{"id":151,"date":"2015-09-21T04:10:55","date_gmt":"2015-09-21T02:10:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.32ppp.de\/jwahle\/?p=151"},"modified":"2015-09-21T04:10:55","modified_gmt":"2015-09-21T02:10:55","slug":"ein-kleines-persoenliches-anliegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.32ppp.de\/jwahle\/2015\/09\/21\/ein-kleines-persoenliches-anliegen\/","title":{"rendered":"Ein kleines pers\u00f6nliches Anliegen&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Hallo zusammen \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Leider habt ihr lange nichts mehr von mir geh\u00f6rt. Tut mir wirklich leid. Ich bin hier in \u00dcbersee vollends eingespannt, aber ich arbeite an meinem neuen Blog-Eintrag in dem ich euch ein bisschen \u00fcber Mason City erz\u00e4hlen werde, meine ersten Erlebnisse am College teilen werde und was sonst noch passiert ist&#8230;<br \/>\nAber heute habe ich spontan einen Beitrag verfasst, \u00fcber ein Thema das mich schon l\u00e4nger besch\u00e4ftigt. Aber lest selbst \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Mittlerweile bin ich seit gut 2 Monaten als \u201ejunger Botschafter\u201c in den Vereinigten Staaten von Amerika. Ich habe durch ein Stipendium des deutschen Bundestages die Chance bekommen Amerika auf eine neue Weise zu entdecken. Sei es am College, bei der Arbeit oder auf Ebene der Zwischenmenschlichkeit durch meine Gasteltern, Freunde und Bekannte.\u00a0Um so eine neue Kultur, Lebensweise und neue Einstellungen zu politischen Themen kennen zu lernen. Im Gegenzug habe ich die Chance erhalten als \u201ejunger Botschafter\u201c die deutsche Kultur und Lebensweise den Amerikanern n\u00e4her zu bringen.<br \/>\nEines meiner College-Kurse ist \u201eInternational Relations\u201c. Hingegen der \u00fcblichen Einstellung der Europ\u00e4er die Amerikaner seien nur auf ihr eigenes Land fixiert, habe ich andere Erfahrungen gemacht. Ein gro\u00dfes Thema ist auch hier die verzweifelte Suche, der Fl\u00fcchtlinge aus Syrien vor dem IS und anderer Kampfhandlungen, nach Schutz und Unterkunft. W\u00e4hrend der letzten Wochen habe auch ich versucht m\u00f6glichst auf dem Laufenden zu bleiben und mir meine Gedanken zu diesem Thema gemacht. Als ich dann beim Lernen f\u00fcr \u201eInternational Relations\u201c etwas \u00fcber Peace Studies gelesen habe, kam ich immer mehr ins Gr\u00fcbeln und ich kam nicht umhin in diesen Worten meine pers\u00f6nliche Meinung zu diesem Thema zu \u00e4u\u00dfern.<br \/>\nHier\u00a0hei\u00dft es: \u201eNot only evil acts but also exemplary acts of humanity are brought forth by war \u2013 sacrifice, honor, courage, altruism on behalf of loved ones, and bonding with a community larger than oneself.\u201d (Nicht nur schlechte Reaktionen, sondern auch Reaktionen von Menschlichkeit sind aus Kriegen hervorgegangen \u2013 Opfer, Ehre, Mut, Selbstlosigkeit im Namen von Geliebten und verbunden mit einer Gemeinschaft gr\u00f6\u00dfer als man selbst.)