Teil des Landkreises Oberallgäu, aus Altusried. Nach dem Abschluss der Mittleren Reife, habe ich eine Ausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik absolviert und in diesem Beruf nun für ein Jahr in den Niederlanden gearbeitet. Im Juni 2014, fasste ich den Entschluss, mich für das 32. PPP des Deutschen Bundestages zu Bewerben, was ich im August 2014 dann auch tat. Mitte November, kam der erste lang ersehnte Brief der GIZ. Ich wurde zur Auswahltagung nach Bonn eingeladen. Hier konnte ich einige meiner Mitbewerber kennen lernen. Ein Test über unser Allgemeinwissen und Englischkenntnisse, ein Vortrag den wir innerhalb einer Gruppe hielten und Einzelgespräche zu unserer Person standen dort auf dem Programm. Nun war es so weit. Wird mich die GIZ für dieses Stipendium empfehlen? Es begann die lange Zeit des Wartens, bis ich dann von der GIZ hoffentlich die Zusage für das Stipendium in den USA erhalten werde. Schließlich war nun zum einen noch die positive Einschätzung und Empfehlung der GIZ erforderlich und zum anderen dann auch die Benennung von unserem Bundesminister Herrn Dr. Gerd Müller, für dessen Wahlkreis ich mich beworben habe. Am Mittwoch, den 4. Februar 2015 war es nun so weit. Der Brief der GIZ wurde zugestellt. Und tatsächlich erhielt ich die Nachricht, dass ich als Teilnehmer für das 32. Parlamentarische Patenschafts-Programm 2015/2016 benannt wurde. Ich freue mich riesig darüber, dass ich diese große Chance für einen 1-Jährigen Aufenthalt in den USA erhalten habe. Und nun freue ich mich auf das Land und die vielen Menschen, die ich in den USA treffen werde und mit den ich dann ab dem 4. August 2015 für ein Jahr mein Leben verbringen darf. Jetzt bleibt wieder einmal die spannende Zeit des Wartens. Diesmal, bis zum Antritt dieses Stipendiums.

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