{"id":818,"date":"2016-05-11T00:45:37","date_gmt":"2016-05-10T22:45:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.32ppp.de\/magdalenab\/?p=818"},"modified":"2016-05-11T00:45:37","modified_gmt":"2016-05-10T22:45:37","slug":"final-report-abschlussbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.32ppp.de\/magdalenab\/2016\/05\/11\/final-report-abschlussbericht\/","title":{"rendered":"Final Report \u2013 Abschlussbericht"},"content":{"rendered":"<p>In m\u00fchevoller Kleinarbeit ist dieses Prachtst\u00fcck in einer stundenlangen und aufwendigen Prozedur entstanden. Viele Opfer wurden gebracht und Leben zerst\u00f6rt, aber hier ist er! <strong>Mein Abschlussbericht!<\/strong>\u00a0Mein Jahr hier ist n\u00e4mlich schon fast rum. Kaum zu glauben, wo sind denn die letzten Monate geblieben?<\/p>\n<p>In einem Moment stehe ich noch vor der Freiheitsstatur in New York und im anderen, sage ich bereits meinen Host Eltern auf Wiedersehen!<em> (OH GOTT! Allein wenn ich jetzt daran denke muss ich ja schon direkt losheulen! Nein, Maggi, alles gut- du hast ja noch drei Monate. Durchatmen- durchatmen. puhhh)<\/em><\/p>\n<p>Seit dem Zwischenbericht ist wieder so einiges in meinem Leben passiert und das Interessiert nat\u00fcrlich nicht nur meine Eltern (Die das ja auch irgendwie m\u00fcssen), sondern auch meine Organisation in Deutschland. Deshalb hat sich genau diese, wieder etwas sch\u00f6nes f\u00fcr uns Stipendiaten einfallen lassen, um uns noch ein letztes Mal zu triezten. Ein Abschlussbericht- nein, ist das nicht was feines. Sowas machen wir doch gerne. (Bisschen Paradox, weil ich es wirklich geschafft habe, das gesamte Jahr \u00fcber einen Blog zu f\u00fchren, schreiben, (Selbst High-Five) allerdings wenn man sowas ja machen muss, macht das ja auch gleich viel weniger Spa\u00df! Wie damals in der Schule)<\/p>\n<p>Wie bereits beim Zwischenbericht, habe ich mich an die vorgeschriebene Mindestl\u00e4nge gehalten. Mehr oder weniger. Zeilenabstand und Schrift machen es M\u00f6glich! Viel Spa\u00df!<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn0.vox-cdn.com\/uploads\/chorus_image\/image\/47552879\/Pike_Place_Market_Entrance.0.0.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><em>\u201eDas letzte Jahr beschreiben<\/em>\u201c<\/p>\n<p>Diese scheinbar einfache Aufgabe, verlangt mir doch so einiges ab. Wo soll man nur anfangen? Wie soll man jemanden daheim erkl\u00e4ren, wie es sich anf\u00fchlt, den Koffer im neuen zu Hause auszupacken? Das erste Mal in einem fremden Bett zu schlafen und am darauffolgenden Morgen mit fremden Gesichtern zu fr\u00fchst\u00fccken? Auf eine neue Schule zu gehen, neue Freunde zu finden und eine fremde Sprache dabei zu sprechen? Wenn man das erste Mal auf dieser Sprache tr\u00e4umt? Wie soll man beschreiben, wie einem das Herz anf\u00e4ngt zu rasen, wenn man das erste Mal zu einem Vorstellungsgespr\u00e4ch geht? Das Gef\u00fchl beim ersten Arbeitstag in einem neuen Umfeld? Der Moment, in dem man vor lauter Hektik mit seinen Co-Workern auf Deutsch spricht?<\/p>\n<p>Am Anfang wurden wir davor gewarnt einen Kulturschock zu bekommen, allerdings konnte uns niemand auf diese kleinen Momente vorbereiten. Diese Momente, in denen man \u00fcber seinen eigenen Schatten springen muss. Man w\u00e4chst an Aufgaben und Situationen, Ver\u00e4ndert sich, Entwickelt sich. Es sind diese kleinen Momente die so ausschlaggebend sind und die man trotzdem nicht erkl\u00e4ren kann. Aber man kann es ja versuchen!<\/p>\n<p><em>Angefangen bei der Jobsuche.