Hallo ihr lieben,
auch mein Blog hat es letzten Endes ins neue Jahr geschafft. Ich hoffe ihr hattet alle ein schönes Weihnachtsfest und seid gut ins neue Jahr eingestiegen?! In diesem Sinne auch von meiner Seite noch ein etwas verspätetes, aber fröhliches „Prosit Neujahr“! Kaum zu glauben, aber in 2016 komme ich schon zurück. Ende Januar ist schon Halbzeit meines Abenteuers und ich muss die Tage schon rückwärts zählen. Naja, „muss“ ist so eine Sache…Ich habe zwar nie Heimweh gehabt und fühle mich super wohl auf der anderen Seite des Teiches, dennoch freue ich mich darauf euch alle einmal wieder zu sehen. Es ist echt komisch wie schnell die Zeit vergeht. Mittlerweile habe ich schon ein ganzes Semester am College hinter mir und auch endlich einen Job gefunden. Und genau der Punkt hat mir den Jahresbeginn wirklich versüßt. Aber dazu dann später mehr.
Erst einmal kümmern wir uns um den Dezember! Da hier wirklich so viel passiert ist, habe ich mich tatsächlich mal dazu entschieden den Monat in zwei Beiträge zu unterteilen. Der zweite Beitrag über die Winterferien folgt dann irgendwann später 😀
Wie ging´s also los im letzten Monat des Jahres? Es war wohl oder übel keine wirklich besinnliche Adventszeit, sondern eher viele Termine, gepaart mit Abschlussprüfungen und Jobsuche (vorerst erfolglos). Los ging es, wie schon im November, mit einem Wochenende voller Politik. Dieses Mal ganz im Zeichen der Republikaner. Das ich überproportional viele republikanische Präsidentschaftskandidaten zu Gesicht bekomme liegt daran, dass es ungefähr vier mal so viele republikanische wie demokratische Kandidaten gibt. Und ebenso viele schlechte Ideen…Am besagten Wochenende waren also Rand Paul, Chris Christie und Rick Santorum in der Stadt. Um es kurz zu machen, am meisten dieser drei Kandidaten hat mir Chris Christie zugesagt.



Er ist Gouverneur von New Jersey und hat in seinem Staat eine der höchsten Ausländerquoten in den USA. Als er dann entgegen vieler anderer Kandidaten Muslime als positiven und produktiven Teil der Gesellschaft bezeichnet hat, konnte er in meinen Augen punkten. Das nahm jedoch ein jähes Ende, als er die Atomenergie als saubere Energie bezeichnete. Generell ein sehr beliebtes Thema bei Republikanern…der Klimawandel ist zwar da und wir müssen ein Auge auf erneuerbare Energien haben, aber wir haben doch erst einmal die von Gott gegebenen Ressourcen. Wenn der da oben uns also schon so ein Geschenk bereitet, warum es nicht auch auspacken?! Ein weiterer großer Diskussionspunkt, Waffengesetzte. Gebt am Besten jedem eine Waffe, damit wenn ein Terrorist eine Schießerei in der Öffentlichkeit anfängt auch ja sicher gestellt ist das er direkt von 20 Zivilpersonen zur Rechenschaft gezogen werden kann. Was bleibt da noch, richtig, ObamaCare. Alles das was Obama in die Wege geleitet und aufgebaut hat, würde mit einem republikanischen Präsidenten sofort wieder gekippt und rückgängig gemacht. Ok, da muss ich gestehen, ich kann irgendwo verstehen, dass viele Amerikaner ihre persönliche Unabhängigkeit behalten wollen. Sie lieben es eben wenig Steuern zu zahlen. Sie durften dafür aber noch nicht in den Genuss eines Sozialsystems wie in Deutschland kommen. Mittlerweile bin ich dann doch ein wenig abgeschwiffen. Um das ganze wieder auf ein neutrales Level zu bringen, erwähne ich an dieser Stelle eine gute Diskussion mit zwei Republikanern über diverse Themen. Und alles in allem ist es einfach nur eine andere, aber objektiv betrachtet, verständliche Lebenseinstellung. Viele mögen es einfach ihre Entscheidung über ihr Einkommen selber zu treffen. Hier sei z.B. auch ein viel diskutiertes gebührenfreies College aufgeführt. Ich bin wahrscheinlich einfach nur zu sehr durch Europa und im speziellen Deutschland als Sozialstaat geprägt.
Neben den oben genannten Kandidaten habe ich Mitte Dezember auch die Chance bekommen Ben Carson live zu sehen. Er ist der einzige African-American Candidate.

Durch meine Volunteer Arbeit (hauptsächlich Door-Knocking mit Delilah) in der Kampagne von Martin O´Malley bin ich auch ein bisschen mehr in das gesamte politische Geschehen hier im Umkreis gerückt. So hat mich Delilah (sie organisiert die Kampagne in 5 Countys in Nord Iowa) mit auf ein Treffen der „Tri-County-Democrats“ genommen. Das ist eine Art politischer Zusammenschluss der Demokraten aus dem Worth, Mitchell und Howard County. Dort habe ich Monica Vernon kennen gelernt. Sie kandidiert derzeit für den Kongress stellvertretend für den ersten Distrikt in Iowa (Iowa ist in 4 Distrikte unterteilt und in jedem dieser Distrikte gibt es einen Congressman) Ihr konnte ich dann auch mein Programm etwas erklären.