<br \/>\nNun bin ich kein Fl\u00fcchtling, aber auch ich stand vor der Herausforderung mir etwas Neues aufzubauen, neue Freunde und Anschluss in der Gesellschaft zu finden. Dies hat meinerseits hervorragend funktioniert, weil ich aufgeschlossen war f\u00fcr neue Eindr\u00fccke und im Gegenzug auch die einheimische Bev\u00f6lkerung mir sehr geholfen hat und immer sehr freundlich, offen und hilfsbereit war. Ich kann mich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen so nette Gasteltern gefunden zu haben, schon nach wenigen Wochen Teil einer wunderbaren Kirchengemeinde zu sein, viele neue Gesichter zu kennen, mit denen ich Disc Golf spielen kann und die bereit sind noch dar\u00fcber hinaus mir diese Gesellschaft n\u00e4her zu bringen. Am College haben wir einen Club f\u00fcr all die internationalen Studenten aus aller Welt, die \u00fcber Sprache, Religion und Kultur hinaus miteinander leben und das Leben erleben.<br \/>\nGenau dieser Wille und die Begeisterung f\u00fcr das Miteinander und die Erfahrung neue Begegnungen zu machen und eine andere Kultur kennen zu lernen ist nach meiner Auffassung eines der Hauptprobleme von vielen Deutschen in unserer Zeit. Da h\u00f6rt man von vielen\u201c fundamentalistischen Deutschen\u201c und vermeintlichen Verfechtern deutscher Werte nur, dass die Fl\u00fcchtlinge uns nur Unmengen an Steuergeldern kosten und uns unsere Arbeitspl\u00e4tze klauen und unsere Kultur verloren geht. Allerdings sind diese Kosten nur ein geringer Bruchteil unseres Haushalts und aufgrund des demographischen Wandels ist es durchaus vertretbar ein paar Einwohner mehr willkommen zu hei\u00dfen. Aber seien wir mal ehrlich, dass so viele Menschen einfach nur aus Jux ihr Land verlassen kann sich bestimmt keiner vorstellen. Es ist immerhin ihre Heimat, ihr Vaterland, in dem Sie aufgewachsen sind, ihre Arbeit hatten und mit dem sie viele Erinnerungen verbinden. W\u00fcrde man so einen Ort verlassen, eine unmenschliche Reise auf sich nehmen, nur um mit hunderttausenden anderen Fl\u00fcchtlingen in Auffanglagern und Notunterk\u00fcnften die Zeit zu \u00fcberbr\u00fccken um eine vermeintlich bessere Zukunft zu haben. Alle die der Auffassung sind, diese Fl\u00fcchtlinge wollen nur von unserem guten Sozialsystem profitieren, sollten sich diese Frage einmal selber stellen!<br \/>\nDiese Dekadenz finde ich in der heutigen Zeit untragbar. Wir leben in einer globalisierten Welt, in der fr\u00fcher oder sp\u00e4ter jedes Problem in der einen oder anderen Weise uns alle betrifft. Auch wir waren einst Fl\u00fcchtlinge und Kriegsopfer denen mit ausl\u00e4ndischen Geldern der Wiederaufbau unseres wunderbaren Landes, unseres Vaterlandes, erm\u00f6glicht wurde. Auch wenn ich es nicht guthei\u00dfe die Deutschen immer nur auf die Rolle als Hauptakteure und Provokateure der Weltkriege zu beschr\u00e4nken, sollten wir es nie ganz vergessen.<br \/>\nNat\u00fcrlich bin ich der Meinung, wenn wir uns dazu bereit erkl\u00e4ren Fl\u00fcchtlinge bei uns aufzunehmen, dass diese sich dazu bekennen die deutsche Kultur und Lebensweise zu akzeptieren, respektieren und damit leben. Wir sind z.B. ein christlich gepr\u00e4gtes Land mit anderen Werten und Identit\u00e4ten, die es gilt zu erhalten!