Update zu meinem Auslandsjahr in Alaska

Lange angekündigt und nun endlich da: Mein Update zu meinem Auslandsjahr in Alaska für die Monate November und Dezember. Da in diesen zwei Monaten unglaublich viel passiert ist, habe ich in diesem Beitrag einmal die wichtigsten Ereignisse zusammengefasst.

Thanksgiving

PPP Thanksgiving
16,5 Pfund Truthahn

Thanksgiving begann für mich bereits um halb neun morgens, denn um ein komplettes Thanksgiving Menü bestehend aus Truthahn, Süßkartoffeln, Soße und allerlei Beilagen und Deserts pünktlich bis Nachmittags fertigzustellen, braucht man einige Stunden Zeit. In meinem Fall ca 7 Stunden. Meine ehrenvolle Aufgabe war es Unteranderem die Füllung für unseren Truthahn zuzubereiten, alles mögliche Gemüse zu schnippeln sowie einen 16,5-Pfund-Truthahn in einen „Turkeybag“ zu packen, dieser hilft, die Garzeit zu verkürzen und das Fleisch saftig hält. Während unserer Truthahn dann im Backofen vor sich hin schmorte, entschieden wir uns, das traumhafte Wetter zu nutzen, um eine kleine Wanderung zu unternehmen. Als wir zurückkamen, war das Essen dann auch schon so gut wie fertig. Und was soll ich sagen, es war einfach großartig. Butterzarter Truthahn mit Süßkartoffeln, Bohnen und Brokkoli ist schon eine tolle Kombination, wenn das Ganze dann noch mit einem „Pecannutpie“ abgerundet wird, ist es einfach eine unbeschreibliche Geschmacksexplosion.

Reise nach Anchorage, Alaska

Am Freitag nach Thanksgiving ging es dann abends zum wieder einmal zum Flughafen von Sitka, dieses Mal flog ich wieder nach Juneau, jedoch war dies nicht meine Endstation, sondern ich blieb einfach sitzen und wartete, bis das Flugzeug wieder nach Anchorage flog. Das Ganze kann man sich in etwa so vorstellen wie in der U-Bahn, man wartet einfach, bis der passende Stopp kommt, und scheucht dann seinen Sitznachbarn auf, falls man den „begehrten“ mittleren Platz bekommen hat. Zur Info: Es wird aber bei jedem Zwischenstopp durchgezählt. 🙂

Mit 1,5 Stunden Verspätung, zwei Cranberrysäften und einem Chesty Mix später wartete ich dann am Kofferband, bis mein Koffer zwischen all dem gefrorenen Fisch auftauchte. Bereits etwas Müde ging es dann in unsere Hotel. Da wir seit 18 Uhr nichts mehr zu essen hatten und es bereits 24 Uhr war, wollten wir noch kurz in einen Fastfood Tempel gehen (in die „Lobby“), leider hatten alle bereits um 22-23 Uhr geschlossen. Im Endeffekt fuhren wir dann mit dem Taxi durch den Taco Bell Drive Thru. Unseren pakistanischen Taxifahrer störte dies auch nicht, da er sehr eifrig mit seinen Western Union Telefontransaktionen beschäftigt war. Durch rhythmisches Treten des Gaspedals im Leerlauf stellte dieser auch sicher, dass er die 5% Wester Union Gebühren auch bezahlen kann.

