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Hallo da draußen,

Endlich ist es soweit. Ihr erfahrt wieder etwas über meine Erlebnisse auf der anderen Seite des Teichs. Ich wollte so oft endlich einen neuen Beitrag schreiben, aber es kam immer irgendetwas dazwischen. Wenigstens hatte ich die Zeit mir zwischendurch ein paar Stichpunkte zu machen, um nicht die Hälfte zu vergessen. Dementsprechend ist dieser Beitrag auch wieder einmal länger als erwartet und ich werde, anders als geplant, einen separaten Beitrag erstellen in dem ich Mason City etwas expliziter vorstelle. Aber ich gehe davon aus, wenn ihr lest was ich in den vergangen Wochen alles erlebt habe, werdet ihr nachsichtig sein und verstehen warum ihr so lange auf diesen Beitrag warten musstet und er wieder einmal so lang ist.
Dann wollen wir mal loslegen…

Anfang September war ich mit Tarek (Jordanien), Junn (Philippinen), Dennis (Schweden) und Keisuke (Japan) in Adventureland bei Des Moines, der Landeshauptstadt von Iowa. Adventureland ist ein Freizeitpark, irgendwo in der Größenordnung zwischen Fort Fun und Phantasialand. Allerdings ist auch noch ein Wasserpark angegliedert in dem wir uns bei Temperaturen um die 32°C ausgiebig abkühlen konnten. Das schöne war, dass der Park bis 22 Uhr geöffnet hatte und wir somit all die Lichter der Fahrgeschäfte genießen konnten. Das war allerdings nicht das einzige was ich genießen durfte. Im Park war auch ein Beer Garden aufgebaut, in dem es doch tatsächlich frisch gezapftes Veltins gab 🙂 Der Geschmack war unbeschreiblich…Amazing!!

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Zu meinen regelmäßigen Wochenendaktiväten zählen auch diverse Disc Golf Trips mit Charlie, bei denen wir im Schnitt um die 50 Löcher/Baskets spielen. Neben diesen Ausflügen mit Charlie, standen auch schon zwei Field Trips mit dem NIACC Disc Golf Club an – hier darf ich mich jetzt „Vice-President“ nennen. Einmal ging es nach Stewartville und Austin, Minnesota (ca. 1h nördlich von Mason City) und das andere mal nach Ames (ca. 1,5h südlich von Mason City). Hier konnte ich durch diverse CTPs (closest to the pin) und einmal durch meinen „most improved score“ 5 neue Discs mein Eigen nennen. Kurz zur Erläuterung, ein CTP gewinnt derjenige, der mit seinem ersten Wurf dem Basket am nächsten kommt. Beim „most improved score“ gewinnt derjenige, der auf dem gleichen Kurs, in einer zweiten Runde, seinen Wert aus der ersten Runden am Besten steigern konnte.

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Sonntags gehe ich dann gewöhnlich mit den Schroeders in die Kirche. Die Kirche nennt sich „First Congregational Church“. Das ist eine lutheran, bzw. evangelische Kirche nur noch ein bisschen offener. Ich glaube so kann man es am Besten beschreiben. Ein interessantes Feature hier ist, dass in der Kirche Bildschirme hängen, auf denen die Liedtexte und Gebete erscheinen. Man muss also nicht mehr zwangsläufig in den Gesangsbüchern blättern. Was mir auch sehr gut gefällt, dass nach der Kirche jeder eingeladen ist noch in einem „Gemeinschaftsraum“ zum „Service“ zu verweilen. Hier kann man sich bei kleinen Snacks und Getränken zusammenfinden und einfach ein bisschen ins Gespräch kommen. Somit ist die Kirchengemeinde noch einmal in engerem Kontakt und man kann sich besser kennenlernen. Auch unser Pastor Chuck und seine Frau Sue sind sehr weltoffen und interessiert an neuen Kulturen. Also haben sie mich und meine Freunde zum Dinner eingeladen. Diesmal war auch durch Jean, Brasilien vertreten. Außerdem Ashley, eine Amerikanerin, Charlie und Kathy und neben Chuck und Sue auch ihr Sohn Keegan. Nach einem sehr leckeren und ausgedehnten Dinner (diejenigen die mich kennen wissen, dass ich ordentlich zuschlagen kann…ganz der Iker eben) haben wir uns noch weiter über andere Kulturen und verschiedene Themen ausgetauscht. Selbstverständlich haben wir auch schon einen nächsten gemeinsamen Abend angedacht.