<br \/>\nWir k\u00f6nnen dieses Problem aber nicht nur auf andere verlagern sondern m\u00fcssen uns an unsere eigene Nase fassen. Wenn man mit einem Finger auf jemanden zeigt, zeigen drei andere Finger zur\u00fcck. Ich sehe das gro\u00dfe Problem eher bei uns selber. Wir k\u00f6nnen nicht andere daf\u00fcr verantwortlich machen, dass wir unsere \u00fcber Jahrhunderte alten Traditionen und Br\u00e4uche verlieren. Das Problem liegt darin, dass wir mehr und mehr uns nur noch f\u00fcr uns selbst und das eigene Wohlbefinden interessieren. Wenn sich immer mehr Mitb\u00fcrger z.B. von Kirche abwenden, ist es kein Wunder das islamistische Fundamentalisten immer mehr Zulauf gewinnen k\u00f6nnen, da diese ihrem Glauben treu sind. Es liegt an uns, unsere Kultur, unsere Traditionen und Br\u00e4uche zu sch\u00fctzen. Wir m\u00fcssen uns selber zu unserem Vaterland, zu Deutschland bekennen! An dieser Stelle kann ich nur an jeden appellieren sich den Leitspruch der Sch\u00fctzen einmal in den Kopf zu rufen: \u201eGlaube, Sitte, Heimat\u201c<br \/>\nF\u00fcr mich die essentiellen Worte um uns wieder zu uns, zu uns als Deutsche zu bekennen.<br \/>\nDiese Worte werden in den Reihen der Sch\u00fctzen so oft in die Gedanken gerufen, in Reden und Satzungen. Aber was bedeuten Sie f\u00fcr jeden einzelnen von uns.<br \/>\n<strong>GLAUBE<\/strong> \u2013 Es ist nicht nur der Glaube an Gott, sondern auch der Glaube an Zusammenhalt, Verbundenheit und Gegenseitigkeit.<br \/>\n<strong>SITTE<\/strong> \u2013 Es sind unsere Sitten und Br\u00e4uche die uns zu dem machen was wir sind und mit dessen Hilfe wir nie unsere Identit\u00e4t und Werte verlieren.<br \/>\n<strong>HEIMAT<\/strong> \u2013 Es ist der Ort an den wir geh\u00f6ren, zu dem wir uns bekennen, uns wohl f\u00fchlen, wir unsere Freunde und Familie haben, ein Ort an dem wir Erinnerungen teilen, gute und schlechte.<br \/>\nDies sind die <strong>Grundwerte eines gemeinschaftlichen Miteinanders und das \u00fcber kulturelle, sprachliche und religi\u00f6se Grenzen hinaus.<\/strong> Um dieses <strong>WIR-Gef\u00fchl<\/strong> zu st\u00e4rken reicht es schon sich in einem Verein zu engagieren und so f\u00fcr ein gutes Miteinander zu arbeiten. Allerdings hilft es nicht, einmal die Woche einer Demonstration gegen die Aufnahme von Fl\u00fcchtlingen beizuwohnen, fremdenfeindliche Parolen zu rufen und gegen Ausl\u00e4nder zu hetzen. Lasst die Fl\u00fcchtlinge ein Teil dieses Miteinanders werden, sowie auch ich Teil einer neuen Gemeinschaft geworden bin. Man muss sich nur auf neue Dinge einlassen und darf dabei seine Wurzeln nicht vergessen. Es gibt gegenseitig soviel zu lernen, \u00fcber neue Kulturen, andere Br\u00e4uche und einfache Kleinigkeiten die das Leben bereichern. Neue Essensgerichte, andere B\u00fccher und Filme, die jedem einzelnen seinen pers\u00f6nlichen Horizont erweitern!<br \/>\nWir leben in einer immer kleiner werdenden Welt, in dem alle aufeinander R\u00fccksicht nehmen m\u00fcssen. Dieser Prozess ist in vollem Gange und wir haben uns darauf eingelassen ihn mitzugestalten und uns dazu entschieden Fl\u00fcchtlinge aufzunehmen. Es liegt aber an uns wohin wir diesen Prozess leiten und wohin der Weg f\u00fchrt!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo zusammen \ud83d\ude42 Leider habt ihr lange nichts mehr von mir geh\u00f6rt. Tut mir wirklich leid. 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