Am nächsten Morgen ging es für uns erst einmal zu IHOP. Dem Internationalen Haus der Pancakes. Der Name hierbei ist wirklich Programm, die Pancakes sind super lecker und es gibt auch eine Vielzahl an Sirups und Saucen dazu. Nach Unmengen gebratenem Bacon, Kartoffelrösti und fünf Pancakes ginge es nach Downtown Anchorage, sprich ein paar Touristen Shops, eine Shopping Mall und jede Menge Obdachloser und sonstiger zwielichtiger Gestalten. Anchorage übertrifft in Gewalttaten wie Vergewaltigung, Diebstahl und Bandenkriminalität viele Städte „Down South“ mit ähnlicher Größe. Doch zurück zu Downtown Anchorage. Dort holten wir dann unseren wenig amerikanischen Mietwagen, einen Kia Optima, ab. Den Nachmittag verbrachten wir dann mit Shoppen, denn in Anchorage gab es all die Dinge, die in Sitka so schwer zu bekommen sind. Am Abend besuchten wir dann noch das Ice Hockey Spiel der Anchorage Aces gegen Evansville Icemen. Zu meiner eigenen Verwunderung durfte ich sogar in den 21 Block gehen um dort eine herrliche Blick auf das Spielfeld zu genießen. Da direkt neben mir die „Ersatzbank“ (oder wie man das beim Eishockey nennt) war konnte ich viele der Spieler von Nahem sehen. Etwas leid getan hat mir dabei der Ersatz Torwart, denn dessen einzige Aufgabe bestand darin, einen kleines Türchen für die rein- und raus schwirrenden Eishockey Spieler zu öffnen. Nach dem fulminanten Sieg der Aces machten wir uns dann auf den Weg nach Hause.

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Alaska Aces

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker bereits früh, denn wir hatten uns mit Louis (ebenfalls PPP’ler aus Saldotna) verabredet. Um uns für die knapp drei stündige Fahrt auf dem Alaska Highway 1 („Seward Highway“) zu stärken gingen wir zu Carl’s Jr. Obwohl diese Kette gerne mit Premium Fastfood wirbt, war es mit Abstand das schlechteste Restaurant, das ich hier in den USA besucht habe. Mit aber tausenden gesättigten Fettmolekülen im Bauch machten wir uns dann auf den Weg zu dem auf der Kenai Halbinsel gelegenen Saldotna. Während unserer Fahrt hatten wir mehr als drei verschiedene Wetterzonen: zunächst Regen, dann Schnee und dann etwas Sonnenschein. Bilder von während der Fahrt:

In Saldotna angekommen, zeigte mir dann Louis sein College, seine Feuerwehrstation und wir fuhren mit seinem 4×4 Truck an einen zugefrorenen See, an dem die nachfolgenden tollen Bilder entstanden sind. Es war wirklich sehr interessant zu hören und zu sehen, wie stark sich unsere Erfahrungen zu Alaska unterscheiden aber auch gleichen.  Das Interessanteste war, als er mir erzählte wie bewusst abgeschieden hier einige leben, sozusagen „Off the grid“ und dass man im Prinzip seine eigene Straße eröffnen kann. Was haltet ihr von einem Bilz Drive? Zur bezaubernden Natur brauche ich wohl nicht viel sagen, die Bilder sprechen glaube ich für sich. Diese Stippvisite in Saldotna und Anchorage machten Spaß auf mehr und ich hoffe sehr, dass ich nochmals die Chance habe in die Gegend zu kommen und evtl. die Alaska Railroad nach Fairbanks zu nehmen. Ich fand es total interessant zu sehen, wie stark sich „South East Alaska“ von „South Central Alaska“ unterscheidet.

Das amerikanische Einkaufszentren so ziemlich alles Verkaufen ist ja weitreichend bekannt, doch es gab doch etwas, dass mich wieder einmal überraschte. Während ich meinen Arby’s Sandwich mit Curled Fries genoss (war echt gut!) entdeckte ich, dass die Mal sogar ein kleines Karriere Center hatte: Nämlich „Recruiting Center“ der Marines, U.S. Army und U.S. Airforce. Rein aus Spaß wollte ich mich eigentlich über die Voraussetzungen für die Prestige Einheit Marines informieren, leider waren diese wohl gerade beim Kampftauchen oder beim Specialforceseiskunstlaufen in der, in das Einkaufszentrum integrierten Eislaufbahn. So oder So entdeckte mich ein Recruiter der U.S. Army. Als dieser herbei trat, grüßte ich ihn erstmal entsprechend seines Rangs, danach erklärte mir dieser zunächst die angebotenen Berufe/Studiengänge, meine besondere Aufmerksamkeit weckten dabei klangvolle Berufsbezeichnungen „Chemical, Biological, Radiological and Nuclear Specialist“ oder etwa Special Forces Engineer Sergeant. Als es dann die Frage nach meiner letzten Highschool aufkam, drückte er mir noch einen Flyer in die Hand und zog enttäuscht von Dannen.

