One month America – eine Altlast aus meinen Entwürfen

One month America – eine Altlast aus meinen Entwürfen

Gerade als ich von einem wunderbaren Erlebnis des heutigen Tages berichten wollte, ist mir aufgefallen, dass ich in meinen Beiträgen noch was zur Veröffentlichung ausstehen hatte: Taadaaaa, vor etwa einem Monat (mein Gott ich bin schon zwei Monate hier!) wollte ich euch folgendes wissen lassen:

Ich war mit Lorenzo „downtown“, um a) nach einem Monat hier endlich mal meinen Hostdad live mit seiner Band Innerspice spielen zu sehen, um b) rauszukommen und c) einmonatiges Jubiläum zu feiern… naja uns ist das eigentlich eher dort aufgefallen. Was uns witzigerweise auch erst kurz zuvor aufgefallen ist: wir wohnen nur 10 Minuten voneinander entfernt! Unglaublich gute Grundlage, um zusammen die Gegend zu erkunden. Aber bevor das passieren kann, hier mal ein kleiner Überblick über die aktuelle Lage:

College

Im College habe ich mittlerweile Hausaufgaben auf, an die ich mich mal ranmachen sollte, bevor die ersten Test anstehen. In jedem Fach außer in Jazz und Ballett werde ich drei Tests über das Semester verteilt schreiben und hier und da Zusatzpräsentationen machen. In Geisteswissenschaften widmen wir uns derzeit der Architektur. Projekt: Finde zwei Häuser, die du analysiert und vergleichst. Mit Foto und Essay im MLA-Style. Das ist die korrekte Form, wie eine Arbeit an der Uni auszuehen hat. Ich konnte meinen Spanischkurs von ursprünglich Dienstag und Donnerstag verschieben, sodass ich nur von Montag bis Mittwoch Uni habe. Das lange Wochenende begünstigt einmal die Freiwilligenarbeit, bei der ich mittlerweile auch schon einen Fuß in der Tür habe und Trips in die Umgebung.

Freiwilligenarbeit

Bei einem Secondhandladen im Stadtkern von La Grange habe ich angefragt, um dort als Ladenhilfe tätig zu werden. Es hat geklappt! Ich bin drin! Und ich habe wunderbare Arbeitskollegen dort! (Bald mehr dazu!)

Studentclub

Ich war auf einer Informationsverantstaltung vom Living Leadership Program, welches dir nach Teilnahme an 5 Vorträgen und einer „Abschlussarbeit“ eine kleine Urkunde über deine Teilnahme am Programm einbringt. Das klang sehr interessant, zumal die Mitglieder dieses Clubs total aufgeschlossen und nett waren. Außerdem konnte ich dabei ein Mädel kennenlernen, die im Cross & Country Club ist. Sie hat mich eingeladen zum Training zu kommen, was mich tierisch freut, weil ich mir das sowieso mal ansehen wollte, nur einfach nicht wusste, wo ich hin muss. Obwohl COD super organisiert ist, ist mir doch aufgefallen, dass es ziemlich schwer ist, einen Überblick über die verschiedenen Clubs und deren Tagungszeiten zu bekommen. JEDENFALLS bin ich natürlich auch in Bärbels German Club. Ich weiß nicht, ob ich das vorher schon mal erwähnt habe: Bärbel ist unsere Collegekoordinatorin und kommt ursprünglich aus Deutschland. Super nette Frau. Am 12. September werden wir mit dem Club die „Van-Steuben-Parade“ in Chicago anschauen. Bin sehr gespannt.

Leisuretime

WingsVergangenes Wochenende war ich mit Laurel und Eve downtown um das „Chicago Diner“ auszuprobieren! Seht euch dieses FEAST an! Einfach nur Wahnsinn, real American Fastfood. Ich hatte einen super großen Burger mit Speck und Waffle-cheese-fries… Wer aufmerksam gelesen hat fragt sich jetzt; SPECK?! JUDITH?! Haha, nein ich bin nicht zum Fleischesser geworden:

Alles was ihr hier sehen könnt ist vegan! Supernice! Würde ich auch den Fleischessern unter euch empfehlen, wenn ihr mal nach Chicago kommt! Außerdem waren wir heute am Labour Day Weekend traditionell „applepicking“ also Apfelpflücken. Wir sind dafür den Michigan Lake hochgefahren nach vegan feastWisconsin, in die Nähe von Kenosha. Die Umgebung dort ist einfach so, wie man sich Amerika vorstellt. Farmen an, meilenweite Wiesen, und irgendwie hat mich das alles sehr an Deutschland erinnert. Nicht zu unrecht, wie ich dann aufgeklärt wurde. Früher waren ungefähr 60% der Einwohner deutschsprachig. Das und mehr hat mir der Apfelbauer erzählt, auf dessen Grundstück wir gefühlt 1 Tonne Äpfel, verschiedenster Sorten kriegen konnten. Der Mann wusste einfach alles über die Äpfel und hat passioniert über jede Sorte gesprochen, die er uns auch versuchen lies. Außerdem hat er mir erzählt, dass er nach dem Krieg versucht hat seine deutschen Wurzeln zu finden und war erfolgreich in der Nähe von Straubing. Hat ihn anscheinend sehr gefreut, jemanden aus Deutschland auf seiner Farm zu haben.