<\/em> Dort ist bei mir eigentlich so alles schiefgelaufen, was schieflaufen kann. Die erste Firma ging Insolvenz ohne mir Bescheid zu sagen, sodass ich im Januar erstmal ohne Job da stand. Das war einer, der nicht so ganz tollen Momente. Die zweite Firma, wollte trotz mehreren Aufkl\u00e4rungsversuchen, mein Visum nicht anerkennen.<\/p>\n<p>Nach unz\u00e4hligen und erfolglosen Bewerbungen in B\u00fcros, Firmen und Organisationen, konzentrierte ich mich deshalb auch dann auf alle Superm\u00e4rkte, Fast-Food Ketten und Minijobs in einem 50 Meilen Radius. Die bitte Entt\u00e4uschung: Selbst da konnte ich keinen Job f\u00fcr mich finden, denn niemand wollte mich f\u00fcr diese kurze Zeit einstellen. Verst\u00e4ndlich, wer m\u00f6chte schon jemanden Wochenlang einarbeiten, wenn diese Person in vier Monaten wieder die Heimreise antritt. Es war dennoch sehr frustrierend.<\/p>\n<p>Nachdem ich die Hoffnung schon l\u00e4ngst aufgegeben hatte, fand ich Ende Februar einen Job in einem Immobilienmaklerb\u00fcro. Das war ein sehr Euphorischer Moment. Ich freute mich nat\u00fcrlich nicht nur \u00fcber meinen Job, sondern auch dar\u00fcber, dass sich mein neuer Aufgabenbereich im B\u00fcro abspielte.<\/p>\n<p>Dieser umfasste die Betreuung von Immobilien, die Abrechnung in der Buchhaltung, Marketingaufgaben und die Pers\u00f6nliche Assistenz von meiner Chefin.<\/p>\n<p>So lernte ich nicht nur ein v\u00f6llig neues Abrechnungsprogramm kennen, sondern auch das Prozedere auf dem amerikanischen Immobilienmarkt. Ganz anders wie in Deutschland, entscheiden sich viele Amerikaner dazu in Communities zu leben.<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eEine Community beschreibt einen geschlossenen Wohnkomplex mit verschiedenen Arten von Zugangsbeschr\u00e4nkungen. Die Gr\u00f6\u00dfe von Communitys variiert von einzelnen bewachten Appartementbl\u00f6cken bis hin zu gro\u00dffl\u00e4chigen Siedlungen mit \u00fcber 100.000 Einwohnern mit eigener Infrastruktur wie Einkaufsm\u00f6glichkeiten, Gemeinschaftseinrichtungen, eigenen Schulen und Krankenh\u00e4usern und sogar eigenen B\u00fcrozentren und Arbeitsst\u00e4tten.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Zu meine Aufgaben geh\u00f6rte es, unter anderem, eine kleine Community von etwa 300 H\u00e4usern zu betreuen. Darunter fielen das Bearbeiten von Zahlungseing\u00e4ngen und die Kundenkommunikation. In einer Wohngemeinschaft wie dieser, m\u00fcssen sich nat\u00fcrlich alle Bewohner an vorgeschriebene Regeln halten. Wie darf ich mein Haus streichen? Wie hoch darf das Gras wachsen? Wo stelle ich meine M\u00fclltonnen ab? Und vieles mehr. Bei Nichteinhalten der Regeln, muss sich der Anwohner vor der Gemeinde rechtfertigen und gegeben Falls mit Sanktionen rechnen.<\/p>\n<p>In meiner alten Firma habe ich mich bewusst f\u00fcr das Marketing und gegen den Vertrieb entschieden, da mir Kundenkontakt, meiner Meinung nach, nicht sonderlich liegt. Beste Vorrausetzungen also um nun eine Gemeinschaft zu betreuen. Zu Beginn fiel es mir auch sehr schwer mit ver\u00e4rgerten Kunden zu sprechen oder offene Rechnungen einzufordern. Das war eher der unangenehme Teil der Arbeit, allerdings wurde das mit der Zeit auch immer einfacher.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite, durfte ich Willkommenspakete erstellen, Regelkataloge ausarbeiten und neue Verkaufsschilder f\u00fcr die Agentur entwerfen. Alles in Allem war es eine sehr abwechslungsreiche T\u00e4tigkeit, die mir in mancher Hinsicht sehr viel abverlangt, aber auch vieles neues Beigebracht hat.