Führerschein

Mein Führerschein war eine wirkliche Odyssee, denn vor einiger Zeit hatte ich bereits eine Führerscheinprüfung vereinbart. Hier in Alaska muss man sein eigenes (verkehrstüchtiges) Auto zum Praxistest mitbringen, dies ist jedoch einfacher gesagt als getan. Da der Besitzer meines ursprünglichen „Testwagens“ am Morgen der Prüfung feststellte, dass seine „Registration“ abgelaufen ist, musste ich kurzerhand -30 Minuten vor der Prüfung- auf ein anderes Auto umsteigen. So weit so gut. Wirklich weit kam ich mit einem Ersatzwagen jedoch nicht, denn beim Fahrzeugcheck, stellte sich heraus, dass die Hupe nicht funktionierte. Im Endeffekt blieb mir nichts anderes übrig als einen neuen Termin zu vereinbaren, da das DMV nur einmal pro Woche Fahrtests abhält und diese entsprechend nachgefragt sind, blieb mir nichts anderes übrig als wieder 4 Wochen zu warten. Dieses Mal bestand mein Auto den Test und wir legten unsere Fahrt los, die Route dabei war wohl gewählt, denn wir hielten an gefühlt jedem Stop Zeichen, einmal sogar an zwei innerhalb von drei Metern. Danach ging es weiter auf den großen Parkplatz der zwischen der Mt. Edgecomb Highschool un der der Universität liegt. Dort machten wir einige etwas fragwürdiges Übungen wie gerades Rückwärtsfahren. Wohl wissend dass es eine Schulzone ist hielt ich mich streng an das Höchstgeschwindigkeitslimit oder ca 5-10 Meilen darunter, leider war meiner Prüferin das immer noch zu schnell und somit krochen wir dann mit 5-10 Meilen pro Stunde in der Schulzone (einem leeren Parkplatz) umher. Danach ging es auf eine Route, die mit einem der Verkehrstechnischen Highlights Sitkas, einem Roundabout (Kreisverkehr), gespickt war, zurück zum DMV. Als ich das Auto abgestellt hatte, wartete ich gespannt darauf, ob ich bestanden habe. Als sie die magischen Worte „You’ve passed“ sagte war ich erst einmal überglücklich, sie war mit mir sehr zufrieden, denn ich setzte brav alle Signallichter, was bei den meisten hier nicht gerade der Fall ist. Nun bin ich also stolzer Besitzer eines Führerscheins, ob ich mir nun doch ein Auto zulege, hängt von meiner Wohnsituation in der zweiten Hälfte ab.

Finals Week

Es gibt ja so einiges was Amerikaner angeblich können oder nicht können, eines dass Sie wahrlich perfekt beherrschen ist, aus jedem noch so lästigen Termin ein Event zu machen. Die Prüfungswoche wurde kurzerhand in ein „Stressfest“ umbenannt und meine Studentenregierung machte diese mit organisierten Subway Snacks, einem Masseur und Mandalas angenehmer. Die Finals Week ist eine Serie von Terminen, in denen Abschlussarbeiten geschrieben werden und Deadlines an den Projekte eingereicht werden müssen oder so wie im Fall meiner Mitschülerin eben einen halben Tag danach. Außer meinem astronomischen Dr. Pepper und Kaffee Verbrauch war es dann bei mir schlussendlich halb so schlimm. Vorbereitung ist eben doch das halbe Leben. 😉 Mittlerweile habe ich nun auch meine Notenübersicht erhalten: 97,3% (A) sowohl in Algebra als auch in Humanities. Wer jetzt denkt, dass ich einen Ausländer-Mitleidsbonus erhalten habe, denn muss ich leider enttäuschen. 😀

Kultur

Auch kulturell war im Dezember und November in Sitka einiges geboten. Denn es wurde unteranderem eine sehr gelungene Interpretation des Nussknackers aufgeführt. Da viele der Tänzer aus Sitka kamen, war es doppelt lustig da man dadurch so gut wie alle kannte. Ein anderes kulturelles war das weihnachtliche Blechbläserkonzert, bei diesem zahlreiche bekannte, klassische Stücke aufgeführt wurden. Zu diesem wurden dann auch einige Musikanten außen der Lower 48 und Anchorage eingeflogen. Da alle bereits in internationalen Ensembles gespielt haben, war es wirklich auf Weltklasseniveau.