Wisconsin!Pabst Mansion(vor der Pabst Mansion; nicht der wirkliche Pabst; das ist ein Braumeister gewesen)

WP_20150905_056Danach sind wir dann noch weiter hoch nach Milwaukee gefahren, die Brauereistadt schlecht hin. Wirklich sehr schöne Stadt. Laurel hatte die super Idee in ein etwas besonderes Restaurant zu gehen, ganz im Spionstyle. An der Tür wurden wir nach dem geheimen Passwort gefragt und im Restaurant konnte man verschiedene Rätsel lösen. Super witzige Idee! Das müsst ihr euch ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=bo1hjpb2fMo

Menue

Morgen werde ich mit Eve und ein paar Freunden von ihr zu den Dünen fahren. Ich bin super gespannt, wie das aussehen wird. Wusste nicht, dass es am Lake Michigan Dünen, also richtigen Strand. Das Wetter soll jedenfalls super werden und die Stimmung ist gerade einfach sehr genial, weil total viel los ist! Bin gespannt, was ich euch davon im nächsten Blogeintrag berichten kann! Alles in allem: Die Straßen kommen mir langsam vertraut vor, nach und nach, weiß ich, wer in den umliegenden Häusern wohnt, auf dem wöchentlich stattfindenden Markt um die Ecke habe ich eine Frau gefunden die super leckeres Brot verkauft, annähernd wie zu Hause, ich habe die Hosteltern von Ann-Kathrin kennengelernt und werde demnächst mal Lorenzo bei seinem abgefahrenen Hostdad besuchen, vermutlich nehme ich am Living Leadership Program teil, Laurel hat mich an eine Lehrerin vermittelt, die mich gerne in ihren Deutschunterricht als Material einbinden möchte, mein Volunteerjob wird bald anfangen, ich muss mich langsam für nach einem Job ab Januar umschauen; da hat mich heute Morgen der Nachbar schon gebeten ihm doch meinen Lebenslauf zuzuschicken, weil er Kontakte in der Medienbranche hat (JUHU! den CV muss ich allerdings noch verfassen :D). Der erste Innlandsflug steht auch schon fest: am 17. September geht’s auf nach Portland, dazu aber mehr, wenn es soweit ist. So stay tuned!

Mittlerweile kann ich euch auch schon von Portland und Vancouver und dem Volunteerjob und und und erzählen!

Die Auto-Odyssee!

Nach gefühlt 100 Milliarden Anrufen bei Privatpersonen, Autohändlern, Insurance Companies, 500 Besuchen bei Autohändlern und verschiedenen Staatseinrichtungen, wie der Deutschen Botschaft, dem DMV, bin ich jetzt doch endlich fähig, ein Auto in den USA zu fahren!!!

Mein 2001 Saturn SL2 und ich: eine unendliche Geschichte.

Jack, Laurel, Judy, Babe!

Die Entwicklung im Groben sieht so aus: Recherche zunächst über Craigslist (sowas wie ebay-Kleinanzeigen) Kategorie: Privatpersonen, dann bei Händlern, dann über meine Gastmama und deren Arbeitskollegen, dann über Google bei Händlern in der Nähe. Und nachdem das größte Hinderniss überwunden schien, weil ich das Auto gefunden hatte kam eigentlich der schwierigste Part: Auto nach Hause holen, Führerschein und Versicherung. Denn ohne den Führerschein von Illinois wollte mir keine Versicherung eine „Quote“ also Auskunft über den Preis einer Versicherung geben oder mich eben gar nicht ers nehmen. Ohne Versicherung – kein Autofahren.

Aber erstmal zurück zum Anfang:

Schon kurz nach Ankunft bei meiner Gastfamilie, war für mich klar, dass bald ein Auto her muss. Klingt aber leichter als es ist, vorallem, wenn man, wie ich keine Ahnung hat. In Deutschland hab ich das so einigermaßen auf dem Schirm, aber, da hier ja Liter „miles per gallon“ und gefahrene Kilometer „Mileage“ sind und das alles in einem ganz anderen Kontext steht als es in Deutschland der Fall ist, erleichtert nicht gerade diese Ausnahmesituation in kürzester Zeit ein Auto zu finden um mobil zu werden.

Ich war drei ganze Tag mit Laurel on the Road, um irgendein Auto zu finden, was preislich und qualitativ irgendwie zusammengepasst hat. Ich glaube wir haben über 300 Autos ausgecheckt. Sind mindestens über 6 Carlots gewandert. Gestaltet sich doch schwieriger, wenn man keine Ahnung hat.

Schicksalstag war allerdings Samstag der 15. August. Meine Gastmum und ich machten uns morgens bei sengender Hitze auf den Weg, um uns in einer etwas runtergekommenen Gegend (Crestwood), bei YourChoiceAutoCars ein paar Modelle anzusehen. Die Jungs haben mehrere Shops in der Gegend und schienen im Internet auch eine gute Auswahl zu haben. Als wir hinkamen, waren die Angestellten allerdings eher weniger hilfsbereit und in der Hitze waren Laurels und meine Laune auch schnell bei Null. Die Autos waren heiß, keines sah wirklich nach was aus. Ich hab auch immer gleich die „Vehicle Identification Number“ in eine App eingegeben um zu sehen, wie viele Besitzer das Auto schon hatte, wie viele Meilen damit schon gefahren wurden und und und. Ziemlich praktisch, aber die Nummern sind endlos und man vertippt sich ja doch leicht.

Also wieder runter vom Hof: Ab zum Nächsten. Dort angekommen: Kein Auto unter 5.000 Dollars. Not my pricerange! Händler Nummer 3 hat bestimmt was für uns! Ich muss sagen die Männer dort waren ziemlich nett, allerdings wollten sie mir auch ne Karre andrehen, deren Vorgeschichte nicht vielversprechend aussah mit 4 Besitzern und ständigen Reparaturen.