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Nichts desto trotz, muss auch das College weitergehen. Aber um es kurz zu machen, die sprachlichen Unterschiede stellen mich noch vor ein paar Hürden, aber alles in allem hangel ich mich unter Einsatz von Blut und Schweiß durch den Alltag.
Sprechen/schreiben wir aber lieber von den schönen Dingen. Neben dem Disc Golf Club, gibt es hier auch einen Shooting Club für Trap Shooting (Tontaubenschießen). Da ich das noch nie gemacht habe, habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen es einmal auszuprobieren und die lockereren Waffengesetzte ausgenutzt (Das bedeutet nicht, dass ich Sie für gut befinde!). Am Anfang durfte ich zur Übung auf Ziele schießen, die immer in die gleiche Richtung geflogen sind. Als ich dann allerdings vorher nicht mehr wusste in welche Richtung die Ziele geschossen werden, fing es an Heikel zu werden…
Was mich als passionierten Skifahrer natürlich besonders freut, ist die Tatsache, dass das College auch einen langjährig etablierten Ski Club anbietet. Das bedeutet also, dass ich im Winter oft in kleine aber feine Skigebiete in der Umgebung (bedeutet ca. 2-3h Fahrt) für Tagestrips fahren werde. Während der Frührjahrsferien (Spring-Break) gibt es auch einen ca. 1-wöchigen Skiurlaub. Meist nach Colorado. Da ich in dieser Zeit allerdings arbeiten muss, wird es mir wohl nicht vergönnt sein daran teilzunehmen.

Das ist allerdings noch bei weitem nicht alles was hier am College so geboten wird. Zum Beispiel gibt es auch einmal im Monat eine Veranstaltung, bei der alle NIACC Studenten umsonst etwas unternehmen können. So waren wir beispielsweise vor ein paar Wochen bowlen. Da es umsonst war, war es natürlich total überlaufen. Glücklicherweise kannte ich vom Disc Golf Club ein paar Leute die schon am spielen waren und wir durften uns anschließen. Somit waren uns fast 2 komplette Spiele vergönnt. Die nächste Aktion ist dann das richtige für einen Filmfanatiker, Movienight!! Von 18-22 Uhr heißt es Vorhang auf für Kino umsonst 🙂 Selbstverständlich gucke ich mir auch so ca. 1-2 Filme pro Woche auf der großen Leinwand an.

Desweitern hatten wir Anfang September ein Dinner aller Internationaler Studenten um uns am NIACC willkommen zu heißen und auch möglichst viele andere internationale Studenten kennen zu lernen. Auch der NIACC Präsident Steve Schulz war hierzu anwesend. Mit ihm habe ich dann auch ein paar Worte gewechselt habe. Dass letzte große Event im September am College war Homecoming. Homecoming bedeutet, es wird ein großes Fest mit verschiedenen Aktivitäten organisiert wobei sich die jeweiligen Institutionen, meist College oder High-School, präsentieren und ihre ehemaligen Absolventen willkommen heißen. So war z.B. ein Hypnotiseur zu Besuch (klasse Show), man konnte Bubble-Soccer ausprobieren (leider keine Zeit gehabt um es selber zu machen), das neue Nursing-Center besichtigen (ein neues Ausbildungszentrum für Krankenschwestern/Ärzte ist für
ca. 2.000.000$ entstanden – wirklich beeindruckend was mit Technik heute alles möglich ist), und noch einiges mehr…Hier habe ich dann auch unsere örtliche State Representative, Sharon Steckman, kennen gelernt. Sie vertritt in Des Moines den „District 53“ im State Capitol. Die 2. State Representative ist Linda Upmeyer und die Senatorin von diesem District heißt Ragan. Sie vertritt die ca. 60000 Einwohner in diesem District. Alles in allem gibt es in Iowa 100 Representives und 50 Senatoren. Generell war sie sehr interessiert an meinem Programm und meinen Erfahrungen in Amerika bisher. Außerdem hat sie mich eingeladen zu einer Führung hinter die Kulissen der Regierung in Des Moines im State Capitol. Des Weiteren haben wir auch ein Foto zusammen mit ihrem Mann Alan, Dennis und Keisuke gemacht, welches auch seinen Weg in ihren Newsletter gefunden hat. Hier ist der Link dazu -> http://interspire.iowahdc.info/display.php?List=55&N=6679