Außerdem war ich zu einer Weihnachtsfeier der Demokraten unseres Countys, dem Cerro Gordo County, eingeladen. Dort habe ich Kim Weaver kennen gelernt. Sie kandidiert ebenfalls für den Kongress, allerdings für den 4. Distrikt. Auch Kim konnte ich das CBYX näher erläutern. Sie war hoch interessiert daran und wir stehen auch immer noch in regem E-Mail Kontakt. Falls ihr mehr über sie erfahren wollt, ist hier der Link zu ihrer Homepage: http://www.weaverforcongress.com/

Was natürlich auch nicht unerwähnt bleiben sollte, Hillary was in town. Leider ist das Foto mit ihr nicht ganz so toll geworden wie erhofft, aber damit muss ich wohl leben. Hoffe aber das sie nochmal in der Gegend ist bis zum Caucus am 1. Februar. Leider konnte sie mich immer noch nicht wirklich überzeugen. Sie wirkt in meinen Augen immer noch so aufgesetzt und das sie nur das erzählt was ihre Berater ihr sagen. Sie ist allerdings stark im Thema Gleichberechtigung und viele schätzen ihre Erfahrungen als Außenministerin in den letzten Jahren. Das macht sie definitiv stark bei vielen Personen.

Da in Iowa nun mal die Vorwahlen starten, bekomme ich die Chance alle Kandidaten einmal live zu sehen und mich mehr mit der amerikanischen Politik auseinanderzusetzen. Aber das soll es auch in diesem Beitrag von der Politik gewesen sein. Ich möchte euch nicht unnötig auf die Folter spannen was ich denn sonst noch so erlebt habe. Da gibt es nämlich auch einiges zu berichten.
So war ich z.B. Mitte Dezember das erste Mal in Amerika Skifahren. Allerdings musste man viel guten Willen zeigen um es wirklich Skifahren nennen zu können…Unser erster Skiausflug mit dem NIACC Ski Club führte uns nach Mt. Kato. Ich habe mir zuvor öfters anhören müssen, dass ich womöglich enttäuscht sein werde, weil das Skigebiet zu klein ist und die Abfahrten so kurz (tatsächlich kürzer als in Winterberg…) Aber da ich nun mal ein passionierter Fahrer bin, habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen dort trotzdem mitzufahren. Leider ist der meiste Schnee den es dort über Thanksgiving gegeben hat wieder weggeschmolzen und es war auch zu warm zum beschneien. Also mussten wir uns mit 5 Hängen und allerfeinstem Sulzschnee begnügen. Aber nichts desto trotz, es war meine erste Erfahrung auf zwei Brettern in Amerika. Außerdem musste ich mir auch das erste Mal im Leben Skier leihen. Ich belasse es einfach mal bei der Formulierung „interessantes Material“. Etwas überrascht war ich auch als ich den Sicherheitsbügel schließen wollte und ins leere Griff, da dieser schlichtweg nicht vorhanden war. Die ersten Fahrten war das doch ein komisches Gefühl ohne Sicherheitsbügel zu fahren. Ansonsten hatten Michael (der zum ersten Mal im Leben auf Skiern stand), Tucker und Bruce (unser Club Leader) viel Spaß an dem Tag.

Eine weitere interessante Erfahrung waren meine ersten Meter im Leben auf Rollerskates (recht interessant war, dass mir an dem Abend erst klar wurde, warum wir Inline Skates In-Line Skates nennen). Das gute hieran, es war wieder eine NIACC Veranstaltung. Somit konnten wir umsonst fahren und auch Schuhe leihen. Nach ein paar sehr wackeligen Runden habe ich dann doch recht schnell den Dreh rausgehabt, da ich eben Jahre lang Ski-Inline-Alpin betrieben habe. Ich werde es auf jeden Fall wieder machen während ich hier bin. Wir waren mal wieder eine bunt gemischte Truppe und haben uns super amüsiert. Auf dem Bild ist jetzt neben den anderen internationalen Studenten, die ich euch in den letzten Beiträgen schon vorgestellt habe auch Jaki im schwarzen Unterhemd zu finden. Er ist wie Junn ebenfalls von den Philippinen. Das Mädchen in der Mitte ist Ashlea. Sie ist allerdings einfach Amerikanerin 😀

Mitte Dezember haben wir außerdem den Tannenbaum unserer International Club Leaderin Cindy geschmückt. Dazu waren wir dann mit einigen internationalen Studenten bei ihr zu Hause und haben einen wundervollen Abend in netter Gesellschaft ihrer Familie und mit gutem Essen verbracht 🙂

Das soll es also soweit erstmal aus dem Dezember gewesen sein. Ein weiterer Beitrag folgt in dem ihr mehr über die zweite Hälfte des Monats und die Zeit zwischen den Jahren erfahrt.
Viele liebe Grüße aus dem um die minus 20°C kalten Iowa!
Euer Jonas