„Es kann doch nicht schwer sein eine vernünftige Karre für 2500 Dollars zu finden, die mich ein Jahr ohne größere Probleme transportieren kann.“

Mittlerweile hatte ich geistig sogar schon mein Kostenlimit erhöht. Ich hatte gehofft dadurch liese sich leichter etwas finden. An diesem Samstag wollte ich nach einer Woche Suche einfach endlich Erfolg haben.

Unterdessen war das Klima draußen etwas gnädiger und weil wir schon den langen Weg nach Crestwood gekommen waren, fuhren wir nochmal zum Anfang zurück: Your Choice Auto. Dort wurden wir schon mit einem allwissenden Grinsen begrüßt. „Ooooh you’re back!“. … Ja vielleicht. Diesmal hatte er aber einen Autovorschlag für mich, der sich sehen lies: Ein weinroter Saturn, der meinen Ansprüchen gerecht werden sollte. Auch, wenn der Kleine ein eingedrücktes Licht hat und ein paar Dellen, fand ich ihn beim Probefahren nicht schlecht. Auch Laurel schien zufrieden. Und der fremde Mann, der fleißig ein anderes Auto inspizierte und den ich fragte, ob er sich den Saturn mal anschauen wolle, erzählte uns nur gutes über Saturn und seine Erkenntnisse, nachdem er gefühlt alles unter die Lupe genommen hatte.
Der Händler meinte dann, dass er mir das Auto mit dem Titel und den Nummerschildern + Steuern für 2.500 „out the door“ überlassen würde. „JUHU! ENDLICH! Bald kann ich Auto fahren!“ Dass das aber mindestens noch eine Woche dauern würde hatte ich nicht geahnt.

Wir brachten das Auto noch zu einem Mechaniker in der Nähe, um die Grunddinge checken zu lassen. Das würde ich jedem empfehlen, bevor er ein Auto anzahlt oder kauft. Die Händler sind auch meistens einverstanden damit; wenn nicht, wäre auch irgendetwas sehr Faul an dem Deal. Wir brachten das Auto zu Pepboys, und nach einer Stunde Warten und ca. 20 Dollars weniger in der Tasche, brachten wir das Auto wieder zuürck. Der Inspektionsbericht sah einige Reparaturen an den Rädern für ca. 1000 Dollars vor. Das war nicht, was ich mir vorgestellt hatte…
Wir zeigten den Händlern den Schrieb. Ihr Nachbar, der zufällig Mechaniker war… und irgendwie doch mit den Jungs unter einer Decke steckte, bot mir an die Reparaturen bis Dienstag für die Hälfte zu machen. Für 400 Dollars willigte ich ein, machte meine Anzahlung und feierte den Triumpf mit Laurel, Eve und ihrem Freund bei einem Burger im Pub. Zwar zahlte ich jetzt fast 1000 Dollars mehr für das Auto aber es schien, als sei es ein guter Deal.

Weil ich Probleme hatte, mein Geld von meinem deutschen Konto auf mein amerikanisches Konto zu überweisen, hatte ich bis Dienstag leider kein Geld, weshalb ich das Auto nicht abholen konnte. Als ich Mittwochabend mit meinem Gastdad aufbrach, um das Auto abzuholen wurden wir am „Parkplatz“ schon vom Mechaniker aufgehalten. Beim reparieren des Autos ging irgendwas schief, weshalb er jetzt auf ein neues Autoteil warten muss. (Anlauf Nummer 1 gescheitert.) Freitag können wir es holen. Ok alles klar, aber dass da nicht mal jemand anrufen und bescheid geben kann hat mich schon geärgert. Zumal mir der eine der Händler sowieso ständig irgendwelche SMS geschrieben hatte, die ich nicht verstehen konnte, weil er auf Googletranslate die deutsche Übersetzung benutzte.

Also bis Freitag warten. An dem Tag konnte leider keiner mitkommen, um das Auto zu holen. (Mittlerweile ist seit der Anzahlung schon fast eine Woche vergangen) Ich hab mich dann noch per SMS vergewissert, ob das Auto fertig ist. Also Samstag, 22. August, mit Eve und Laurel aufgebrochen für den 2. Anlauf. Leider war Laurel die Tage davor sehr krank und ihr Mann und ich waren uns nicht sicher ob sie fahrne kann. Deswegen bat er Eve und ihren Freund mit mir hinzufahren. Allerdings waren die beiden nicht sehr begeistert früh morgens aufzustehen. Und es stellte sich dann doch heraus, dass Laurel ziemlich tapfer ist. Also war es eine Frauensache. Wir fuhren bald los, weil Eve und ein paar Freunde mit mir um 12 auf das obermegahammergeile Renaissance Festival in der Nähe fahren wollten (in nächsten Beitrag mehr dazu). Als wir beim Autolot ankamen hatten alle anscheinend irgendwas zu tun. Der Saturn weit und breit nicht zu sehen. Ist noch beim Alignmentshop, hieß es. Das Auto die Fahrspur des Autos musste nachjustiert werden. Also warten. Wir fuhren zum nächsten Dunkin Donuts um uns zu stärken und als wir zurückkamen immernoch kein Auto… Es gab einen Fehler. Das Auto ist noch nicht justiert. BAMBAM BAAAAAAM! Ihr könnte euch vorstellen, dass das nicht gerade erfreulich für uns alle war. Und länger warten konnten wir an diesem Samstag wegen dem geplanten Ausflug nicht.

