A long long trip to California

Samstag 26.12

Steffi und ich machten uns morgens um 9 auf den Weg nach San Diego. Der Abschied von meiner Gastfamilie war gar nicht so leicht. Wir hatten so viel miteinander gemacht und erlebt, dass ich schon dort wusste das ich sie vermissen würde. Es goss wie aus Eimern und es hörte den ganzen Tag nicht auf. Teilweise war es so schlimm, dass ich überlegte an die Seite zu fahren und anzuhalten.
Nach der Hälfte ungefähr dann ging der Spaß richtig los !!! Ich hörte aufeinmal ein komisches Geräusch jedesmal, wenn ich vom Gas ging, als ob mein Reifen kaputt wäre. Das komische war, das Geräusch verschwand, wenn ich Gas gab. Ich beschloss trotzdem auf die nächste Tankstelle zu fahren. Und meine Fre**e hatten wir ein Glück, dass ich das gemacht hatte. Nach langem hin und her Gesuche sah ich, dass bei dem Reifen, wo ich den Fehler vermutete, drei Radmutter fehlten und auch die Bolzen durch die Vibration schon abegbrochen waren. Die anderen Muttern waren auch kurz davor abzufallen bzw. schon locker gerüttelt. Hätte sich noch eine Mutter mehr verabschiedet, wäre der Reifen wohl abgeflogen. Ich will da eigentlich gar nicht drüber nachdenken. Jedenfalls hob ich dann den Wagen an mit meinem Wagenheber und nahm den Reifen vom Auto. Ich rief Joe an und fragte ihn was ich jetzt am Besten machen könnte. Wie gut, dass ich diesen Mann kennengelernt habe. Er kannte jemanden in der Umgebung, der uns die Teile besorgen würde und auch die abgebrochenen Bolzen in der Radtrommel auswechseln könnte. Wir warteten also an der Tankstelle auf ihn. Währenddessen stellte ich ein nächstes Problem fest. Ich hatte mir im selben Reifen noch einen Nagel eingefahren. Das heißt der Reifen verlor auch noch Luft. Ich dachte mir nur so super ! Zu allem Überfluss lief aufeinmal eine allgemeine Flutwarnung vom Staat Missouri im Radio sich doch bitte in höhere Ebenen zu bewegen, um nicht den Gefahren der Flut ausgesetzt zu sein. Jetzt war ich mir definitiv sicher, dass das nicht mein Tag war. Die Tankstelle schloss auch schon und das Licht ging aus. Außerdem wurde es langsam echt kalt im Auto. Wir warteten schon seit 8 Stunden. Es war 2.30 und da kamen sie endlich. Meine Retter in der Not. Es war mir so egal, wie spät es war ich wollte nur diesen blöden Reifen wieder da drauf haben. Er legte sofort los, nahm den Reifen ab kloppte die kaputten Radbolzen raus und tauschte sie aus. Dann als wir alles fertig hatten und es wiederzusammensetzen wollten viel ihm auf, dass die alten Muttern von der letzten Reifenfirma so kaputtgedreht worden sind, dass das Gewinde jetzt so scharf war, dass sie die neuen Radbolzen praktisch abschnitten. Wir hatten also nicht genug neue Radmuttern um den Reifen komplett zu befestigen. Er versprach mir am Morgen wieder zu kommen. Das hieß für uns im Auto zu pennen 😀 Meine erste Übernachtung in einem Auto. War gar nicht so schlimm muss ich sagen. Zwischendurch muss man mal das Auto starten, weil es dann doch kalt wird aber ansonsten war alles gut. Kissen und Decke war ja dabei. Am nächsten Tag dann um 12 kam er endlich wieder vorbei mit den restlichen Muttern und Bolzen. Es war immer noch am Schütten wie aus Eimern, aber wir waren nach einer Stunde endlich wieder fahrbereit. Er hat mit sogar noch seinen Drehmomentschlüssel geschenkt, um die Muttern nachzuziehen. Die Dinger sind echt teuer und er schenkte mir den einfach. Die Rechnung am Ende war zwar 400$, aber wir waren endlich wieder auf der Straße und konnten unsere Reise fortsetzen. Nach 20 Stunden auf der Raststätte !!
Aber das Glück war immer noch nicht auf unserer Seite. Ja immer noch nicht ! Diane schrieb mir aufeinmal eine Nachricht kurz vor Oklahoma City, dass die Staatsgrenze von Texas nach New Mexico geschlossen wurde wegen Tornados und Schneestürmen. Wir versuchten also dem ganzen im Süden Texas auszuweichen. Das klappte auch ganz gut bis wir 2 Stunden vor unserem Hotel waren. Aufeinmal fing es an zu schneien und die Flocken wurden schnell dicker. Es dauerte nicht lange da konnte man nichts mehr sehen und der komplette Interstate war zugeschneit. Genau das hatte ich vermeiden wollen. Meine Reifen sind schon sehr abgefahren und eigentlich nicht mehr optimal für Schnee. Wir fuhren mit 50km/h über den interstate solange die Sicht das denn zu ließ. Dann tauchte ein LKW hinter mir auf. Ich weiß nicht ob die Fahrer Lebensmüde oder das Fahren im Schnee gewöhnt sind, aufjedenfall überholte er mich links mit ordentlich Tempo. Die Straße war immer noch komplett zugeschneit ! Dann setzte er sich vor mich und mit seinem ganzen Gewicht drückte er tiefe Spuren in den Schnee und machte mir so Fahrrillen für mich frei. Ich dachte mir so top Sache. Ich fuhr ihqm also hinterher bis wir nach 2 Stunden durch immer schlimmer werdenden Schneesturm endlich beim Hotel ankamen. Ich sag euch eins: Bin ich froh, dass ich ein Allradauto gekauft habe ☝🏼️

Sonntag 27.12 und Montag 28.12

Sonntag war dann der erste Tag an dem wir ohne weitere Vorfälle endlich mal normal fahren konnten.in Texas konnte man sogar unglaubliche 125km/h fahren. In New Mexico wurde dann zwar ausdrücklich vor extremen Gefahren durch Sandstürme gewarnt, aber anscheinend dachte da oben jemand wir hätten langsam genug erlebt 😄
Montag standen wir früh morgens auf. Wir hatten noch 6 Stunden vor uns, bis wir endlich San Diego erreichen würde. Das Wetter wurde immer besser und die Sonne schien. Es schien so als würde sich langsam alles zum Guten wenden. Ich hatte noch eine Wohnungsbesichtigung und Steffi ein Interview bis wir nach Las Vegas fahren würden, um dort Silvester zu feiern. Die Wohnungsbesichtigung war top und wir einigten uns darauf, dass die eigentümerin den Raum erstmal für mich frei hält. Danach machten wir uns weiter auf den Weg nach Las Vegas. Sprit kostet in San Diego mal eben doppelt so viel, wie in Illinois weswegen ich erstmal dachte ich brauche glaube ich ein neues Auto. Aber mir wurde gesagt, dass das nur wegen den Feiertagen jetzt so teuer wäre. Wir machten uns also auf den 5 Stunden Weg nach Vegas.

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