<\/p>\n<p>Auch wenn ich jetzt gl\u00fccklich bin mit meinem neuen Job, w\u00fcrde ich jedem neuen Teilnehmer empfehlen seine Erwartungen zur\u00fcckzuschrauben. Die ersten Monate ohne Arbeit waren sehr deprimierend. Nat\u00fcrlich hat man Anspr\u00fcche und m\u00f6chte die Organisation, aber vor allem sich selbst nicht entt\u00e4uschen. Allerdings kann man den deutschen und den amerikanischen Arbeitsmarkt auf keinen Fall miteinander vergleichen. Einige Programmteilnehmer, haben sich bereits vor dem Jahr ein Praktikum gesucht und sind dann w\u00e4hrenddessen noch f\u00fcr den Job umgezogen. Nat\u00fcrlich habe ich in den ersten Monaten auch dar\u00fcber nachgedacht, gerade wenn man eine Absage aus dem N\u00e4chsten McDonalds erh\u00e4lt. Ich bin jedoch so gl\u00fccklich in meiner Gastfamilie und meinem Platzierungsort, dass es f\u00fcr mich \u00fcberhaupt nicht in Frage kam.<\/p>\n<p>In dem letzten Jahr ist Bellingham zu meinem zweiten zu Hause geworden. Ich bin hier zur Schule gegangen, war arbeiten und habe neue Freunde gefunden. Meine beiden Gasteltern, die wohl beiden tollsten Menschen der Welt, haben mich mit offenen Armen empfangen und ihr zu Hause f\u00fcr mich ge\u00f6ffnet. Wie meine Eltern daheim, standen sie mir immer mit Rat und Tat beiseite und haben mich bei allen Lebenslagen unterst\u00fctzt. Hierf\u00fcr werde ich den beiden auf ewig dankbar sein, denn sie sind der eigentlich Grund warum mein Jahr hier zu etwas ganz besonderem wurde.<\/p>\n<p>Nach dem Jahr USA geht es f\u00fcr mich weiter an die Fachhochschule zum Studieren. Vor meiner Abreise, war ich mir ziemlicher sicher, dass ich mir danach einen Job suchen w\u00fcrde. Studium? Ich? <strong>Niemals!<\/strong><\/p>\n<p>Wenn man jedoch so die letzten Monate res\u00fcmiert, stellt man fest wie sehr man sich weiterentwickelt und ver\u00e4ndert hat. Ich m\u00f6chte einen Schritt weiter gehen und freue mich auf das n\u00e4chste Abenteuer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In m\u00fchevoller Kleinarbeit ist dieses Prachtst\u00fcck in einer stundenlangen und aufwendigen Prozedur entstanden. Viele Opfer wurden gebracht und Leben zerst\u00f6rt, aber hier ist er! Mein Abschlussbericht!\u00a0Mein Jahr hier ist n\u00e4mlich schon fast rum. Kaum zu glauben, wo sind denn die letzten Monate geblieben? In einem Moment stehe ich noch vor der Freiheitsstatur in New York [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":25,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-818","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.32ppp.de\/magdalenab\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/818","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.32ppp.de\/magdalenab\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.32ppp.de\/magdalenab\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.32ppp.de\/magdalenab\/wp-json\/wp\/v2\/users\/25"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.32ppp.de\/magdalenab\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=818"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.32ppp.de\/magdalenab\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/818\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":825,"href":"https:\/\/www.32ppp.de\/magdalenab\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/818\/revisions\/825"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.32ppp.de\/magdalenab\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=818"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.32ppp.de\/magdalenab\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=818"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.32ppp.de\/magdalenab\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=818"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}