Montagabend war es dann der 3. Versuch und wie heißt es so schön: Alle guten Dinge sind drei!
Mit Jack und Laurel, meinen Gasteltern in der Tasche konnten wir dann das Auto abholen, die vorläufigen Nummernschilder wurden drangemacht, der Titel wird mit Post zugeschickt und wegen der Unannehmlichkeiten bekamen wir Sprit für 20 Dollar reingetankt. Ich war richtig wütend und echt nicht mehr zu spaßen aufgelegt, aber letztendlich war die Odyssee eine Megaerfahrung und während der Autfahrten hatte ich stets gute Gespräche mit meiner Gastfamilie. Laurel meinte auch, dass sie jetzt alles über Autos weiß und sich so erfahren fühle, wie nie. Süß! 😀

WP_20150824_007 (Böser Mann und ich bei Verhandlungen über Entschädigung! Der rechte hat mir immer die SMS geschrieben.)

Und nachdem mich dann gestern endlich das richtige DS-2019, ein Formular auf dem unbedingt die Illinois-Adresse stehen muss, erreicht hatte, konnte ich auch meinen Führerschein holen. Der erste Versuch mit dem DS-2019 sah so aus:

1. Versuch DMV

Danke Eve, dass du mich immer so tapfer ins College gefahren hast und mit mir die Drivers License geholt hast. Achja! Dort wurde ich auch zum ersten Mal als „Kraut“ bezeichnet… und die Papiere wurden unnötigerweise drei Mal gecheckt. Überhaupt war es eine sehr nervenaufreibende Geschichte und ich danke meiner Gastfamilie unendlich, dass sie mich so gut unterstütz hat. Gerade (Freitag, 28. August) warte ich noch auf einen Autoversicherungsvertreter, der mir ein Angebot machen wollte und dann kann ich auch schon mit meinem „Babe“ die Straßen erkunden!

DMV 2. Versuchhier könntest du jetzt ein Bild mit meinem Führerschein sehen

Achja ganz vergessen: Als Dankeschön für die Mühen und um ein bisschen deutsches Essen in die Küche zu bringen, hab ich dann noch Apfelstrudel, wie ihn Mama macht, gekocht. Laurel war so begeistert! Sie hat die ganze Backstunde über aufmerksam zugeschaut und ganz viel gefragt. Ich selbst war echt erstaunt, wie gut alles ging und, dass er am Ende wirklich wie in Thurndorf geschmeckt hat!

Deutschland vs. USA Version von Apfelstrudel.

Apfelstrudel in GermanyApfelstrudel in AmericaTeigLaurel und Eve

Geplant ist für heute ein Besuch in Chicago: Veganes amerikanisches Diner und vielleicht ein Museumsbesuch!

College ist soweit super gut! Meistens sehr geniale Professoren, die ersten Tage gab es immer Essen umsonst und irgendwelche Karaokeparties oder ähnliches am Campus. Wird vermutlich viel Arbeit geben, aber ich bin sehr gespannt!!

Meine Lektionen für das Kapitel Autokauf:

1. Es kommt doch immer anders als gedacht.
2. Autohändler in Amerika sind meistens aus der östlichen Hemisphäre.
3. Auf Craigslist versuchen Privatpersonen meistens ihren Mühl etwas überteuert loszuwerden.
4. Grundsätzlich wollen sie ihr Auto nicht bei sich zu Hause, sondern an einem öffentlichen Platz vorzeigen.

Kleine Anekdote: Ich hatte einen supercoolen Beatle in dunkelblau gleich um die Ecke gefunden, bin mit meinem Gastdad hingefahren und tadaaaa… D: in Wirklichkeit sah das Teil nicht ansatzweise so aus, wie auf der Webseite. Meiner Meinung nach ein Überbleibsel eines verheerenden Unfalls. Die Scheiben waren schon heruntergelassen und sobald wir uns ins Auto setzten und losfuhren wussten wir auch weshalb. Es fing an seltsam zu riechen, irgendwo aus der Lüftung kamen komische Geräusche und ein elektronischer Dauerton umrahmte die Probefahrt. Nicht ansatzweise 2.500 Dollars wert.
Nachdem ich dann noch einen Toyota mit meiner Gastmama angeschaut habe, wusste ich, dass das nicht so weitergehen konnte. Der Preis war viel zu hoch und runterhandeln lies sich die Person auch nicht. Zumal es nicht das eigene Auto war und wir uns irgendwo im Nirgendwo zum Auto anschauen getroffen hatten.

5. Mit dem Budget für ein Auto doch etwas flexibel sein.

Tipp für die nächsten PPPler in Illinois:

Es ist wichtig, dass in euer DS-2019 die Addresse von Illinois, der Endplatzierung eingetragen wird, sonst könnt ihr, wie ich und 6(?) andere fast 4 Wochen warten, bis ihr euren Führerschein in der Tasche habt. Von dem her: Cultural Vistas gleich mal auf die Füße treten und dranbleiben.

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German Embassy #Uber

Seit meinem letzten Eintrag war ich noch zweimal in Chicago.

Einmal um die crazy Flugshow zu sehen, die jedes Jahr stattfindet; Dieses Jahr ist unglücklicherweise ein Falschschirmspringer ums Leben gekommen. Kein Wunder, denn es ist wirklich sehr gefährlich. Schnelle Flugzeuge die aufeinander zusteuern und erst in letzter Sekunde die Kurve kratzen. Trotzdem ist es ein sehr beliebtes Event. Den Zug von La Grange nach Chicago hab ich nie so voll erlebt, wie an diesem Tag. Der Strand und die ganze Promenade waren voll von Menschenmassen.