Dekorieren für Weihnachten

Als treuer Leser meines Blogs, wisst ihr sicherlich bereits, wie ich Weihnachten verbracht habe, falls nicht könnt ihr es hier im Detail nachlesen. Jedoch half ich auch bereits in Sitka einen Christbaum zu schmücken. Obwohl es hier zahlreiche Bäume gibt, haben die Meisten übrigens eine Plastiktanne. Mit Tonnen von Lametta überdeckt, spielt dies jedoch auch keine Rolle mehr. Die Dekoration darf in den USA auch gerne mal etwas kitschig und außergewöhnlich sein. Die Frage ob rote oder silberne Kugeln, stellt sich hier nicht. Stattdessen kommt einfach alles auf den Baum. Hier ein Gesamt- und ein Detailbild von dem von mir geschmückten Weihnachtsbaum. Wie findet ihr ihn?

 

Amerikanisches Gesundheitssystem

Über das Amerikanische Gesundheitssystem gibt es zahlreiche Schauergeschichten, einige davon sind (leider) war, wie ich am eigenen Leib feststellen musste. Kurz nachdem ich aus Anchorage zurück kam, stellte ich fest, dass mein linkes Auge immer roter wurde und auch schmerzhaft zum jucken begann. Mit meinem Verdacht auf Bindehautentzündung machte ich mich also auf den Weg zum Augenartzt. Leider war diese für den ganzen Tag bereits vollkommen ausgebucht. Da es offensichtlich keinerlei Wille und Zeit der Ärtztin für meine wirklich üble Augenerkrankung gab, folgte ich dem Rat in die Notaufnahme zu gehen. Das Flair dort war wirklich einmalig: Jeder liegt auf einer Liege, die mit einem Vorhang umrandet ist und aus den Lautsprechern dudeln ununterbrochen Weihnachtslieder. Ab und an läuft eine Krankenschwester umher die Reeses (Erdnussbutter Süßigkeiten) verteilt. Nach knapp 50 Minuten war ich dann endlich an der Reihe und hoffte darauf, dass meine Tränenflüssigkeit analysiert wird sowie ein Fachmann einen Blick auf meine Hornhaut wirft. Stattdessen wurde routinemäßig wurde erst einmal allerhand Werte wie Blutdruck und Co. gemessen, was das mit einer Augenkrankheit zu tun hat, ist mir bis heute schleierhaft. Meine Auge selbst, wurde während der ganzen Behandlung nur mit einem Sehtest, bestehend aus Buchstaben von einer Tafel ablesen, getestet. Die Diagnose war dann ein siebenseitiger Website Ausdruck, auf die ich mit der Hilfe von Dr. Google auch gestoßen bin. Mit dem wohlklingenden Versprechen, das es in drei Tagen wieder gut ist, und ohne Diagnose, ob es sich um eine bakterielle oder virale Entzündung handelt, ging ich dann erst einmal nach Hause. Nachdem es samstagabends (mehr als 4 Tage später) immer schlimmer wurde, entschloss ich mich vorsorglich noch einmal zum Krankenhaus zu gehen. Dieses mal jedoch zum Anderen (in Sitka gibt es erstaunlicherweise zwei). Meine Frage, ob ich wieder gefühlte 10 Seiten ausfüllen muss oder ob meine US-Versicherungkarte ausreicht, wurde kurz und knapp mit „Of course, Welcome to America!“ beantwortet. Dieses Mal hatte der Arzt glücklicherweise etwas mehr Fachwissen, sodass es meinen Augen nach einigen Tagen wieder besser ging. Da mir keiner sagen konnte, wie hoch die Rechnung sein wird, habe ich in bester kaufmännischer Manier schon einmal angefangen Rückstellungen in unbekannter Höhe zu bilden. Freunde von mir meinten, dass es teilweise Jahre dauert, bis man die Rechnung erhält. Obwohl Sitka für alaskische Verhältnisse relativ gut medizinisch versorgt ist, ist es z.B. nicht einmal möglich ein Kind auf natürlichem Wege zu gebären, dafür muss man 3 Monate vorher nach „Down South“ (Seattle) fliegen. Insgesamt wurde mir mit dieser Erfahrung sehr bewusst, wie dankbar man für das (oft zu unrecht verschriene) deutsche Gesundheitssystem sein sollte. Ich war froh, dass ich während meiner Krankheitsphase von Zuhause aus per VPN arbeiten konnte, denn so etwas wie Krankheitstage gibt es hier für temporäre Angestellte nicht.

