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„Zuhause“ ankommen…

Am 18. August durfte ich endlich meine Gasteltern Jim und Candace persönlich kennen lernen. Zuvor hatten wir nur Kontakt per Email. Es ist faszinierend, dass auch schon geringer Kontakt sowie das Wissen das dort eine gemeinsame Zeit vor einem liegt ausreichen, um sich wie alte Bekannte in die Arme zu fallen.

Ankommen

Mein „Ankommen“ hat also mit einer herzlichen Umarmung begonnen. Studien zufolge entscheidet der Mensch innerhalb von Sekunden ob ihm jemand sympathisch ist und die erste Zeit mit Fremden entscheidet wie die gemeinsame Zukunft ablaufen wird. Ich hoffe die Ergebnisse der Studien treffen auf mich zu, denn dann werde ich hier in Binghamton eine wundervolle, liebevolle und einzigartige Zeit mit tollen Gasteltern haben, die mir bereits sehr ans Herz gewachsen sind.

In Binghamton haben aber nicht nur Hostfather and Hostmother auf mich gewartet, sondern auch zwei sehr süße Hunde, Sammy und Bobbin. Beides sind gerettete Hunde aus dem Tierheim. Sammy, der mir mittlerweile auf Schritt und Tritt folgt, lebt schon länger mit Jim und Candace zusammen. Bobbin kam erst vor Kurzem in die Familie und braucht noch ganz viel Pflege, da sie wirklich in einem sehr schlechten Zustand war als Jim und Candace sie aufnahmen. Doch mit jedem Tag geht es ihr besser und sie blüht mehr und mehr auf. Sie genießt das Familienleben, das sie zuvor nie hatte. Und man hat richtig das Gefühl das sowohl Bobbin als auch Sammy wahnsinnig dankbar dafür sind, das sie nun ein gutes Leben haben.

  • Sammy

Als ich in den USA ankam dachte ich noch, die Reise zur Gastfamilie wird wahrscheinlich aufregender als das Ankommen. Aber ich lag falsch, beides ist wahnsinnig aufregend, wenn auch auf andere Weise. Das Reisen durch verschiedene Gastfamilien war immer mit einer Neugier auf die Leute und mit einem sehr auf den Moment beschränkten Erleben und Handeln verbunden. Das Ankommen bei der finalen Gastfamilie enthält Neugier auf das, was für längere Zeit vor einem liegt. Wo also zuvor alles sehr spontane, kurzweilige Entscheidungen waren, kommen nun auf einmal Entscheidungen auf einen zu, deren Ergebnis für längere Zeit Bestand haben soll. Das was man erlebt offenbart einem also auch gleichzeitig einen kleinen Ausblick in die Zukunft. Und man fängt an, wieder mehr als nur etwas zu Essen und Trinken und ein Dach über dem Kopf zu wollen.

Vor einem halben Jahr circa las ich den Spruch: „Exchange isn´t a year in a life, it´s a life in a year!“. Und es stimmt! Das „Ankommen“ ist gleichzeitig der Beginn eines neuen Lebens, wenn man es so nennen kann. Ein Leben, das ein Verfallsdatum hat. Meine Aufgabe ist es nun, aus den mir gegebenen Umständen das für mich Beste zu machen um nächstes Jahr Ende Juli stolz auf das Leben, das ich mir über das kommende Jahr aufbauen werde, zurückblicken zu können. Doch was wäre ein Leben ohne Familie, Freunde und Beschäftigung? Ich glaube ein ziemlich eintöniges. Eine Familie die mich unterstützt und hinter mir steht habe ich sowohl in Deutschland als nun auch in Binghamton. Und an Freunden, die mir hier in den USA vor Ort unterstützend zur Seite stehen „arbeite“ ich. Binghamton hat sowohl eine University als auch Colleges. Sobald das Herbstsemester losgeht wird es hier also nur so an Studenten wimmeln. Derzeit befinden sich aber hauptsächlich nur die internationalen Studenten (an meinem College sind 15 Länder vertreten) in der Gegend. Zur Beschäftigung: Derzeit gilt es noch viel zu regeln und zu erleben, mir wird also nicht langweilig! Was ich die letzten Tage alles geschafft habe? Meine Stelle für ehrenamtliche Arbeit steht so gut wie, der Stundenplan am College ist Fix, die Social Security Card ist beantragt etc., die Liste mit den To-Do´s ist aber dennoch mehrere Inch lang.

Zwei große Punkte auf meiner To-Do-List sind: mich „daheim“ einleben und die Stadt mit ihren Leuten kennen lernen. Das Einleben im Haus meiner Gasteltern gestaltet sich als ziemlich easy. Mein Zimmer sieht mittlerweile auch schon ein wenig nach mir aus. Ich bin mit meiner Hostmum fleißig am Basteln und Nähen. Das Stadt kennen lernen läuft auch ganz gut. Letzten Freitag habe ich mir ein Fahrrad gekauft, da ich so das Gefühl habe, mehr von der Stadt mitzubekommen. Außerdem bin ich so mobil. Den Weg zum College finde ich mittlerweile ohne Probleme. Ich weiß auch wo Supermärkte, die Hauptstraße und die Busstation sind. Denn manchmal an heißen Tagen ist die Busstation von Vorteil. Ich wohne nämlich an einem kleinen „Berg“. Runter ist fun, die Meilen (teilweise steil) rauf sind was an das ich mich erst noch gewöhnen muss. Binghamton hat sich mir bisher als eine schön gelegene Stadt (an zwei Flüssen im schönen New Yorker Waldgebiet nahe den Adirondack Mountains) gezeigt. Ich konnte letztes Wochenende sogar ein Fahrradrennen durch die Innenstadt ansehen. Und das deutsche Team hat gewonnen!!!

Es gibt noch so viel zu entdecken, zu erledigen und zu erleben!!! I keep going!!!

 

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