Das andere Mal stand ein Besuch bei der deutschen Botschaft auf dem Programm. Mit zwei weiteren PPPlern, die in Illinois platziert sind, Ann-Kathrin und Yannik bin ich dorthin um mir eine Bestätigung für 33 Dollars ausstellen zu lassen, dass ich Autofahren kann und somit den Führerscheintest nicht noch einmal machen muss. Nach all dem Papierkram kann ich nicht so ganz nachvollziehen, weshalb es heißt, dass es nur in Deutschland so viel Bürokratie gäbe! Aber anders als in Deutschland hat uns der Wachmann in der Botschaft die Wartezeit mit seinen Witzen versüßt. Es hatte fast den Anschein als wäre er eigentlich Stand-up Comedian und extra angestellt um die Stimmung etwas aufzulockern. Man stelle sich einen schwarzen Mann in voller Uniform vor, der vor dir steht mit toternster Miene und fragt ob du wohl gerade Freundschaft schließt mit den Leuten, weil du dich unterhältst. Auf die Antwort ja kommt: Es ist Ihnen nicht gestattet das zu tun, es sei denn der Security Mann erlaubt dir das! Lovely guy!

Danach sollte es schööön Pancake-Frühstück geben bei Ed Debevics (ich hab 1000 Anläufe gebraucht um den Namen so einigermaßen auf Englisch aussprechen zu können). Hab vorher schon die Adresse rausgesucht – nicht weit zu laufen. Dass der Laden aber nur am Wochenende Frühstück serviert und unter der Woche nicht vor 11 öffnet hab ich dabei allerdings übersehen. Also standen wir vor verschlossener Tür… mit grummelnden Mägen. ALLERDINGS kam mir eine weitere gute Idee… (diesmal aber wirklich!) Warum nicht Uber ausprobieren und zu Lou Mitchells fahren (gutes Diner, welches mir meine Gastschwester am ersten Tag gezeigt hat)?!
Uber ist eine sehr sehr gute Möglichkeit um günstig von A nach B zu kommen. Funktioniert fast wie Taxi nur, dass dich Privatpersonen durch die Gegend fahren, die sonst nicht wissen, was sie mit ihren schicken Karren anfangen sollen. Man lädt sich die App, gibt dabei die Kreditkarte an und wann immer man eine Mitfahrgelegenheit braucht, klickt man in der App das entsprechende Feld an. Man bekommt dann eine SMS, wie lange es dauert um abgeholt zu werden und es teilt mit, wenn der Fahrer da ist. So hier noch ein Danke an Ann-Kathrin, Abby (Ann-Kathrin’s Gastschwester) und Yannik, dass ihr mir vertraut habt und die Fahrt über so schön über mich gelacht habt.

Dort angekommen gabs in authentischer Atmosphäre, wie sie sich selbst bezeichnen „American—Traditional Coffee Shop Diner—“Serving the World’s Finest Coffee” Pancakes, Eier und so viel Kaffee, wie man will. Kleiner Fact um die Authentizität zu untermalen: Der Besitzer wurde gefragt ob sie ne Kette draus machen können, weil es so beliebt war/ist aber weil er Angst hatte, dass es dann zum Einheitsbrei wird, hat er es nicht zugelassen – Danke dafür. Am Eingang gibt’s für jeden Besucher ein Donut Hole (sowas wie kleine Krapfen; eben das Mittelstück eines Donuts) und Milk Duds (Karamellschokostückchen) for free.

 

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Und aktuell: Heute eine Yogaschule ausgetestet, die ihre Räume heizt, damit man richtig schwitzt und die Tante von Eve kennengelernt, in einem echten irischen Pub, wie es sich für einen Gallagher gehört. UUUnd mittlerweile hab ich auch ein Auto! Oder fast! Aber das erklär ich dann, wenn das Ganze über die Bühne gegangen ist! Fingers crossed! Stay tuned!

So much going on!

So much going on!

Ich weiß gar nicht wie mir geschieht! Gestern habe ich festgestellt, dass wir erst 1 Woche und drei Tage hier sind dabei kommt es mir so vor als wäre ich schon Monate in den USA. Nicht weil ich mich schon an die rieeeesigen Größen im Supermarkt gewöhnt hätte,… (heute waren wir wieder einkaufen… huge! und sooo viele Ben&Jerry-Sorten unter 5 Dollars!!!)

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…eher weil ich in den letzten Tagen so viel Kram erledigt habe, wie ich es in Deutschland vielleicht in einem Jahr tun würde. Naja, Auto hab ich noch nie gekauft. Ich suche gefühlt schon seit Ankunft aber es war erstmal schwer überhaupt zu verstehen womit mileage im Deutschen vergleichbar ist. Außerdem sind die Distanzen hier so groß, dass es eher schwer ist ein gebrauchtes Auto unter 150.000 Miles zu finden. Was ist ein guter Verbrauch, welche Autoteile wären leicht ersetzbar und bei welchen Autos wäre die Reparatur vermutlich teuerer…? Heute war ich mit Laurel, meiner Hostmum, den ganzen Tag unterwegs nur um ein Auto zu finden und natürlich war nicht wirklich was dabei. Aber was will man schon erwarten für 2000 Dollars… das ist mein momentanes Limit, aber ich denke das wird sich schnell ändern. Wenn ich solche Teile sehe, hätte ich da schon sehr Lust drauf 😀

Lotus

Immerhin: Social Security Card ist beantragt. Die brauche ich für mein Praktikum und den amerikanischen Führerschein. Diesen bräuchte ich zwar nicht wirklich, weil ich einen internationalen habe, aber falls es mal zu einer Polizeikontrolle kommt, ist es einfacher. Zudem habe ich mein checking account eröffnet bei Chase Bank und einen Handyvertrag von T-Mobile gefunden mit dem ich so einigermaßen leben kann; 40 Dollars sind aber monatlich trotzdem ca. 20 Euro mehr als ich in Deutschland bei Alditalk gezahlt habe… aber so ist das!

Was sonst so los war:

First Time American Cinema

zusammen mit Hostfamily except Hostdad. Danach gabs lecker Essen im Garten und eine Runde Carcassonne.