Bisherige Wohnsituation&Umzug

Wenn man so durch meinen Blog schaut,  erkennt man schnell,  dass ein Austauschjahr eine wahrlich tolle Möglichkeit ist, großartig und einmalige Erfahrungen zu sammeln.  Über meine bisherige Wohnsituation hatte ich bisher nur einmal kurz in den Kommentaren gesprochen, ansonsten lies ich diese unerwähnt. Da ich das Gefühl habe, dass mein Blog ohne die ganze Wahrheit nur ein potemkinsches Dorf ist, entschloss ich mich nun über meine bisher -eher unzufriedenstellende- Wohnsituation zu berichten. Ich möchte damit ausschließlich niemanden diskreditieren und ich war und bin jederzeit trotzdem sehr froh in Sitka zu sein. Das erste Semester über wohnte ich im Dorm (Wohnheim).

 Im gesamten Wohnheim wohnten außer mir leider nur zwei andere Studenten. Das Verhältnis zu ihnen war gut, jedoch unternahmen wir selten etwas gemeinsam.  Nicht nutzbare Gemeinschaftsräume taten ihr Übriges. Eine häufig angepriesene „Amerikanische Dorm Experience“ kam dabei nicht auf. Die meiste Zeit verbrachte ich mit Freunden außerhalb des Wohnheims. Leider fehlte es auch an Grundausstattung wie z. B. Staubsaugern zur Reinigung der Räume.  Mein Zimmer befand sich in einem Gebäude, das von der Sitka Fine Arts Camp (SFAC) Stiftung betrieben wurde. Alle Bewohner verfügten über ein möbliertes Einzelzimmer, die über das relativ große Gebäude verteilt waren. Zu dem gab es mehrere Räume, die gemeinschaftlich genutzt werden konnten: Eine Küche und eine Lounge. Sehr ärgerlich war, dass entgegen der ursprünglichen Zusage, dass kostenloses Wifi, das für die Erledigung der Hausaufgaben unabdingbar ist, während der ersten zwei Monate nicht zur Verfügung stand.  Die Bausubstanz der gesamten Wohnanlage ist renovierungsbedürftig, insbesondere die Sanitär- und Heizungsanlagen sollten dringend modernisiert werden. In der Vergangenheit wurden Renovierungsarbeiten von Freiwilligen teilweise begonnen und entweder gar nicht oder nur in Teilen umgesetzt.

Gemeinsam mit meinem College Coordinator suchte ich bereits seit kurz nach meiner Ankunft nach einer Gastfamilie. Leider war diese zugegebener Maßen anfänglich nur von geringem Erfolg gekrönt. Da mein Mietvertrag am 12 Dezember endete und der Dorm aufgrund mangelnder Nachfrage geschlossen wurde, war ich mehr als überglücklich, dass ich mein Zimmer bei meinen Gasteltern David und Sonia am 10. Dezember beziehen konnte. Bei meiner Gastfamilie gefällt es mir bisher sehr gut und wir verstehen uns bestens.