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Besonders interessant wurde es dann gegen Ende September. Ich habe das Glück in einem Jahr in den USA zu sein, in dem der Wahlkampf in vollem Gange ist. Wie ich mir erklären lassen habe, beginnt dieser für viele Kandidaten meist in Iowa, um schon einmal einen ersten Überblick zu gewinnen. Warum gerade Iowa? Der Grund dafür ist, dass Iowa wohl einer der unabhängigsten Staaten ist, da hier keine größeren Zentren sind, die eine bestimmte politische Ausrichtung haben.
So war also Jeb Bush in Mason City und hat die Werbetrommel gerührt. Wie ich finde ein durchaus angemessener Vertreter der Republikaner, aber im Ganzen dann doch in manchen Fragen nicht das richtige. Nichts desto trotz konnte ich ein Selfie mit ihm machen. Währenddessen hat auch der Reporter vom „Globe Gazette“ zufällig ein Foto von mir und Jeb Bush gemacht und wollte dann meinen Namen wissen, um dass Bild auf deren Internetseite zu stellen. Als ich dann sagte ich bin aus Germany, kam direkt die Frage, ob ich nicht für ein kleines Interview bereit wäre. Naja, den Rest könnt ihr ja in den Bildern unten lesen  Aber hier auch noch einmal der Link zum offiziellen Zeitungsartikel: http://globegazette.com/news/local/bush-touts-his-florida-experience-in-visit-to-mason-city/article_8227ca9e-98d7-5d5f-b30b-3e0bff519c9e.html

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Das war allerdings nicht der einzige Kandidat, der nach Mason City gekommen ist. Bernie Sanders kam am vergangenen Sonntag nach NIACC und überzeugte knapp 1000 begeisterte Zuhörer von seinen Überzeugungen. Es war wirklich sehr spannend mit anzusehen, wie die ganze Menge ihm fast unaufhörlich applaudierte. Sein „sozialistisches“ Programm kommt gut an, in einem Land in dem die Wirtschaft zwar wächst, aber die Löhne im inflationsbereinigten Vergleich geringer sind als in den 70ern. Bei Bernie Sanders konnte ich dann meinen Plan, den ich schon bei Jeb Bush hatte, in die Tat umsetzen. Ich konnte ihn zu seiner Einstellung über das Flüchtlingsproblem in Europa fragen. Leider war seine Antwort eher allgemein. Das es ein Problem sei, welches alle betrifft und man zusammen in dieser Frage agieren muss. Aber hey, davon mal abgesehen, hatte ich das Glück mit einem möglichen zukünftigen Präsidenten „zu reden“. Er hat mich auch gleich als Beispiel benutzt um die Menge davon zu überzeugen das es auch Colleges/Universitäten für deutlich erschwingbarere Beträge geben kann (eines seiner Ziele ist es Colleges gebührenfrei zu machen).

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Und zu guter Letzt. Anfang der Woche durfte ic zusammen mit TJ und Dennis ein kleines Interview im Fernsehen geben. Thema: Eine steigende Zahl ausländischer Mitbürger in Amerika.
Hier ist der Link dazu -> http://kimt.com/2015/09/28/foreign-born-residents-reaching-record-highs/

Jetzt seid ihr endlich am Ende 😉 Ich hoffe es ist euch nicht langweilig geworden!? In meinem nächsten Beitrag erzähle ich euch dann, wie versprochen, ein bisschen über Mason City.

Liebe Grüße und Waidmanns Heil!
Jonas