Cinema La Grange

Orientationday at College – go COD!

Haha so viel Teamspirit hab ich selten erlebt. Ein Professor wurde bei der Präsentation seines wunderbaren College so sentimental, dass er fast geweint hätte. Hat sich bisschen angefühlt wie im falschen Film aber… ok! Zum Einstieg gabs ein Selfie und über den ganzen Tag verteilt Naschen, Mittags eine fette Lunchbox mit Bagel, Cookies, Obstsalat und Chips. Außerdem gabs nach dem Anmelden für den Orientierungstag einen Turnbeutel mit Federmäppchen, Block und Stiften, T-Shirt und später irgendwann sogar ne Powerbank… crazy!

Chapparel

Wie ihr bestimmt feststellen könnt haben wir auf dem zweiten Bild mit unserem Mascot, dem Chapparral-Laufvogel, lange Sachen obwohl wir uns IM Gebäude befinden. Aber da drin ist es sooo verd***t kalt, dass es einen nur friert, selbst, wenn man sich noch was überzieht. Ich werde euch auf dem laufenden halten, wie sich das entwickeln wird.

Ann-Kathrin und ich sind auf demselben College und haben sogar miteinander Spanisch. Richtig! Leute ich lerne Spanisch! :DD was hab ich mir nur dabei gedacht in den USA Spanisch zu lernen, wenn ich noch nicht mal Englisch richtig beherrsche. Aber ja, außerdem werde ich eine class in Mass Communication nehmen, Einführung in Kunst, Jazzdance und Ballett.

Night out at Chicago und Deepdish Pizza

Hab ein paar PPPler beim Cloud Gate auch bezeichnet als „Bean“ treffen können und danach gings zu Giordano’s Pizza essen! Dachten wir; es gab 1 Stunde Wartezeit, aber hat sich gelohnt:

Deepdish

Stuffed with gooooood Mozzarellacheese! 😀

Selfietiiiiime

Soweit so gut, wenn ihr Fragen habt: Schreibt gerne! Noch hab ich einigermaßen Zeit! <3

Goodbye New York, hello La Grange!

Goodbye New York, hello La Grange!

Liebe Menschen,

mittlerweile bin ich schon bei meiner Gastfamilie in La Grange angekommen und sie ist wirklich so aufgeschlossen und nett, wie befürchtet! Nachdem ich am Bahnhof im Empfang genommen wurde und wir mit dem Amtrak 20 Stunden unterwegs waren, wurde ich gleich mal in ein riiiichtig geniales American Diner entführt. Solche Portionen an Pancakes und Toasts habe ich noch nie live gesehen. Wenn dann im Film! Mit meiner Gastschwester hab ich den gestrigen Abend dann bei ihren Bekannten verbracht. Sie waren alle zusammen auf Sprachreise in Berlin und somit war ich da gestern mit meinen German Haribos an der richtigen Stelle. Mir wurden die Gummibärchen förmlich aus der Hand gerissen. Obwohl es sie hier gibt, schmecken sie in Deutschland wohl besser.WP_20150808_014

 

 

 

 

 

 

 

Als Gegenleistung gabs für mich Smores: melted Marshmallows between two Crackers and Hershey’s Chocolate. YUMMI. Aber seeeehr süß.

Marshmallows

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Auch wenn mich gerade eher andere Dinge, wie Handyvertrag, Autokauf und College beschäftigen sollte, möchte ich doch noch kurz von den zwei, drei Tagen New York schildern.

Meine Highlights:

Brooklyn Bridge bei Sonnenaufgang. Haben uns ein Cab genommen und waren bis ca. viertel 6 an der Brücke. Sehr schönes Gefühl und kaum jemand war zu dieser Zeit unterwegs. Nur nach und nach kamen die Jogger aus ihren Löchern gekrochen.

Mit einem Citybike die „Bike Lane“ am Wasser entlang fahren. Für 10 Dollars kann man die Räder 24 Stunden lang nutzen. Kleiner Haken an der Sache: Man muss jede halbe Stunde das Fahrrad an einer der Stationen, die über die Stadt verteilt sind, abstellen sonst zahlt man drauf und als Nicht-Kenner der Stadt kann das zum Ende hin schon etwas aufregend werden. Außerdem möchte ich nicht wissen, wie viel Transferkosten mit der VISA-Card da auf mich zukommen 😀 Wert war’s mir aber auf jeden Fall. So nimmt man die Stadt ganz anders war und somit bin ich zufällig noch an ein Filmset gekommen.

Das One World Trade Center hat vor kurzem erst geöffnet und für 32 Dollars bekommt man einen genialen Blick über die Stadt. Besonders bei Abenddämmerung. Die Karten haben wir uns schon vorher vor Ort gekauft, um auf Nummer sicher zu gehen. Allerdings hat mir beim Warten eine Dame auch ein kostenloses Ticket angeboten, weil sie welche für ihre Reisetruppe bekommen hatte und noch welche übrig waren.

Bei der 2-stündigen Stadtrundfahrt am 2. Abend bekamen wir auch einen wunderbaren Einblick in die NYC Area.

Zum Hostel würde ich sagen: Super cool, dass man den gesamten Fitnessbereich mit Schwimmbad umsonst mitnutzen kann, allerdings war Schwimmen ohne Badekappe nicht drin. Die Zimmer sind tatsächlich sehr klein; ich dachte immer, dass die anderen PPPler vor uns vielleicht ein bisschen übertrieben haben, aber auf so kleinem Raum den Koffer aufmachen, war schon wirklich ein Akt und echt nervig. Deswegen wäre es wirklich schlau, sich alle Klamotten, Duschgel, Zahnputzdinge, usw. In einer kleinen Tasche seperat einzupacken und die dann immer griffbereit zu haben.