Klausurtagung in Juneau

Während die CSU zur Klausurtagung nach Wildbad-Kreuth fährt, flog ich gemeinsam mit den anderen fünf Mitgliedern der Studentenregierung für ein Wochenende nach Juneau. Doch von vorne. Am Freitag saß ich also am Flugzeug nach Juneau und freute mich auf ein interessantes, lustiges und produktives Wochenende in Juneau. All zulange konnte ich in diesen Gedanken nicht schwelgen, denn der Flug von Sitka nach Juneau dauert nur ca 25 Minuten. Ohne Tomatensaft dafür mit großem CO2 Fußabdruck und einer Stunde Verspätung kamen wir dann in Juneau an. Nach einigen Flügen muss ich wirklich zugeben, dass ich diese Airline einfach mag. Ob es daran liegt, dass sie die Einzigen sind, die Sitka das ganze Jahr über anfliegen, ob es das gute Vielfliegerprogramm oder der Club49 ist, ich weiß es nicht. Zum Alaska Airlines Phänomen habe ich kürzlich einen tollen Artikel gelesen. Doch zurück zum Retreat. Da wir alle mächtig hungrig waren, gingen wir erst einmal in eine Kinder-Pizzeria, die einer Spielautomatenhölle gleichte (Bullwinkle Pizza) und danach zum Großeinkauf bei Fred Mayers, wo ich diesen Gaumenschmaus entdeckte:

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Nachdem wir reichlich Kaffee, Diet Coke, richtigen Bacon und Kartoffelchips gekauft hatten konnten wir uns endlich zu unserer „Cabin“ aufmachen. Diese lag so abgeschieden, dass Discovery Channel wahrscheinlich bald irgend eine neue Survival-Aussiedler-Sendung wie Alaskan Bush People dreht. Es gab weder Handy Empfang noch einen Winterdienst, diese tat unserer Tagung jedoch keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil.

Unsere Tagungsunterkunft
Unsere Tagungsunterkunft

Während unseres Retreats machten wie zahlreiche teambildende Maßnahmen, analysierten unsere Meyer Briggs-Test Ergebnisse, planten unsere Events und besuchten den Campus der Universität in Juneau, die ebenfalls zur University of South East Alaska (UAS) gehört. Es war ein spannendes und tolles Wochenende mit wenig Schlaf, viel Koffein und tollen Erfahrungen.

Hier noch einige Bilder aus dem winterlichen Juneau:

Silvester

Gerne würde ich an dieser Stelle eine glorreiche Silvestererfahrung teilen, doch ich mach es kurz: Ich lag mit Magen-Darm Grippe im Bett und entschied dementsprechend früh schlafen zu gehen. Um Mitternacht wachte ich dann zufällig noch mal kurz auf und so konnte ich einen kurzen Blick nach Außen wagen und ich sah nur ein sehr, sehr kleines, mickriges Feuerwerk. Im Nachgang erfuhr ich, dass in Sitka kein Feuerwerksbedarf verkauft wurde und viele Leute es bevorzugen das Feuerwerk aus New York im TV zu bestaunen. Nach etwa zwei Tagen und unzähligen Tassen Kamillentee ging es mir dann auch wieder besser.

Zwischenbericht

Wenn man meinen Blog so liest, könnte man fast meinen, dass ich 1 Jahr Erlebnisurlaub in Alaska mache und Alles Spiel, Spaß und Fun ist. Leider hat man als Junger Botschafter auch einige Pflichten und Aufgaben, eine davon ist das verfassen eines Zwischen- und Abschlussberichts. Obwohl ich bereits vor meiner Weihnachtspause mit dem Bericht angefangen habe, musste ich trotz meines miserablen Gesundheitszustands an Silvester diesen fertigstellen. An dieser Stelle auch Vielen Dank an meinen Bruder und meine Mutter fürs Probe lesen. Da der Bericht einige Details enthält, die bisher unerwähnt geblieben sind, habe ich mich entschieden, diesen auf dem Blog zeitnah zu veröffentlichen.

Fazit

Mittlerweile sind es sechs Monate, seit denen ich in den USA bin und noch immer lerne ich täglich neues über diese sehr vielseitige Gesellschaft und Kultur. Dafür bin ich unglaublich dankbar. Obwohl das anfängliche „Honeymoon“ Gefühl zugegebenermaßen etwas nachgelassen hat und ich nun im Alltag angekommen bin, merke ich bereits jetzt wie mich diese 6 Monate persönlich reifer und selbständiger gemacht haben. Ich bin sehr dankbar für alle Freunde, meine Gastfamilie und Programmverantwortlichen in den USA und in Deutschland, die mein Auslandsjahr zu einer einzigartigen, tollen Erfahrung machen. Voller Freude, Tatendrang und neuer Vorsätze schaue ich nun voller Spannung der zweiten Programmhälfte entgegen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir einen kurzen Kommentar mit Fragen, Anregungen, Kritik oder sonstigen Emotionen hinterlässt.

