Ich habe einen Waschbären gesehen. Mitten auf der Straße. Mitten in der Stadt. Der kleine Fratz. Waschbärenbande Or Die!
Gute sinnlose Einleitung. Check
Gerade war noch Montag. Jetzt ist es halb eins und Dienstag.
Ich sitzliege in Madison auf der Wohnzimmercouch, habe ein klingeln (und Deafheaven) in/auf den Ohren und erfreue mich des Lebens.
Es geht mir gut. (ist mal wieder ein verstecker Link. Sneaky Sneaky.)
Hat folgenden Grund.
Also erst mal muss man einen Plan schmieden. Und wie jeder weiß, brauch man für einen guten Plan immer (immer!) eine Karte:

Station 1) Haus
Station 2) Konzert
Station 3) [optional] Kris
Also damit kann ja schon mal nichts mehr schief gehen.
Genug Firlefanz. Jetzt aber mal seriös.
War auf einem Konzert. Und zwar im Majestic Theatre in Madison.
Gebt das mal bei Google ein und schaut euch Bilder an. Ein wunderschöner Laden. Ist ein altes Theater, mitten im Zentrum von Madison.
Hab mal ein hochqualitatives Bild mit meinem Telefon gemacht:

Das war direkt nach dem Konzert.
Und wenn man den Laden verlässt sieht das ungefähr so aus:

Also wirklich zentral.
Spannendes Bild, weil eine Straße weiter ein großes Nachtlager von Obdachlosen ist. Direkt neben dem Capitol. „Schöner“ Kontrast in drei Richtungen.
Russian Circles haben gespielt. Eine instrumentale Post-Rock/Metal Band aus Chicago. Habe nur ein Album, das ist aber echt starkt. Also hin.
Großer Vorteil von instrumentalen Bands. Kein Gesang.
Also muss man nicht versuchen irgendein Gekautze durch das Geschrammel zu verstehen. Aber instrumentale Musik kann auch etwas langweilig wirken.
Aber das heute Abend.
Puh. Das war stark.
So viel „Druck“. Tiefes Wummern, Bass in der Brust. Intensität.
Schwer in Worte zu fassen.
Die drei kamen wortlos (nach einem langem sphärischen Gedüdel) auf die Bühne. Ist auch schwer was zu sagen, so komplett ohne Mikrophone. Hat aber was für sich.
Und der Spaß ging los. Es gab fast keine Pause zwischen den Lieder, statisches Fiepen oder Gitarrengekniedel. Irgendetwas ist fast immer passiert.
Und dieser Druck und dieser Rhythmus. Da muss man irgendwie mit seinen Körperteilen wackeln.
Es gab nur dezente Beleuchtung. Ein normaler Scheinwerfer auf dem Boden hinter dem Schlagzeug und ab und an eins zwei weitere. Nichts buntes bis auf ganz leichtes rot durch die Vorhänge.
Und ganz selten wurden die Glühbirnen um die Bühne angeworfen.
Hat alles gepasst.
Die eineinhalb bis zwei Stunden gingen so unfassbar schnell rum.


Ist schwer das mit einer Kamera (noch dazu mit dem kack Handy) einzufangen. Aber einfach zu representative Bilder fürs Archiv.
Im Wikipedia Artikel zur Band gibt es ein paar schöne Livebilder. (Ich liebe diese Verlinkfunktion, die ist so schön dezent.)
Bin nach dem College zu Vinny gefahren und dann mit dem Rad hoch zum Capitol. Dauert so zehn bis fünfzehn Minuten.
Es wird Herbst. Es wird kühler, aber angenehm kühl. Und mit dem Rad zu einem Konzert zu fahren. Da fühlt man sich doch glatt wie Jesus. Also so ausgeglichen und fröhlich.
Danach noch ein kurzer Halt bei Kris. Dem Cousin. Arbeitet im Frequency. Auch ein guter Laden für Konzerte. Kleiner als das Majestic.
Dort eine halbe Stunden geblieben. Einen Whiskey und ein Bier getrunken und nachhause geradelt.

Das ist ein Leben.
Es geht mir gut.
Weil es so schön war, noch ein mal.