Und weil wir im Amtrak leider kein Wlan hatten, konnte ich euch nicht schon früher von den wunderbaren Erlebnissen berichten. At the moment it seems quite strange for me to write German because I’m already used to talking English even if it’s still hard for me to find the right words at the right moment. Today was the first night I dreamed in English, too.

So this is gonna be interesting!! 😀

Morgen das erste Mal das College auschecken! Eve meine Gastschwester ist so nett und fährt mich momentan, weil mir noch das Auto fehlt!

 

Wurzelsuche

Meine Großeltern sind schon zwei Süße! Habe heute den Auftrag bekommen, wenn ich doch zufällig in einem Suburb von Chicago wohne, könnte ich doch bei „Verwandten“ in Lockport vorbeischauen. Fälschlicherweise dachte eine Familie namens Gradl, meine Großeltern Gradl hätten dieselbe Abstammung und waren kurzerhand zu Besuch in Deutschland. Dass das aber nun auch schon über 20 Jahre her ist, sehen die beiden nicht als Hindernis da mal hinzufahren. – ein etwas anderer Ansatz die Gegend zu erkunden!

Abschied

… ist nicht leicht und in den letzten Tagen habe ich sehr sehr oft Ade sagen müssen. Verbunden mit sehr guten Aktionen, wie ein letztes Mal in der Rosi abgehen, Pancakefrühstück in der Turm-WG, Linseneintopf mit den „Brodaz“, wunderbares Essen mit der Patin, hier und da ein Hausbesuch, Hab und Gut mit dem Patenkind erkunden. Ist schon seltsam zu wissen, dass man ein schönes, schönes Nest verlässt. Besonders, weil mich mein aktueller Zukunftsplan vorerst nicht mehr dauerhaft an meinen angewärmten, angestammten Platz zurückführen wird. Aber Wandel liebt, wer lebt und gerade sitze ich schon seeehr hart auf Kohlen. Neues! Wunderbar! Und was gut war, bleibt. Begleiten wird mich jetzt schon mal ein wundervolles Büchlein mit schönen Andenken, ursprünglich zum Geburtstag gedacht, aber auch irgendwie zum Abschied aus Bayreuth <3

Abschiedsbuch

Mein Koffer ist immernoch leer, dabei geht es bei mir morgen schon los. Meine Eltern nehmen die lange Autofahrt nach Frankfurt auf sich um mich persönlich zu verabschieden und gönnen sich noch die letzte Nacht mit meiner Schwester und mir im Hotel.

Wow, ich merke gerade, dass ich wirklich schreibselig bin; wie sich das wohl weiterentwickeln wird?

Um noch kurz zu erklären, weshalb „Chicago-Judy“ (wie die meisten bestimmt schon gesehen haben ist das mein Benutzername): Emeka, ein richtig cooler Kerl, den ich in Bayreuth kennenlernen durfte und der eigentlich in Seattle wohnt, konnte sich tagelang Fragen über USA und „Lebensart“ anhören. Er hat es mit Humor genommen – danke dafür – und mich kurzerhand Chicago-Judy getauft.

Countdown

Dienstag, 28. Juli 2015. Gerade aus Bayreuth gekommen, gut genächtigt, oh du liebes Bayreuth.

Noch 7 Tage.

Ungefähr genau jetzt werde ich im Flieger sitzen und Deutschland von oben betrachten. Die Tage sind gezählt und spannend ist: Was tut man eigentlich in den letzten Tagen? Wo man maximal noch 7 Tage deutsches Brot frühstücken kann oder 7 mal mit Papa um Punkt 8 die Tagesschau im Röhrenfernseh kucken kann.

Genau! Erstmal lernen wie Apfelstrudel geht. Will ja meiner Gastfamilie mal meine Kochkünste vorführen und dabei am Besten noch was gutes Deutsches (?!oder Österreichisch?), jedenfalls typisch Müllnerisches kochen. Mama zeigt wie’s geht, Judith macht nach und schreibt auf.

Danach noch versuchen möglichst viele Familienmitglieder an einen Tisch zu bringen um Vorkoster zu spielen.

Der Versicherungsmensch wird noch kommen um letzte Dinge abzuklären; ich hoffe dann doch, dass ich genug versichert bin – Stereotyp: Deutsche wollen alles versichern – check!

Und dann geht’s auch schon nach Weiden, um meine liebe Freundin nochmal zu drücken und einen letzten Kaffee im Beanery zu genießen! (BESTER KAFFEE)

München – Konsulat – Visum

München – Konsulat – Visum

Man muss sich vorstellen: Eine ominöse Menschenschlange mitten auf dem Gehweg der Königinstraße, vor einem tristen Flachbau, mit halbhohem Zaun abgesperrt. Sieht nicht unbedingt einladend aus, aber der Sicherheitsbeamte gibt mir gleich das Gefühl hier richtig zu sein. Er bemerkt mich, tritt mit seinem Klemmbrett auf mich zu und fragt: „Haben Sie einen Termin? Wie ist der Name?“. … falls das nicht irgendein special Nachtclub ist, wird das schon passen. Allerdings sucht der Herr schon etwas sehr lange auf der Liste. An dieser Stelle keine Panik, falls du deinen Termin per E-Mail und nicht über das Onlineportal ausgemacht hast; Du stehst nur einfach mal auf dem letzten Blatt, was natürlich erst am Ende ausgecheckt wird, während du dir schon 100 Szenarien ausgemalt hast, was alles schiefgelaufen sein kann. Sowas wie… „Oh Gott, heute ist doch der 13. Juli oder?! Vielleicht haben sie meinen Namen falsch geschrieben? Vielleicht… ist der Termin doch zu einer anderen Uhrzeit?“

Puh, Glück gehabt. Er hat mich. … wusste ich natürlich ;D. Nach einer kleinen Wartezeit geht’s dann immer im Zweierpaar durch das kleine Kontrollgebäude. Hierbei: Alle „technical devices“ und große Geldbeutel halten bei der Sicherheitskontrolle nur unnötig auf. Mein Partner hatte anscheinend sein ganzes Home-Office dabei.