Mehr Updates und Sonderbeiträge folgen hoffentlich bald!
Alex

Veröffentlicht von

Alexander Bilz

Mein Name ist Alexander Bilz, ursprünlich komme ich aus der Nähe von Augsburg, jedoch werde ich im Rahmen des 32. Parlamentarischen Panteschafts Programms ein Jahr in den USA verbringen. Meine zahlreichen, kuriosen und nützlichen Geschichten teile ich hier auf diesem Blog.

7 Gedanken zu „Update zu meinem Auslandsjahr in Alaska“

  1. I laughed a lot reading this post. I think Gaumenschmaus is my new favorite German word. I think it was the special way you used it. 🙂 Yes, I have to say I feel a little embarrassed – we do tend to just throw any and all decorations on the Christmas tree and we really do just watch fireworks on TV. In fact, there has been talk of just having laser shows for New Year’s Eve and Independence Day instead of fireworks in big cities (I think so many cities have banned fireworks because of complaints of dog-owners and because too many house fires). I have yet to see a laser show actually happen though. I think you might like the celebration for Independence Day on July 4th much better. It’s much more festive than New Year’s Eve.

    And about the U.S. healthcare system. Unfortunately, many people use the Emergency Room as a regular visit to the doctor. Many people still do not have health insurance even with the recent reforms. But an emergency room visit can never be denied to a person regardless of their financial situation or whether they have insurance. But it still puts a huge strain on the healthcare system overall if many people are using it for non-emergencies. I think this is partly why they took blood pressure, etc. It’s standard for a regular visit to the doctor. I thought you were going to say you were prescribed anti-biotics without much of a diagnosis. I know anti-biotics are often over-prescribed. I’m actually really surprised they did nothing – that’s actually more unusual in my experience.

    I’m glad you like Alaska Airlines. They fly all over the U.S. and have really made a good impression with their customer service.

    Also there is another reason why women travel „down south“ to have babies. Apparently there are very few specialists in Alaska, so most surgeries (which many pregnancies can end as a c-section), are actually scheduled in Seattle. Often, insurance will pay to have you flown „down south“ to get surgery because the cost, including the flight, is lower than having the surgery in Alaska. That’s how Brent explained it.

    Anyway, excellent post, Alex – you are a great writer. This will be a fun thing to keep and read again many years in the future. And I love the photos! Nicely done.

    1. Jenny,

      Thanks for your very comprehensive comment.

      1. I am glad that you like Gaumenschmaus. It’s honestly not one of the everyday German words, but I like to use some more „rare“ and euphemistic words. There is definitely no need to feel ashamed; I think your (palm)tree looked really classy and not tacky at all. Many of my friends also told me that Independence Day is much bigger than New Years eve, therefore, I am still hoping for a little American Fireworks experience. Even though Laser shows can be pretty cool.

      2. Thanks for clarifying the U.S. healthcare system for me. I was aware of the fact that many Americans still don’t have a health insurance, even though the American Government is pushing really hard recently. My fellow worker told me that they are not allowed to reject you, but they will track you down even if you’re homeless and unemployed. I really hope that I don’t have to go there again. 😉 Brent’s explanation sound really reasonable, however, it seems like a really big effort for a comparatively easy operation like a c-section. Wouldn’t it be cheaper to just train someone? Do you have those „Walk in Clinics“ in MLT?

      3. At the end of March, I will have approximately 30000 Alaska Airline Miles. With those miles, I could book 4 one way flights within Alaska or 1.5 Return flights within Continental U.S. and Canada. I am currently already planning on how I could use them, but I haven’t finally decided. Barrow AK, Dutch Harbour AK and Orlando FL all sound tempting. 😉

      Thanks so much for kind words. It’s always a great honour to get a compliment from you! I am still persuaded that it really helps to take the time to write a blog post (or a diary), as it makes me think a lot about my experiences and the things I’ve already achieved.

      Stay safe!

      Cheers,
      Alex

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