Top of the world. Eine Reise nach Barrow.

Hallo zusammen,

Heute möchte ich mal kurz über meinen Kurztrip zum „Top of the world“ (Barrow) berichten.  Eine Zusammenfassung zu zweieinhalb Tagen im Norden von Alaska.

Seit Langem hatte ich Barrow,  das mit einigen Superlativen wie nördlichste Stadt der USA,  nördlichstes Footballfield, nördlichster Straße der USA aufwarten kann,  auf meiner persönlichen Bucket list.  Da es mir im Winter bei minus 50 Grad dann doch etwas zu kalt ist, entschied ich mich nun im Sommer passend zum „Whale hunting festival“  nach Barrow zu reisen.

Die Anreise nach Barrow ist ganzjährig nur per Flugzeug möglich,  daher begann ich meine Reise in Sitka und ich flog über Anchorage und Deadhorse ins nördliche,  noch leicht winterliche,  Barrow.  Bereits in Anchorage merkte ich am Flughafen,  dass ein Flug in die North Slope-Gegend doch etwas anderes als ein Abstecher nach Seattle,  denn bereits am Gate sprach mein Sitznachbar davon wie schwierig die Robbenjagd dieses Jahr war. Einige Bilder vom Flug in einer der liebevoll „Combis“ genannten Flugzeuge.

Aktivitäten in Barrow

Fast wie bei einem Drogendeal fuhr ein Mann mit seinem Quad neben mich und bremste scharf ab. Er zauberte ein in Walknochen geätztes Kunstwerk hervor,  dass in einer Doppelwandigen Tüte verpackt war.  Warum er so ein riesen Geheimnis daraus machte erschloss sich mir leider nicht. Nachdem er merkte,  dass ich trotz eines Preisnachlass von knapp 30% kein Interesse daran hatte,  machte er mir ein neues Angebot dem ich nicht widerstehen könnte. Er würde mich zu Point Barrow fahren.  Ich hatte mich vorher darüber schon einmal erkundigt,  leider ist der Straßenzustand zu schlecht,  um dort selbst hinzufahren und aufgrund der Eisbären es zu gefährlich dorthin zu wandern.  Es gibt einige wenige Touren,  diese sind jedoch sehr hochpreisig. Nach kurzem hin und her einigten wir uns auf $60 zu Point Barrow,  dem offiziell nördlichsten Punkt der USA.  Mein Guide und Fahrer Ina ist selbst in Barrow aufgewachsen und kannte sich daher bestens aus. Während der knapp drei stündigen Tour ging es zunächst auf einer Schotterpiste nach Point Barrow und auf dem Rückweg machten wir dann noch Stopp bei einem Bekannten von Ina, der gerade eine Weste aus Robbenhaut herstellte. Er hatte zufällig die Highschool on Sitka besucht. Zum Schluß sahen wir noch das Footballfield der Barrow Whaler’s,  das offiziell nördlichste Nordamerikas. Hier einige Bilder,  die während der Fahrt und in Barrow entstanden sind. Fotos sagen ja bekanntlich mehr als tausend Worte.

Ansonsten gibt es in Barrow noch ein relativ interessantes Kulturzentrum, das die Geschichte der Inuit recht ausführlich darstellt und auch einige Aufführungen hat.  Leider kamen sich selbst die Darsteller etwas blöd vor,  sodass sie die ganze Zeit kicherten und ihr Tanz sehr fragwürdig machte.  Während meiner ATV  Ausfahrt sah ich einige Wale,  Common Seals,   King Eider und Arctic Luns. Einige meiner Sichtungen landeten noch am selben Tag im Kochtopf der Bewohner Barrows. Dies ist zwar traurig, ich sah es jedoch mit Respekt gegenüber ihrer Jahrhunderte alten Traditionen.

Oft liest man ja online die Horrorgeschichten von fast leer gekauften Supermärkten in denen die 12 Dosen Packung Cola $30 kostet. Obwohl ich mich voller Vorfreude in den  örtlichen Supermarkt aufmachte waren viele Preise ähnlich oder bis zu 50% teurer als in Sitka. Sehr erstaunlich war,  jedoch dass der Preisaufschlag, trotz der schwierigen Logistik,  für frische Produkte wie Obst und Fleisch relativ gering war. Wassermelonen gab’s für 1.49 das Pfund. Etwas drastischer sah es an der Tankstelle aus.  Hier ein kleines Bild von der einzigen Zapfsäule in Barrow. Man beachte den Preis pro Gallone.

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Fazit Barrow

Insgesamt war es ein sehr interessanter Trip zur nördlichsten Stadt der USA und ich würde es jedem weiterempfehlen,  der nach einem Reiseziel abseits der Touristischen Trampelpfade sucht und wie ich noch 15K Alaska Meilen übrig hat. Ich fand es sehr eindrucksvoll,  wie auch heutzutage noch viele Iñupiat traditionell Leben und deren Kultur an kommende Generationen weitergeben. Das eingangs erwähnte Whale hunting festival (Nalukataq)  hatte ich leider um einen Tag verpasst. 🙁

Cheers,

Alex

 

Ps: Auf dieser Seite könnt ihr alle Orte sehen,  die ich bereits besucht habe.

Veröffentlicht von

Alexander Bilz

Mein Name ist Alexander Bilz, ursprünlich komme ich aus der Nähe von Augsburg, jedoch werde ich im Rahmen des 32. Parlamentarischen Panteschafts Programms ein Jahr in den USA verbringen. Meine zahlreichen, kuriosen und nützlichen Geschichten teile ich hier auf diesem Blog.

4 Gedanken zu „Top of the world. Eine Reise nach Barrow.“

  1. Hallo Alex,

    toller Kurztrip nach Barrow. Wunderbare Eis-Fotos, blau-weiß wie Bayern. 🙂
    Ich wünsch dir weiterhin viel Spaß bei der „Entdeckung“ Alaskas und Amerikas. 🙂

    Liebe Grüße

    mum

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