Danach durch die schwere Tür ins Hauptgebäude und sofort sieht alles ein bisschen amerikanisch aus. Jalousie, Ventilatoren, Plastikstühle; Kennt ihr Scrubs… erinnert mich ein bisschen an Flimszene daraus. Eine Lady mit grauen Haaren vor mir am Tisch spricht mit American Slang, fordert dieses und jenes Dokument an. Zack, zack, zack, alles gleich parat. „Yeah, gleich geschafft, geht ja schneller als ich dachte!“… dachte ich. Aber da hab ich die Rechnung ohne die Lady (an dieser Stelle würde ich eigentlich mal lieber einen Namen schreiben, aber den hab ich leider nicht mehr im Kopf) gemacht.

„So, Sie geyhen yetzt ruaus. Um die Konsulat herum und kaufe eine Bwriefmarque und eine Umschlag.“ … Sorry, was? Ich soll jetzt nochmal raus auf die Straße und dann nochmal die Prozedur von Neuem starten? Noooo… das hätte man mir ja auch mal früher sagen können. „Seit wann ist das so?“ „Hören Sie mal, Sie mussen schon nigt das Visum zahlen also können Sie den Postweg zahlen! Wir mussen ja das Visum schicken!!!“. Ok sorry, ist ja schon gut.

(Btw. das sind keine Rechtschreibfehler… ich wollte nur die amerikanische Sprachfärbung rüberbringen)

Überlebenstipp: Immer Umschlag mit Briefmarke für die Zusendung des Reisepasses und des Visums dabei haben.

Sie drückt mir einen gelben Zettel in die Hand auf dem steht, dass ich bis in 15 Minuten wieder ins Konsulat darf. Also wieder raus auf die Streets von München einmal ums Haus herum, an dem netten Herrn mit Maschinengewehr vorbei und in einen kleinen Shop in der Schönfeldstraße die geforderten Mittel kaufen. In letzter Zeit verkauft der Herr vermehrt Briefumschläge und Briefmarken…

Zurück vorm Haupteingang mit dem Zettel auf dem explizit steht, dass ich heute nochmal rein darf. Jedoch die Nachfrage, wo mein Ausweis sei. Guter Mann, den hat die Lady im Konsulat. Aaaach, Sie waren heute also schon mal da?… Genau! Nochmal anstehen, nochmal durch die Sicherheitskontrolle. Diesmal scheint mein Geldbeutel doch interessanter zu sein als beim ersten Mal und wird erstmal genauer inspiziert: „Das ist doch kein Geldbeutel… so groß wie der ist! Und was da alles drinsteckt!“ Ok, danke für den Hinweis. Weiterhin anstehen, bis ich wieder vor der Bearbeiterin stehe.

Ok alles klar, jetzt scheint alles schnell zu gehen. Ich soll sofort zum Schalter 1 gehen! Aber das heißt nur, dass ich dort meinen Reisepass mit Bild abgebe, mich setzte, nochmal zum Schalter darf, um zu sagen, wie alt mein Foto ist und um meine Fingerabdrücke abzugeben, mich nochmal zu setzen und dann abschließend mit einem Bearbeiter der amerikanischen Seite spreche, der dann sagt: Visa accepted! YEAH!VISAVISA

Zu Hause dann gleich mal den Briefumschlag aufgerissen und nur meinen Reisepass, das D-2019 und einen Zettel mit „Viel Spaß in den USA“ vorgefunden. Keine Panik, keine Panik: Das Visum ist eingeklebt … (natürlich weiß das jeder außer mir :DD)

 

NOW I KNOW!

NOW I KNOW!

ILLINOIS

Das wird mein Staat!

Krass das jetzt zu wissen!
Gleich mal festgestellt, dass so ein Blog gar nicht schlecht ist, wenn es 11 Uhr nachts ist und man so ne wichtige Info verarbeiten musst, aber keinen Mensch um sich rum aufwecken will, oder verrückt machen will oder oder oder!!

Um ehrlich zu sein habe ich keine Ahnung, was mich da erwarten wird!

Gleich mal das Klima dort gecheckt… nicht unbedingt besonders… Es gibt Sommer wie Winter und das alles wohl klein bisschen extremer als in Bayreuth (wobei die Kälte vielleicht nicht zu übertreffen ist ;D)

Irgendwie hat man ja unterbewusst doch immer die ein oder andere Idee, wo es einen hinverschlagen könnte. Und um ehrlich zu sein hatte ich da an etwas Heißes gedacht; sowas wie Westküste?! 😀

Abeeer nun ist es CHICAGO, Baby!

Aufs College werde ich in DuPage gehen und zusammen mit meiner Gastfamilie (Mama, Papa, Gastschwester; der Bruder ist schon ausgezogen und etwa so alt wie ich), werde ich in Le Grange, einem Vorort von Chicago wohnen! Auf den ersten Blick kommt mir das ganze schon seeeehr sympatisch vor: Der Vater spielt in verschiedenen Bands, meine Schwester geht auf dasselbe College und „they love Yoga“!! <3 (:

Weitere Infos folgen!